App-Entwickler suchen nach der Aare-Formel

Wie warm wird die Aare heute? Drei Berner haben eine App entwickelt, welche die Aaretemperatur voraussagt. Damit nicht genug.

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Obschon die Lufttemperatur in Bern bereits an der 30-Grad-Marke kratzte, machte die Aaretemperatur gestern noch keine grossen Sprünge. «16,3 Grad – blibt äuä öpä glich», lautete denn auch die Prognose auf der pünktlich zum Saisonbeginn lancierten Smartphone-App «aare.guru».

Eine Besonderheit des Programms: «Wir haben eine Formel für die Vorhersage der Aaretemperatur entwickelt», sagt Christian Studer, Informatiker beim Berner Wetterdienst Meteotest. Mit den Angaben von den verschiedenen Messstellen in Thun und Bern errechnet aare.guru nun eine Prognose für die Temperatur des Stadtberner Aarewassers für die nächsten zwei Stunden. «Die Formel ist mehr als eine Spielerei, die Tendenz der Vorhersagen stimmt bis jetzt.»

Griff in die Trickkiste

Studer hat die App mit seinen Kollegen Reto Lehnherr und Kaspar Allenbach in der Freizeit entwickelt, alle arbeiten bei Meteotest. In den nächsten Wochen wollen die drei die Genauigkeit der Vorhersage mit zusätzlichen Variablen verbessern. Welchen Einfluss hat der Wind beim Thunersee auf die Aare? Wie viel macht die Sonneneinstrahlung aus? Und die Zuflüsse wie Gürbe oder die Zulg? «Wir sind auf der Suche nach der perfekten Aare-Formel», so Studer weiter.

Im kurzen Selbsttest überzeugt die App: Das Design ist übersichtlich und modern. Neben den Aare-Abflusswerten findet sich auch eine Prognose für die Sonnenscheindauer in den nächsten Stunden. Und als Zückerchen gibts die exakten Zeiten des Sonnenunter- und aufgangs im Lorrainebad, Eichholz und Marzilibad. Dazu haben die Meteotest-Mitarbeiter tief in die Trickkiste gegriffen. Mit einer speziellen Kamera, dem sogenannten Horicatcher, haben sie den Horizont und den daraus resultierenden Schattenwurf an entsprechenden Orten analysiert. So können sie den Badegästen genau sagen, bis wann sie sich nach dem Schwumm in der noch kalten Aare an der Sonne aufwärmen können.

Die Webseite Aaremarzili.info und etliche Apps zeigen seit Jahren Aaretemperatur und teils deren Tendenz an. Warum braucht es noch eine App? «Für uns ist es ein Liebhaberprojekt. Und wir haben den grössten Umfang», sagt Projektleiter Allenbach. Grafik-Designer ­Allenbach hatte bereits sein Bachelor-Thema zum Thema Aaretemperatur verfasst und zuvor die Webseite Aare-schwumm.ch betrieben.

Farbindikator für die Aare

Neben verbesserten Aarewasser-Prognosen wollen die drei die App in Zukunft mit weiteren «Experimental»-Funktionen erweitern. Gewitter etwa können die Aare innert Stunden in eine braune Brühe verwandeln. Die App soll Schwimmer in Zukunft vorwarnen. «Wir möchten einen Aarewasser-Farbindikator entwickeln.» Die Pläne für eine Berechnung der Schwimmdauer beispielsweise vom Eichholz ins Marzili anhand der Fliessgeschwindigkeit wurde hingegen auf Eis gelegt. Fragt sich nur, wo bei den Entwicklern die Schmerzgrenze für einen Aareschwumm liegt: «Ich bin schon bei 8 Grad in die Aare gesprungen», so Allenbach.

www.aare.guru oder im App-Store 
(nur Apple) (Der Bund)

Erstellt: 05.06.2015, 10:01 Uhr

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