Bolligen macht es wie Bern

Das Flugbrunnen-Areal wird im Baurecht abgegeben und nicht verkauft.

Bolligen hat am Dienstag abgestimmt und will Land im Baurecht abgeben.

Bolligen hat am Dienstag abgestimmt und will Land im Baurecht abgeben. Bild: Valerie Chételat

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Eines war von Anfang an klar: Das Areal des Schulhauses an der Flugbrunnenstrasse soll überbaut werden. Ab dem neuen Schuljahr wird dort nicht mehr unterrichtet, die Gemeinde Bolligen hat im Lutertal einen Neubau als Ersatz erstellt.

Am Dienstag Abend ging es an der Gemeindeversammlung um folgenden zentralen Punkt: Soll das Land verkauft oder im Baurecht abgegeben werden? In dieser Frage war sich auch der Gemeinderat nicht einig gewesen.

Mehrheitlich war das siebenköpfige Gremium aber der Ansicht, eine Abgabe im Baurecht sei die nachhaltigere Variante, weil sie über lange Sicht zu stetigen, jährlichen Einnahmen führe.

Die Stimmberechtigten teilten mehrheitlich diese Ansicht und beschlossen mit 125 zu 90 Stimmen die Abgabe im Baurecht.

Unterschiedliche Positionen

SP, BDP, EVP und Bolligen Parteilos erachteten ein Baurecht als die sinnvollere Variante. Als positives Beispiel wurde mehrmals die Burgergemeinde Bern erwähnt, die mit dem Baurecht sehr gute Erfahrungen macht.

Auch die frühere Gemeindepräsidentin, SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen, votierte für ein Baurecht. Der Boden sei ein knappes Gut, man solle dieses nicht verscherbeln.

SVP und FDP sprachen sich dagegen für einen Verkauf aus. Es lägen sehr gute Angebote von Investoren in der Höhe von 18 bis 19 Millionen Franken vor, sagte SVP-Präsident Thomas Fuchs.

Dadurch liessen sich die hohen Schulden bereits in diesem Jahr massiv reduzieren. Baurechtszinse dagegen flössen erst ab 2021 in vollem Umfang. FDP-Präsident Urs Klaeger erklärte, man solle Verantwortung übernehmen und die Probleme jetzt lösen.

Die Gegner eines Verkaufs führten dagegen an, dass dieser zwar eine hohe Summe in die Gemeindekasse spüle, das Geld aber umgehend zur Tilgung von Schulden und für Investitionen gleich wieder ausgegeben werde.

Das Land sei weg und das Geld ebenso. Das Areal beim Schulhaus Flugbrunnenstrasse ist 12'500 Quadratmeter gross. Beim Baurecht sollen in einem ersten Schritt ab 2017 rund 200'000 Franken fliessen. Ab 2021 würde sich der Zinsbetrag auf etwa 500'000 Franken erhöhen. (Der Bund)

Erstellt: 07.06.2016, 23:30 Uhr

Rechnung genehmigt

Erfreulich sind die Zahlen des Finanzhaushalts in Bolligen nicht. Wegen der Sanierung der Pensionskasse resultierte in der Rechnung 2015 ein Defizit von 8,3 Millionen Franken.

Das Eigenkapital verschwindet, und es entsteht ein Bilanzfehlbetrag von 4,6 Millionen Franken, der dank der Veräusserung des Areals des Schulhauses Flugbrunnenstrasse aber in relativ kurzer Zeit wieder abgetragen werden kann.

Trotz Riesendefizit gab es für die Stimmberechtigten gestern an der Gemeindeversammlung keine Alternative: Sie genehmigten die Rechnung mit deutlichem Mehr bei zwei Gegenstimmen.

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