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Die BKW hält «Schmerzgrenze» geheim
Von Simon Thönen. Aktualisiert am 15.03.2012 4 Kommentare
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Bis 2009 hatte Mühleberg nur eine Betriebsbewilligung bis Ende 2012 – das heisst: für vierzig Jahre Betrieb. Dann erhielt sie eine unbefristete Bewilligung, die jedoch von AKW-Gegnern umgehend angefochten wurde. Das Bundesverwaltungsgericht kassierte die unbefristete Bewilligung und setzte dem AKW eine neue Betriebsfrist bis 28. Juni 2013.
Trotz dieser Unsicherheiten rechnete die BKW in ihrer Buchhaltung stets mit 50 Jahren Laufzeit bis 2022. Man habe mit der wahrscheinlicheren Variante rechnen müssen, rechtfertigte BKW-Chef Kurt Rohrbach dies am Mittwoch.
Grobe Kostenschätzungen
Entsprechend hoch sind die Kosten, falls Mühleberg nun «vorzeitig ausser Betrieb genommen wird», wie die BKW sich ausdrückt: Das AKW verlöre schlagartig seinen Wert, den die BKW momentan mit 400 Millionen Franken in den Büchern führt. Die Rückstellungen für Stilllegung und Entsorgung müssten laut Verwaltungsratspräsident Urs Gasche um 200 Millionen erhöht werden. Das Betriebsergebnis der BKW würde sich laut Gasche jährlich um 50 Millionen vermindern, in zehn Jahren also um 500 Millionen. BKW-Chef Rohrbach räumte allerdings ein, dass es sich bei diesen je nach Art der Berechnung 500 bis 600 Millionen, welche die Stilllegung kosten würde, nur um grobe Schätzungen handelt.
Kosten der Nachrüstungen zentral
Vor allem fehlt der entscheidende Faktor: Eine halbe Milliarde wird die BKW mit Mühleberg auch dann auf keinen Fall verdienen, falls das AKW noch bis 2022 am Netz bliebe. Denn auch im besten Fall für die BKW wird sie Mühleberg massiv nachrüsten müssen. Die Atomaufsicht Ensi hat nach Fukushima bereits zusätzliche Investitionen in die Sicherheit des Atomkraftwerks angeordnet, weitere werden folgen.
Diese Kosten müssen also von den künftigen Erträgen abgezogen werden. Aus der Differenz ergibt sich dann die «Schmerzgrenze», bei der sich Investitionen für die BKW nicht mehr lohnen würden. In diesem Fall würde die BKW Mühleberg auch dann abschalten, falls die Behörden einen weiteren Betrieb noch gestatten würden.
Rohrbach und Gasche wollten sich gestern nicht dazu äussern, mit welchen Nachrüstkosten sie im für die BKW besten oder schlechtesten Fall rechnen. Dazu wisse man noch zu wenig über die Massnahmen. Auch zur «Schmerzgrenze» der BKW bei den Nachrüstkosten äusserten sie sich nicht. Klar ist aber, was drüber liegt: ein Austausch des Kernmantels, der rund 500 Millionen kosten würde. Die BKW will bis Ende 2012 entscheiden, ob sich Nachrüstungen in Mühleberg noch lohnen. (Der Bund)
Erstellt: 15.03.2012, 07:16 Uhr
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4 Kommentare
die bkw würde klugerweise mit rückstellungen für den milliardenschweren rückbau über die nächsten 20 jahre anfangen. 100te von tonnen kontaminierte bauteile müssen "sorgfältig" und als atom-sondermüll zerlegt und "entsorgt" werden.
mit astronomisch hohen kosten, die auch den kanton und die steuerzahler noch einige male massiv ärgern werden. atomstrom (kostenwahrheit) ist extrem teuer, wetten?
Antworten
NACH MIR DIE SINTFLUT !!
Ich lese immer von "rentieren".
Rechnet man auch eine 40-50-jährige Betriebsdauer, dazu die radioaktiven Substanzen, die hierbei produziert werden und um die man sich kümmern muss, so kann ein AKW nie und nimmer rentieren. Noch abgesehen von einem Störfall mit radioaktivem Ausfall ! Eine "vernünftige Atompolitik" gibt es nun mal nicht, das ist ein Widerspruch in sich.
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