Bern

«Wir sind Köniz» und «wakker» unterwegs

Von Renate Bühler. Aktualisiert am 02.05.2012

Köniz stellt sich vor. Ab sofort können Führungen durch die Gemeinde, die den Wakkerpreis 2012 gewonnen hat, gebucht werden.

Luc Mentha (links), Katrin Sedlmayer und Thomas Furrer vor dem «Schichtwechsel».

Luc Mentha (links), Katrin Sedlmayer und Thomas Furrer vor dem «Schichtwechsel».
Bild: Valérie Chételat

Die Führung

Insbesondere für Einheimische, aber auch für interessierte Auswärtige bietet die Gemeinde Köniz ab sofort fünf verschiedene öffentliche Führungen zum Wakkerpreis an.

• «Zentrums-Tour»: Köniz urban, zu Fuss, Dauer etwa 2,5 Stunden (siehe auch Haupttext); Mittwoch, 23. Mai, 18.30 Uhr und Samstag, 20. Oktober, 10 Uhr.

• «Überlandtour»: Unterschied Stadt und Land, mit Bus, Dauer etwa 2 Stunden; Samstag, 2. Juni, 10 Uhr.

• «Gesamtschau-Tour»: Köniz kompakt, mit Bus, Dauer etwa zwei Stunden. Mittwoch, 1. August, 14 Uhr.

• «E-Bike-Tour»: Köniz energetisch, mit E-Bike, etwa 3 Stunden. Sonntag, 2. September, 10 Uhr.

• «Architek-Tour»: Baukultur, zu Fuss, für Fachpublikum und Leute mit vertieftem Interesse an Architektur, nach Absprache.

• «Online-Tour»: für Faule, auf der Internetseite der Gemeinde.

Anmeldung für die Touren ist obligatorisch. Tickets werden im Gemeindehaus Bläuacker verkauft, je nach Tour kosten sie zwischen 10 und 30 Franken. Die Führungen können auch für Gruppen gebucht werden. (rss)

www.koeniz.ch/wakker12_tour

Bildstrecke

Wakkerpreis an Köniz

Wakkerpreis an Köniz
Die Berner Vorortsgemeinde wird mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet.

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Die Kreuzung Hessstrasse/Schwarzenburgstrasse im Liebefeld ist weder eine Augen- noch eine Ohrenweide. Tagein, tagaus umtost der Verkehr den auch nach Jahren noch provisorisch anmutenden Kreisel. Das ist kein Platz zum Verweilen und schon gar kein Ort zum Bestaunen. Aber es ist von der Stadt Bern her das Tor zu Köniz – jener Gemeinde also, die vom Schweizer Heimatschutz mit dem Wakkerpreis 2012 ausgezeichnet wurde. Köniz ist stolz auf die Auszeichnung: Die Dokumente zur gestrigen Medienkonferenz zu den Wakker-Atkivitäten wurden in Taschen ausgegeben, die mit «Wir sind Köniz – Wakkerpreis 2012» beschriftet sind.

Trotzdem: «Diese Kreuzung zeigt es: Es gibt noch viel zu tun», kommentierte Luc Mentha (SP), Könizer Gemeindepräsident, gestern den Start zu einer Miniführung. Doch schon zwei Minuten später hatte sich das Bild gewandelt: Mentha, seine Amtskollegin Katrin Sedlmayer (SP) und Gemeindeplaner Thomas Furrer präsentierten das «Carba»-Areal, einst eine Ansammlung mehr oder weniger verkommener Industriebauten, das nun eine ansprechende Mischung aus eher niedrigen, sanierten historischen Gebäuden und grossen, modernen Dienstleistungsbauten beherbergt.

Trennend und verbindend

Quasi im Schatten des Swisscom-Giganten steht das Restaurant Schichtwechsel, einst ein Kohlelager. Das schmale Haus mit seiner blassgelben Fassade besticht insbesondere mit seiner riesigen Glasfront, die beim Umbau die ehemalige Explosionswand aus Holz ersetzte. «Der Wirt des Schichtwechsels sagt, nirgendwo sei die Stadt Bern urbaner als hier», bemerkte Mentha schmunzelnd.

Ein paar Schritte weiter, in der Siedlung Weissenstein-Neumatt, erheitert der kühne Einschnitt durch die Mehrfamilienhaus-Front: Der Kanton Bern verbietet den Bau von Häusern über Gemeindegrenzen hinweg. Witzig ist auch der Unterschied zwischen den Kulturen auf der Könizer beziehungsweise der Berner Seite des künstlichen Bächleins. Während die Agglomerationsbewohner ihre Kinder auf saftigen Rasenfeldern spielen lassen, tummeln sich die kleinen Bundesstädter auf einem Magerwiesengelände. Aber immerhin: Schöne Spielgeräte gibts hüben und drüben, und der Bach mit seinen Querungsmöglichkeiten verbindet mehr, als er trennt.

Zuletzt stellten Fuhrer, Mentha und Sedlmayer einerseits die nun buchbaren Führungen durch die Wakker-Gemeinde vor (siehe Kasten). Andererseits legten sie auch erste Resultate der Zusammenarbeit zwischen Behörden und örtlichem Gewerbe im Zusammenhang mit dem prestigeträchtigen Preis auf. So etwa das Wakker-Brot von den lokalen Bäckereien und das Wakker-Mutschli aus der Käserei Thörishaus. Zuletzt gabs Süsses: Eine Konditorei hat ihre «Liebefelderli» umgedeutet. Auf der Oberfläche der grossen Pralinen klebt jetzt eine beschriftete Oblate: «Wir sind Köniz. Und du?» (Der Bund)

Erstellt: 02.05.2012, 08:28 Uhr

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