Bern
Aktion Casa Blanca will ins Nordquartier vorstossen
Von Markus Dütschler. Aktualisiert am 20.06.2012 3 Kommentare
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Versprayte Fassaden und Tags sollen im Nordquartier ab nächstem Jahr nicht mehr lange überleben: Die Aktion Casa Blanca will dafür sorgen, dass die ungebetenen «Verzierungen» rasch weggeputzt werden. Damit soll den Sprayern die Freude genommen werden, dass ihre «Werke» lange Zeit das Strassenbild dominieren. Das Aktionsgebiet umfasst die nördliche Hauptachse Nordring, Stand- und Winkelriedstrasse und die Lorraine. Dies wurde an der gestrigen Hauptversammlung des Vereins Casa Blanca bekannt gegeben.
Der Verein Casa Blanca war im November 2004 ins Leben gerufen worden, um das Weltkulturerbe Berner Altstadt so weit wie möglich von Schmierereien zu befreien. Ab 2007 wurden die städtischen Kindergärten und Schulhäuser einbezogen. 2009 erfolgte die Ausweitung auf die Achse Ostring–Thunplatz–Helvetiaplatz.
Rundumservice für Kunden
Der Verein versteht sich als «Durchlauferhitzer». Wer einen Vertrag mit Casa Blanca abgeschlossen hat, braucht lediglich die Sprayerei zu melden. Der Verein beauftragt ein Reinigungsunternehmen, das die Bescherung entfernt, und übernimmt die Kosten. Die Anwältin des Vereins reicht Anzeige gegen unbekannt ein, damit der Täter, so man ihn findet, bestraft werden kann. Das kommt offenbar gar nicht so selten vor. Eine wichtige Akteurin ist die Gebäudeversicherung Bern (GVB). Hauseigentümer, die dort die Police GVB-Top abgeschlossen haben, kommen in den Genuss dieses Reinigungsservices. Die Versicherung erstattet dem Verein die Kosten der Reinigung. Der Vorteil für den Hauseigentümer: Er braucht sich um den ganzen Papierkram nicht zu kümmern.
Manche Eigentümer zögern
Trotz der Vorteile zögern manche Hauseigentümer. Laut Vorstandsmitgliedern scheuen sie den Souveränitätsverlust: Sie wollten selber entscheiden, ob, wann und durch wen Schmierereien an ihrer Liegenschaft weggeputzt würden. An der Versammlung waren sich die Teilnehmer einig, dass die Vorteile von Casa Blanca offensiver kommuniziert werden müssten. Grosse Abwesende ist das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL). Es muss sich selbst um die Verwüstung kümmern, die am Haupteingang des Bundeshauses bei der «Tanz dich frei»-Kundgebung entstanden war.
Damit die Aktion Casa Blanca aktiv wird, müssen zwei Drittel der Anlieger mitmachen: Nur so werde eine sichtbare Verbesserung des Erscheinungsbildes erreicht, sagen die Verantwortlichen von Casa Blanca. Dem Verein gehören der Hauseigentümerverband (HEV), die GVB, das städtische Tiefbauamt, die Stadtbauten und die Innenstadtorganisation Bern City an. Letztere hatte kürzlich ihren Geschäftsführer Martin Bühler entlassen, welcher Casa Blanca präsidiert. Damit Bern City personell wieder im Vorstand von Casa Blanca vertreten ist, wählte die Hauptversammlung den neuen Bern-City-Geschäftsführer Sven Gubler. Stadtpräsident Alexander Tschäppät hat den Vorstand verlassen.
Eine Fassadenreinigungsaktion gibt es seit 2007 auch in der Stadt Biel. Image Plus heisst der dortige Service, der Hauseigentümern die kostenlose Entfernung von Sprayereien anbietet. (Der Bund)
Erstellt: 20.06.2012, 13:11 Uhr
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3 Kommentare
Also der, der quer durch Bern an mind. 20-30 Orten "Filz" hingeschmiert hat, meist mit einem Strich, gross oder klein, auch flächig, der gehört gehörig bestraft. Sogar Sandsteinmauern wurden besprayt. Unsere sieht nach der Reinigung ganz übel aus, die Oberfläche hat arg gelitten.
Man sollte solche Einfaltspinsel zus. pro Sprayerei zu 20 Stunden gemeinnütziger Arbeit verdonnern zum Schadensersatz!
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