Anti-WEF-Aktion provoziert Eisbahnbetreiber

WEF-Gegner rufen zu einem «Hockeyspiel gegen den Kapitalismus» auf. Als Arena für das Spiel ist die Eisbahn auf dem Bundesplatz vorgesehen. Doch Betreiber Jimy Hofer will der Aktion nicht tatenlos zusehen.

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Heisse Zeiten stehen der Eisbahn auf dem Bundesplatz bevor: Auf Schlittschuhen wollen Berner Linksaktivsten am 24. Januar gegen das WEF und den Kapitalismus protestieren. Denn Unbekannte haben auf der Internetplattform Indymedia zu einem «Hockeyspiel gegen den Kapitalismus auf dem Bundesplatz» aufgerufen.

Der Plan des Protestes auf Eis birgt einigen Zündstoff. Betreiber der Eisbahn ist unter anderem der ehemalige Berner Stadtrat Jimy Hofer. Das Broncos-Urgestein und die Linksaktivisten haben eine gemeinsame Vergangenheit, die nicht nur aus verbalen Scharmützeln besteht. Denn als im Oktober 2011 in der Berner Innenstadt etwa hundert Autonome gegen den Kapitalismus protestierten, stellte sich Hofer dem Demonstrationszug kurzerhand entgegen – und erntete eine Ladung Pfefferspray.

«Die haben da gar nichts zu suchen»

Auch der angekündigten Anti-WEF-Aktion auf «seiner» Eisbahn will Hofer nicht tatenlos zusehen: «Eine solche Aktion wird ganz sicher nicht stattfinden, die haben da gar nichts zu suchen», sagt er zu den Plänen der Aktivisten. «Wir sind verantwortlich für die Eisbahn und diese Verantwortung werden wir wahrnehmen.» Wie die Eisbahnbetreiber das Hockeyspiel verhindern wollen, will Hofer aber nicht verraten.

Bei der Stadt Bern ist man informiert über das provokative Hockeyspiel. Dort sieht man dem Anlass – wie auch weiteren angekündigten Anti-WEF-Protestaktionen – gelassen entgegen. «Wir hatten bereits in den letzten Jahren solche Aktionen, sie sind immer friedlich verlaufen», sagt Sicherheitsdirektor Reto Nause. Zudem sei für dieses Jahr bisher noch keine nationale Anti-WEF-Demo in Bern angesagt worden. Dennoch ist die Stadt vorbereitet. Sie stehe im Kontakt mit der Kantonspolizei. «Wir werden sicher eine gewisse Präsenz markieren», sagt Nause.

Das Hockeyspiel auf der Bundesplatz-Eisbahn würde wie die weiteren Anti-WEF-Aktionen wohl ohne Bewilligung stattfinden. Denn gemäss Nause ist bislang einzig für die «Tour de Lorraine» ein Veranstaltungsgesuch eingegangen. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.01.2013, 17:41 Uhr

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