«Die Reitschule lässt sich ausnutzen»
Von Martin Zimmermann. Aktualisiert am 01.11.2011 11 Kommentare
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Gibt es für die Reitschule von der Stadt bis 2015 Geld wie für alle anderen Kulturinstitutionen mit Leistungsvertrag - oder vorderhand bloss für nächstes Jahr? Diese Frage wird in zwei Wochen im Berner Parlament für rote Köpfe sorgen. Derzeit deuten die Vorzeichen darauf hin, dass das alternative Kulturzentrum von einer Mitte-rechts-Mehrheit im Stadtrat abgestraft wird - nicht zuletzt wegen der jüngsten Angriffen von Reitschulbesuchern auf Polizeibeamte. Kurt Hirsbrunner (BDP), Co-Präsident der BDP/CVP-Fraktion, fasst die Stimmung in den Mitte-Parteien zusammen: Der Geduldsfaden sei nahe «am reissen». Ihn bestärkten die Ereignisse vom Samstag darin, «ein Signal zu setzen» und den Leistungsvertrag zwischen Stadt und Reitschule nur für ein Jahr zu bewilligen.
Die kürzlich zwischen dem Gemeinderat und der Reitschul-Interessengemeinschaft Ikur ausgehandelte Vereinbarung würde demnach nur für das Jahr 2012 gelten statt wie geplant für vier Jahre. Und statt 1,52 Millionen würde die öffentliche Hand fürs Erste 380 000 Franken an den Kulturbetrieb beisteuern. Dies fordert die parlamentarischen Kommission für Soziales, Bildung und Kultur (SBK): Der bestehende Vertrag weise «Defizite» auf und entspreche nicht vollständig den «stadträtlichen Vorgaben». Streitpunkte sind die Zusammenarbeit zwischen Ikur und Polizei, das Fehlen eines schriftlichen Sicherheitskonzepts sowie die Möglichkeit, bei Demonstrationen das Haupttor zum Innenhof zu schliessen.
«Grundrauschen» für SBK-Antrag
BDP und CVP möchten sich heute mit dem Thema befassen; das «Grundrauschen» in den beiden Parteien weise aber in Richtung Unterstützung des SBK-Antrags hin, sagt Co-Fraktionspräsidentin Béatrice Wertli von der CVP. Sukkurs erhält das Begehren bereits von den Grünliberalen sowie von der GFL/EVP-Fraktion. Für den Vorfall vom Samstag sei zwar nicht die Reitschule verantwortlich, sagt Fraktionspräsident Peter Künzler (GFL), da müsse er diese «etwas in Schutz nehmen». Der Vorfall zeige aber exemplarisch, dass die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Betreibern besser werden müsse. «Es sind immer die gleichen 20 bis 30 jungen Leute, die Stunk machen», sagt er. «Bloss wehrt sich die Reitschule nicht entschieden genug gegen sie. Sie lässt sich ausnutzen.» Sollte die Mitte zusammen mit den traditionell reitschulkritischen Rechtsparteien SVP und FDP geschlossen für den SBK-Antrag stimmen, wäre diesem im Stadtrat eine Mehrheit sicher.
Erfolgreiche Petition
Was eine Beschneidung der Vertragsdauer für den Kulturbetrieb in der Reitschule bedeuten würde - insbesondere in Sachen Planungssicherheit -, bleibt unklar. Man wolle den Entscheid des Stadtrats abwarten und sich erst dann dazu äussern, schreibt die Mediengruppe der Reitschule in einem gestern veröffentlichten Communiqué. Vorderhand lässt man es bei der letzte Woche lancierten Petition «Reitschule: Bleib wie du bist!» bewenden. Diese wurde bis gestern Abend bereits von 2450 Personen unterzeichnet.
Die Reitschüler wehren sich dagegen, von Politikern und «Flaschenwerfern» als Spielball für «politische Spielchen missbraucht» zu werden. Lieber werden in der Mitteilung die Anstrengungen betont, die Situation auf dem Vorplatz zu entschärfen. Das sofortige Eingreifen von Reitschul-Sicherheitsleuten und -Personal habe Schlimmeres verhindert. Mit der Polizei sei man stets persönlich und telefonisch in Kontakt gestanden. «Ein schriftliches Sicherheitskonzept», schreibt die Mediengruppe, «hätte diesen Vorfall weder verhindert noch entschärft.» Sicherheit entstehe nur durch «vernünftiges und verantwortliches Handeln» der Beteiligten. (Der Bund)
Erstellt: 01.11.2011, 06:41 Uhr
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11 Kommentare
Also echt, langsam reicht's. Als Reitschule wär mir schon lange der Kragen geplatzt!
Von den Stimmbürgern mit 60% unterstützt, demokratisch legitimierter als das Stadttheater. Aber Nause und "die Mitte" wollen sich aufspielen, die KaPo produziert die Headlines und die Medien fahren drauf ab!
Wir Berner wollen die Reitschule, profiliert euch gefälligst wo anders.
Antworten
Es gab schon Gemeinden die hatten mit zwei jugendlichen am Bahnhof dermassen Probleme und konnten diese auch nach Jahren nicht lösen... Intstrumentalisiert also nicht die Reitschule als ganzes wegen ein paar wenigen Idioten.. schickt keine PöblerPNOS Polizisten die angriffig sind für Personenkontrollen (die sind auch sonst niergends gerne gesehen) und drängt bei Demos den Pulk nicht da hin... Antworten
Bern
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