Amstutz beherrscht das Land, Wyss die Agglomerationen
Von Stefan Wyler. Aktualisiert am 14.02.2011 5 Kommentare
Ständeratswahlen Bern – Schlussergebnis
Ständeratswahlen Bern – Schlussergebnis
Stimmen
Quelle: Kanton Bern
Zweiter Wahlgang: Die Regeln
Da, wie erwartet, bei der gestrigen Ständeratsersatzwahl keiner der Kandidaten das absolute Mehr erreicht hat, findet in drei Wochen, am 6. März 2011, ein zweiter Wahlgang statt. Nach der bernischen Regelung ist es nicht so, dass nur die beiden Bestplatzierten wieder antreten können, theoretisch können alle vier ihr Glück noch einmal versuchen, und es können sich sogar noch neue Kandidierende anmelden. Im zweiten Wahlgang gilt dann das relative Mehr, das heisst: Wer am meisten Stimmen macht, ist gewählt.
Die Parteien haben nun zwei Fristen zu beachten.
• Rückzüge: Bis am Dienstag, 15. Februar, 16 Uhr, haben die Kandidatinnen und Kandidaten des ersten Wahlgangs die Möglichkeit, ihre Kandidatur bei der Staatskanzlei zurückzuziehen. Wer sich nicht meldet, gilt automatisch als Kandidat für den zweiten Wahlgang.
• Neuanmeldungen: Bis am Donnerstag, 17. Februar, 16 Uhr, können sich neue Kandidatinnen und Kandidaten melden. Für den zweiten Wahlgang werden den Stimmberechtigten Wahlzettel und Stimmausweise zugestellt, Werbematerial aber wird keines mehr verschickt
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Wer das Resultat etwas näher anschaut, erkennt zuerst ein Muster, das kaum überrascht. Adrian Amstutz (SVP) hat in den ländlichen Regionen seine Punkte geholt, im emmentalischen Schangnau etwa wählten ihn 81,4 Prozent der Stimmenden. Ursula Wyss dagegen hat in Städten und Agglomerationen den Spitzenplatz erreicht, Christa Markwalder dagegen blieb meist nur Platz drei.
In sieben von zehn Verwaltungskreisen hat Adrian Amstutz am meisten Stimmen geholt, so in Obersimmental-Saanen (59,1 Prozent), Frutigen-Niedersimmental (53,2), Interlaken-Oberhasli (50,2), Emmental (47,2), Oberaargau (45,6), Thun (45,2) und Seeland (43). Die Sozialdemokratin Ursula Wyss gewann in drei Verwaltungskreisen: Biel (43,9 Prozent), Berner Jura (42,5) und im Grosskreis Bern-Mittelland (39,8).
Christa Markwalder (FDP) landete in neun Kreisen auf Platz drei. Nur im Kreis Obersimmental-Saanen erreichte sie knapp den zweiten Rang: Aussenseiter Marc Jost (EVP) bliebt stets Vierter.
Wyss’ Triumph in den Städten
In derStadt Bern holte die Stadtbernerin Ursula Wyss die absolute Mehrheit (55,1 Prozent) – vor Christa Markwalder (20,7) und Adrian Amstutz (18,5). Auch in vielen wichtigen Berner Agglomerationsgemeinden schwang Wyss obenaus, so etwa inKöniz, Bremgarten, Bolligen, Kirchlindach, Ostermundigen, Zollikofenoder Münsingen. Ziemlich erstaunen mag, dass die Sozialdemokratin Wyss auch im gutbürgerlichenMurimit 32,6 Prozent der Stimmen den ersten Platz erreichte, knapp vor Christa Markwalder, die auf 31,5 Prozent kam.
Ursula Wyss erreichte auch in derStadt Biel mit 53,6 Prozent das absolute Mehr, vor Amstutz (24,4) und Markwalder (18,0). Die Sozialdemokratin lag ebenfalls in den StädtenLangenthal undBurgdorfvorne. Schmerzen wird dies vor allem die Burgdorferin Christa Markwalder, die selbst in ihrer Heimatstadt hinter Wyss und Amstutz nur den dritten Rang belegte. Die Ausnahme unter den Städten bildet dieStadt Thun: Hier gewann Amstutz (mit 37 Prozent) klar vor Wyss (30,3), Markwalder (20,6) und Lokalmatador Marc Jost (12,1).
Der SVPler Amstutz gewann auch in seiner HeimatgemeindeSigriswil sicher. Hier holte er 63,9 Prozent der Stimmen. Ursula Wyss kam auf 18,5, Christa Markwalder auf 10,2 Prozent.
Die Wahlbeteiligung war insgesamt mit 50,8 Prozent sehr hoch. Sie variierte aber unter den Verwaltungskreisen deutlich – zwischen 41,4 Prozent im Berner Jura und 54,3 Prozent im Kreis Frutigen-Niedersimmental. (Der Bund)
Erstellt: 14.02.2011, 14:19 Uhr
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5 Kommentare
Nicht lange diskutieren, Herr Adrian Amstutz ist unser Mann für den Ständerat. Vielleicht wird es in 20 - 30 Jahren gar keine ländliche Bevölkerung geben, da die Städte leider noch von den Linken dominiert werden, und diese verbauen, wie die Grünen, so paradox es klingt, jedes Fleckchen Grün. Und dann hat dann U. Wyss eine Chance, halt erst mit über 60. Antworten
Ach wäre das schön, wir hätten wieder mal eine Person der möglichst objektiven und neutralen Vernunft in der Politik. In diesem Fall hiesse die Person sicher nicht Amstutz. Und noch schöner wäre, wenn das Volk Augenmass bewahrte, gerecht und richtig urteilte und aufs Kommentieren verzichtete... Antworten
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