Ab Dezember fährt das blaue Bähnli wieder ins Fischermätteli
Von Sebastian Meier. Aktualisiert am 18.11.2011 3 Kommentare
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Ab dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember fährt das blaue Bähnli wieder durch die Innenstadt ins Fischermätteli. Damit wird die provisorische Aufspaltung der Linie 6 am Casinoplatz rückgängig gemacht. Dies verkündeten am Mittwochabend die zuständige Gemeinderätin Regula Rytz (GB) sowie die Direktoren von Bernmobil und des Regionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS) an einer gut besuchten Informationsveranstaltung im Fischermätteli.
In Worb und Muri dürfte man sich ob dem längst geforderten Direktanschluss zum Berner Hauptbahnhof zufrieden die Hände reiben. Anders im Fischermätteliquartier, wo die Klagen über das schrille Quietschen der veralteten Trams bereits im Januar zu heftiger Kritik und schliesslich im April zum provisorischen Busbetrieb zwischen Bahnhof und Fischermätteli geführt hatten. Inzwischen hat Bernmobil für eine knappe Million Franken acht seiner neun blauen Bähnli mit neuen Rädern bestückt. Das letzte Tram wird in Kürze ebenfalls umgerüstet. Noch im Oktober wurde es als «Referenztram» für umfassende Lärmmessungen gebraucht. Fazit der Messungen: Das Quietschen wurde deutlich reduziert, der Lärm aber wird bleiben.
Hohe Tonfrequenzen eliminiert
Laut RBS-Direktor Fabian Schmid liegen die gemessenen Lärmwerte immer noch deutlich über denjenigen der gängigen roten Combino-Trams. Auch im Vergleich mit den alten Rädern schneidet das sanierte blaue Bähnli nur geringfügig besser ab. In Bezug auf die Dezibelwerte sei das Ziel folglich verfehlt worden. Wichtiger als die Messwerte sei allerdings das subjektive Lärmempfinden, das wiederum von der Tonlage des Geräusches abhänge. «Die hohen Frequenzen wurden vollständig eliminiert», erklärte Schmid. Aus dem schrillen Quietschen wird nun also ein monotones Grollen. Der Geräuschpegel halte sich folglich in einem zumutbaren Rahmen.
Das Grollen kam am Mittwoch aber vorerst nicht von den Trams, sondern aus dem Plenum – und wurde lauter, als der Muriger Gemeindepräsident Hans-Rudolf Saxer (FDP) seinen «Erlebnisbericht aus Muri» schilderte. Er habe sein Büro seit acht Jahren an der «engsten Kurve der Gemeinde» und habe die Tramsanierung als «enorme Verbesserung» erlebt. Er wolle die Situation in seiner Gemeinde nicht mit derjenigen im Fischermätteli vergleichen, reagierte Saxer auf die teils hämischen Reaktionen des Publikums. Der Vorher/nachher-Vergleich beweise allerdings, dass sich der Widerstand im Fischermätteli für die Anwohner entlang der ganzen Linie gelohnt habe.
Schmieranlagen und Monitoring
Das Auswechseln der Räder bleibt laut Bernmobil-Direktor René Schmied nicht die einzige Massnahme gegen das Quietschen. So werden an mehreren neuralgischen Stellen Schmierapparate installiert, welche den Lärm zusätzlich reduzieren sollen. Die Technologie habe sich bereits an anderen Stellen des Schienennetzes bewährt – so etwa beim Zytglogge oder am Bubenbergplatz. Zudem werden die Lärmwerte ab dem Fahrplanwechsel durchgehend gemessen und veröffentlicht. Schliesslich rief Schmied die Anwohner dazu auf, sich mit ihren eigenen Beobachtungen aktiv am Monitoring-Programm zu beteiligen. Ein entsprechendes Internetportal soll demnächst aufgeschaltet werden.
Trotz aller Massnahmen dürfte das blaue Bähnli die Gemüter im Fischermätteli auch über den 11. Dezember hinaus erhitzen. Daran liessen die Voten in der anschliessenden Fragestunde keine Zweifel: «Zufrieden geht heute keiner nach Hause», bilanzierte ein Anwohner. «Hört lieber auf die Menschen als auf die Zahlen», forderte eine andere Votantin. Zudem wurde auch augenfällig, dass der Lärm für viele nur die Spitze des Eisberges ist. In einer langen Reihe von Wortmeldungen beklagten sich mehrere Redner über den ausgedünnten Fahrplan, die chronischen Verspätungen, die nicht behindertengerechten Tramstationen oder die Überlastung der Altstadt-Achse.
Alles bekannte Probleme, die in absehbarer Zeit durch bauliche Massnahmen oder Anpassungen im Fahrplan gelöst würden, sagte Gemeinderätin Rytz. Vorerst gelte es aber den Dezember abzuwarten – und die Ohren zu spitzen. (Der Bund)
Erstellt: 18.11.2011, 07:42 Uhr
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3 Kommentare
dieser Bericht zeig wieder mal auf wie günstig der Tramunterhalt ist - eine lächerliche Million für neue Räder - damit diese weniger Quitschen und für ein weiteres Milliönchen kann man noch Schmierapparte einbauen. In Köniz wird übrigens ein 68 Tonnnen Flüstertram fahren, völlig lautlos wird es durch Köniz schweben. Antworten
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