Bern
Amtsenthebung gegen Pfarrer von Wabern beantragt
Stichworte
Nach den ganzen Auseinandersetzungen um den Könizer Pfarrer André Urwyler, brodelt es nun in einer anderen Kirchgemeinde: Der römisch-katholische Kirchgemeinderat St. Michael Wabern hat gegen den Waberer Pfarrer Marian Miklaszewski bei der kantonalen Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion ein Amtsenthebungsverfahren beantragt. Es geht um Differenzen und nicht um etwas strafrechtlich Relevantes.
Die Katholische Kirche Region Bern schreibt in einem Communiqué vom Samstag, schwerwiegende Differenzen im Pfarreiteam und die damit verbundenen Kündigungen hätten das Pfarreileben gravierend beeinträchtigt. Deshalb habe der Kirchgemeinderat beim Kanton eine unabhängige Untersuchung beantragt.
Von allen Pflichten freistellen
Der nun vorliegende Bericht stelle fest, dass das Führungsverhalten von Pfarrer Marian Miklaszewski klar ungenügend sei. Erhebliche organisatorische und administrative Defizite, diskriminierendes Verhalten gegenüber Mitarbeitenden sowie eine erhebliche Differenz zwischen Eigen- und Fremdeinschätzung zeigten klar auf, dass Miklaszewski für die Leitung eines notwendigen Neuaufbaus in der Pfarrei Wabern nicht infrage komme. Aus dem Bericht gehe hervor, dass Miklaszewski zur aktuellen, sehr schwierigen Situation in der Pfarrei Wabern wesentlich beigetragen habe.
Vor diesem Hintergrund habe der Kirchgemeinderat St. Michael Wabern bei der Kirchendirektion des Kantons Bern die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Miklaszewski beantragt. Um einen Neuaufbau in der Pfarrei baldmöglichst in die Wege zu leiten, stellte der Kirchgemeinderat Wabern gleichzeitig den Antrag, Miklaszewski mit sofortiger Wirkung von all seinen Pflichten freizustellen.
Professionellere Leitung nötig
Der für Bern zuständige Basler Bischof Felix Gmür unterstütze die Bemühungen des Kirchgemeinderates und hoffe, dass eine baldige Lösung zum Wohl der Pfarrei gefunden werden könne, heisst es im Communiqué. Im Weiteren mahnt der Untersuchungsbericht die Katholische Kirche Region Bern an, für eine professionellere Führungskultur besorgt zu sein. Zudem soll die Zuordnung von Zuständigkeiten und Kompetenzen klarer und transparenter geregelt werden. Die verantwortlichen Stellen hätten bereits begonnen, Umsetzungen der Empfehlungen des Berichts an die Hand zu nehmen, hält die Kommunikationsstelle der Katholischen Kirche Region Bern fest.
In einem Schreiben an Eltern, Pfarreimitglieder und Pfarreiräte hatte die Kirchgemeinde Ende Januar mitgeteilt, dass vier Mitarbeitende gekündigt hatten. Darunter sind die Sekretärin des Pfarramts sowie die Verantwortlichen Mitarbeiterinnen für Sozialarbeit und Familienkatechese. Als Grund wurden auch damals «schwerwiegende Probleme und Differenzen im Pfarreiteam» angegeben. (Der Bund)
Erstellt: 18.04.2011, 08:02 Uhr
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