15 Jahre Marsch für den Frieden

Zum 15. Mal hat die Friedensbewegung am Montag zum Ostermarsch in Bern aufgerufen. Im Zentrum stand die Forderung, dass Finanzinstitute nicht mehr in Waffengeschäfte investieren dürfen.

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Rund tausend Personen haben am Ostermontag in Bern am Ostermarsch teilgenommen. Im Zentrum des Anlasses stand die Forderung, dass Schweizer Finanzinstitute nicht mehr in Waffengeschäfte investieren sollen.

Thematisch lehnte sich die Veranstaltung damit an die Kriegsgeschäfte-Initiative der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee und der Jungen Grünen an, die vor einigen Tagen lanciert wurde.

Die Kundgebungsteilnehmenden, darunter viele jüngere Menschen und Familien, versammelten sich kurz nach dem Mittag an der Aare in Bern. Mit bunten Friedensfahnen und Transparenten marschierten die Teilnehmenden dem Fluss entlang, durch die Innenstadt zum Münsterplatz.

Keine Gelder für den Krieg: Ostermarsch 2017 (Video: sda)

Auch die jüngsten Ereignisse in der Türkei fanden am Ostermarsch ihren Niederschlag. Vereinzelt führten Teilnehmer kleine, selbstgemalte Plakate mit sich mit der Aufschrift «Erdogan ist nicht mein Präsident». Auch einige wenige Fahnen der prokurdischen Oppositionspartei HDK waren zu sehen.

Am Ostermarsch nahm auch die 86-jährige Berner Friedensaktivistin teil, die jüngst für Aufsehen gesorgt hatte, als sie auf eine Bauabschrankung vor der Nationalbank die Aufschrift «Geld für Waffen tötet» gesprayt hatte. Die 86-Jährige war massgeblich an der Entstehung des Ostermarschs beteiligt. Dieser fand heuer zum 15. Mal statt.

Friedlich und ruhig

Der Anlass verlief ruhig und friedlich. Auf dem Münsterplatz forderte der Soziologe und Konfliktforscher Ueli Mäder in seiner Ansprache jeden Einzelnen auf, darauf zu achten, was mit seinem Geld finanziert wird. Das Finanzsystem orientiere sich an Renditen. Doch wohin das Geld fliesse, sei oft unklar, betonte Mäder.

Soziologe Mäder am Ostermarsch. (Bild:gbl)

Es brauche daher mehr Transparenz beim Anlageverhalten von Finanzinstituten. «Achten wir darauf, möglichst kein Geld einer Bank zu geben, die Geschäfte mit dem Krieg macht», sagte Mäder.

Friedenspolitik bedeute auch, den sozialen Ausgleich zu fördern, zum Beispiel durch faire Löhne, einen gerechten Welthandel oder eben den Verzicht auf Geschäfte mit Waffen.

In verschiedenen Regionen der Welt werden Kriege oder bewaffnete Konflikte ausgetragen. Migrationsbewegungen und steigende Rüstungsumsätze zeugten davon, schrieben die Verantwortlichen des Ostermarschs in einer Mitteilung.

Finanzplatz von Bedeutung

Die Schweiz sei nicht direkt in die Vorgänge involviert. Dem Land komme aber als Finanzplatz eine grosse Bedeutung zu. Denn Rüstungskonzerne beschafften Fremdkapital über die internationalen Finanzmärkte.

Von der Schweizer Politik forderten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ostermarschs ein Verbot von Investitionen in die Rüstungsindustrie. Von der Wirtschaft und insbesondere den Finanzakteuren erwartet die Friedensbewegung zudem mehr Transparenz in ihrem Anlageverhalten.

Getragen von 40 Organisationen

Der erste Berner Ostermarsch fand 2003 als Protest gegen die Invasion im Irak statt. Die Veranstaltung versteht sich in der Tradition der Ostermärsche, die in den 60-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in der Schweiz gegen die atomare Aufrüstung und den Vietnamkrieg durchgeführt wurden.

Der Ostermarsch wird getragen von rund 40 Organisationen, darunter Kirchen, Freikirchen, Hilfswerke, Frauenorganisationen und politisch aktive Gruppierungen wie die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA). (gbl/sda)

Erstellt: 17.04.2017, 17:21 Uhr

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