Bern

Ein neuer Wirt und alte Fragen

Von Martin Zimmermann. Aktualisiert am 14.04.2012

Bald öffnet das Bistro im Liebefeld-Park zum dritten Mal seine Tore. Wie es mit der provisorischen Beiz weitergeht, bleibt unklar.

Schon in der letzten Saison sehr beliebt und jetzt bereit für eine Neuauflage: Das Bistro im Liebefeld-Park.

Schon in der letzten Saison sehr beliebt und jetzt bereit für eine Neuauflage: Das Bistro im Liebefeld-Park.
Bild: Adrian Moser

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Bistro im Park

Bis September jeweils bei schönem Wetter geöffnet – Wochentags von 9 Uhr bis 23.30 Uhr; am Wochenende bis 0.30 Uhr.

Man mag es angesichts dräuender Regenwolken kaum glauben, doch schon diesen Sonntag geht das Bistro im Könizer Liebefeld-Park wieder auf – zumindest theoretisch. Faktisch waren am Freitag an der Medienkonferenz zur Eröffnung noch die meisten Küchengeräte unter einer grünen Plastikplane verborgen. Er hoffe nun auf gutes Wetter, um das Bistro fertig einrichten zu können, sagte der neue Gastwirt, Bruno Brunner. Angesichts der schlechten Prognosen dürfte sich der Saisonstart aber um einige Tage verschieben.

Der ehemalige Kneipier des Bistro Marzer im Marzili-Quartier ist der nunmehr dritte Wirt an den Gestaden des Könizer Parkweihers. Brunners Vorgänger musste nach einer Saison abtreten. «Das kulinarische Angebot und die Präsenzzeiten entsprachen nicht unseren Vorstellungen», sagte die zuständige Gemeinderätin Rita Haudenschild (Grüne) dazu. «Es kam vor, dass Park-Besucher an schönen Tagen vor verschlossenen Türen standen.»

Das dürfe künftig nicht mehr passieren. Im gastronomischen Bereich soll unter anderem ein neues «Wakker-Plättli» mit Wurst und Käse die Kundschaft bei Laune halten. Der Name verweist auf den Preis des Schweizer Heimatschutzes, mit dem die Gemeinde Köniz kürzlich prämiert wurde.

Bistro wird zum Politikum

Die häufigen Wirtewechsel beim erst zweijährigen Etablissement verdeutlichen dessen provisorischen Status. Bei der Eröffnung im Juli 2010 ging man noch von einem Versuchsbetrieb von drei Jahren aus. Daraus werden eher vier bis fünf Jahre, wie Haudenschild dem «Bund» nach der Konferenz sagt. «Wir wissen noch nicht, wie das ideale Betriebsmodell aussehen soll.»

Die Unklarheiten rund um das Bistro machen dieses nun zum Politikum. In einer Interpellation möchte die Könizer SVP wissen, wer denn eigentlich der Besitzer des Lokals sei und ob sich die Gemeinde finanziell daran beteilige. Der SVP stösst zudem sauer auf, dass das Bistro auf der Website der Gemeinde verlinkt ist, «normale Gastrobetriebe» aber nicht.

Die Gemeinde sei finanziell nicht am Betrieb beteiligt, schreibt der Gemeinderat in einer Antwort. Die Infrastruktur des Lokals befindet sich demnach im Besitz des Bistro-Pächters Daniel Bäumlin. Er und der jeweilige Wirt trügen auch das finanzielle Risiko, wie Rita Haudenschild ausführt. Die Gemeinde habe bloss «einige Tausend Franken» investiert, um das Lokal an das Strom- und Abwassernetz anzubinden.

Der Link auf der Gemeinde-Website sei nötig, weil es sich beim Bistro um ein «Aushängeschild» des Parks handle, schreibt der Gemeinderat weiter. Es stehe den Könizer Gastwirten aber frei, sich zu einem Verband zusammenzuschliessen, analog etwa zum Stadtberner «Gastro Bern». Auf Websites von Verbänden werde schon heute verlinkt. Haudenschild geht noch einen Schritt weiter: Für sie wäre die ideale Lösung, wenn sich die Gastwirte auch gleich am Park-Bistro beteiligen würden.

(Der Bund)

Erstellt: 14.04.2012, 09:06 Uhr

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