Zollikofer setzen sich für Basisstufe ein

Über 700 Zollikofer haben eine Petition für die Basisstufe unterschrieben. Sie wollen nicht, dass diese im Bildungsreglement der Gemeinde verhindert wird.

Getrennte oder gemeinsame Grundstufe? Schulkinder in Zollikofen.

Getrennte oder gemeinsame Grundstufe? Schulkinder in Zollikofen. Bild: Manu Friederich

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In Zollikofen kommt es aller Voraussicht nach zu einer Volksabstimmung zur Basisstufe in der Volksschule: Ein überparteiliches Komitee hat am Montag mehr als 700 Unterschriften für ein Referendum eingereicht

Das Referendum richtet sich gegen den Entscheid des Lokalparlaments, im Bildungsreglement die Basisstufe explizit auszuschliessen. Es verankerte Ende Januar in diesem Reglement den Satz: «Die Kindergartenklassen sowie die Klassen des ersten und des zweiten Schuljahrs werden getrennt geführt» und folgte damit einem Antrag des Gemeinderats.

Diese Bestimmung wurde schon an der Parlamentssitzung vor allem von der Linken bekämpft. Am Montag sind nun die Referendumsunterschriften eingereicht worden, wie das Komitee mitteilte und Gemeindeschreiber Roland Gatschet auf Anfrage bestätigte.

Die Unterschriften sind noch nicht beglaubigt. Doch da es in Zollikofen 300 gültige Unterschriften fürs Zustandekommen eines Referendums braucht, dürfte es zum Urnengang kommen. Dieser findet voraussichtlich im Herbst statt.

Mit dem Referendum strebt das Komitee laut der Mitteilung an, dass nun zuerst einmal die seinen Angaben zufolge neu gewählte Bildungskommission die Bedürfnisse der örtlichen Schulen analysiert und eine kommunale Bildungsstrategie erarbeitet. In der Zwischenzeit sei das «unsinnige Verbot» des Parlaments zu stoppen.

Lehrpersonen gegen Basisstufe

Der Zollikofer Gemeinderat hatte im Januar dem Parlament geschrieben, im Berner Vorort wäre derzeit aus Platzgründen die Einführung einer Basisstufe höchstens an der Schule Wahlacker möglich. Nur an einer Schule dieses System einzuführen, sei aber nicht sinnvoll.

Zudem habe sich in einer Umfrage eine Mehrheit der Lehrpersonen der Primarschul-Unterstufe gegen die Einführung der Basisstufe ausgesprochen.

«Basisstufe» bedeutet, dass Kindergärteler sowie Erst- und Zweitklässler zusammen in einer Klasse sitzen. Die Kinder sollen dabei nach ihrem individuellen Entwicklungs- und Lernstand gefördert werden. Der bernische Grosse Rat ermöglichte den Berner Gemeinden Anfang letztes Jahr die Einführung der Basisstufen, als er das Volksschulgesetz revidierte. (zec/sda)

(Erstellt: 18.03.2013, 17:19 Uhr)

Artikel zum Thema

Durchmischung bringt viele Vorteile

Der Schulversuch «Basisstufe» vereint Kindergarten, erstes und zweites Schuljahr – in diesem Sommer geht er zu Ende. Nur wenn der Kanton Ja sagt, können die Schulen so weiterunterrichten. Mehr...

Einschulungsphase soll flexibler gestaltet werden

Geht es nach der zuständigen Kommission des Grossen Rates, sollen die Kinder im Kanton Bern den Kindergarten und die ersten Jahre der Primarschule möglichst nahe bei ihrem Wohnort besuchen können. Mehr...

Grünes Licht für Basisstufe

Die Gemeinden im Kanton Bern sollen den Kindergarten und die ersten zwei Schuljahre zu einer Einheit zusammenlegen dürfen. Der Grosse Rat hat grünes Licht zur freiwilligen Einführung der so genannten Basisstufe gegeben. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Marktplatz

Immobilien

Die Welt in Bildern

Schirmrevolution: Das Symbol der pro-demokratischen Proteste in Hongkong (24. Oktober 2014).
(Bild: Damir Sagolj) Mehr...