Surfen unter der Tiefenaubrücke

Für die «Flusswelle» ist ein Alternativstandort zum Schwellenmätteli gefunden worden: Die Welle für Surfer und Kanuten soll nun unter der Tiefenaubrücke entstehen.

In München wird auf dem Eisbach gesurft, in Bern vielleicht schon bald unter der Tiefenaubrücke.

In München wird auf dem Eisbach gesurft, in Bern vielleicht schon bald unter der Tiefenaubrücke. Bild: zvg

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es ist kein Geheimnis: Die Surfer und Kanuten vom Verein Flusswelle Bern hätten gerne am Schwellenmätteli eine stehende Welle eingerichtet – mitten in der Stadt. So wie es auch in München der Fall ist, wo die Welle im Eisbach eine Touristenattraktion darstellt.

Doch jetzt ist es definitiv: Am Schwellenmätteli wird es keine Flusswelle für Surfer und Kajakfahrer geben. Der Verein hat auf seiner Internetseite bekannt gegeben, dass er nun auf den Standort unter der Tiefenaubrücke setzt. In der Aare besteht dort eine natürliche Welle, die aber ausgebaut werden müsste. Der Verein hofft, die Flusswelle 2014 zu eröffnen.«Es ist eine pragmatische Lösung», räumt Alex Vollmer, Vorstandsmitglied von Flusswelle Bern, ein. «Aber es ist von allen pragmatischen Lösungen mit Abstand die beste.»

Gefälle bereits vorhanden

In den letzten Monaten haben die Flusswellen-Promotoren 15 Standorte zwischen Elfenau und Bremgarten geprüft. In der Arbeitsgruppe sind auch Vertreter des städtischen und des kantonalen Tiefbauamts sowie des Fischereiinspektorats eingesessen. Der Verein hielt Alternativstandorte lange unter Verschluss, erst letzten Herbst wurden drei Favoriten bekannt gegeben – damals kamen noch Standorte unter der Felsenaubrücke und in der Industriezone Worblaufen infrage. Der Stadtberner Gemeinderat hatte schon damals klargemacht, dass für ihn das Schwellenmätteli nicht infrage kommt – wegen Sicherheits- und Naturschutz-Bedenken.

Für den Standort Tiefenaubrücke spreche, dass bereits ein Gefälle vorhanden sei, sagt Vollmer. Zurzeit betrage es einen halben Meter; Ziel sei, durch bauliche Eingriffe ein Gefälle von einem Meter zu erreichen. Zu diesem Zweck soll zwischen den Pfeilern das Wasser durch ein Hindernis gebremst werden. Geplant ist ein Spoiler, der bewegt werden kann, um die Welle auch wieder verschwinden zu lassen. «Wichtig ist das für die Kanuten, die hier Wettkämpfe austragen – und dabei keine Welle wollen.»

Es ist die Hauptsorge des Vereins: dass man sich nicht in die Quere kommt mit anderen Interessengruppen, die den Standort beanspruchen. Neben den Kanuten sei das Gebiet auch für Pontoniere, Fischer und Taucher wichtig. Vollmer ist aber überzeugt: Durch einen Eingriff könnte die Stelle zum Beispiel auch für Kanuten attraktiver werden – indem etwa ein ausgeprägteres Kehrwasser entstünde. Eine stehende Welle ist nur für einen Teil der Kanuten spannend, etwa für die Rodeo-Kajakfahrer. Kein Problem sollte dagegen die Erschliessung darstellen. Der Standort sei mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar, zudem seien auch Parkplätze vorhanden, so Vollmer. Auch wegen der Lärmemissionen machen sich die Flusswelle-Surfer wenig Sorgen: «Der Lärm wird gut abgedämpft.» So würden unter der Brücke sogar Fasnachts-Guggen üben.

Positive Signale von Ittigen

Die Flussstelle befindet sich auf der Grenze zwischen der Stadt Bern und Worblaufen, das zur Gemeinde Ittigen gehört. Der Zugang zur Flusswelle ist aber auf der Worblaufener Seite. Ittigens Gemeindepräsident Beat Giauque ist gegenüber dem Projekt positiv eingestellt. Sollte ein überzeugendes Konzept vorhanden sein, hinter dem auch andere Behördenstellen stünden, stehe Ittigen der Flusswelle wohlwollend gegenüber. Offen ist für Giauque aber, wie die Anwohner auf die Pläne reagierten. (Der Bund)

(Erstellt: 11.04.2012, 07:05 Uhr)

Artikel zum Thema

Berner Gemeinderat will keine Aarewelle für Surfer

Um ihrem Hobby zu frönen, hätten Surfer und Paddler im Berner Schwellenmätteli eine künstliche, stehende Welle in der Aare gewünscht. Mehr...

Berner Surfer warten weiter auf die Welle

In Bern soll es eine stehende Welle zum Surfen geben - doch die Frage ist, wo. Nun gibt es drei neue Standortvorschläge. Mehr...

Marktplatz

Immobilien

Die Welt in Bildern

Festgesunken: Holländische Retter bringen einen Mann im Hafen von Harlingen in Sicherheit. Das Boot sank in Folge des ersten Sturmes der Saison (22. Oktober 2014).
(Bild: Catrinus van der Veen) Mehr...