Der Schwarze Panther ist vorläufig abgetaucht

Gibt es ihn oder gibt es ihn nicht? Noch immer fehlt der eindeutige Nachweis des Schwarzen Panthers – ein aufgefundenes Haar hat auch nicht weitergeholfen.

Vom berüchtigten Panther fehlt jede Spur.

Vom berüchtigten Panther fehlt jede Spur. Bild: Chantal Hebeisen

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Der bernische Jagdinspektor Peter Juesy hat sich im ersten Moment kurz geärgert. Darüber nämlich, dass ein aufgefundenes Haar des vermeintlich Schwarzen Panthers keine Haarwurzel aufgewiesen hat. Sonst wüssten die Behörden mittlerweile wohl, ob dieses Tier tatsächlich existiert. Ohne Haarwurzel indes ist eine DNA-Analyse, und damit eine exakte Bestimmung jener schwarzen Raubkatze, die seit Tagen durch den Kanton Bern streifen soll, nicht möglich.

Gefunden haben Polizei und Wildhüter das Tierhaar in Thunstetten bei Langenthal, an jenem Ort, an welchem das Raubtier am Freitag zuletzt von zwei Kindern gesichtet worden war, bevor es sich anschliessend durch eine Hecke aus dem Staub gemacht hat.

Meldungen verifizieren

Acht Meldungen sind mittlerweile beim kantonalen Jagdinspektorat eingegangen, wonach der Schwarze Panther im Kanton Bern gesehen worden sein soll. Es sind acht Meldungen, denen die Behörden weiter nachgegangen sind. Insgesamt wollen indes viel mehr Personen den Panther gesehen haben. «Wir überprüfen die Meldungen jeweils auf ihre Plausibilität hin», sagt Jagdinspektor Peter Juesy. Entsprechend würden auch nur einigermassen verifizierbare Meldungen weiter verfolgt, denn jedem Hinweis nachzugehen, sei unmöglich. «Wenn mich zum Beispiel jemand anruft und mir diese Person sagt, im März habe sie auf 500 Meter Distanz in Leukerbad ein schwarzes Tier gesehen, dann werde ich deswegen nicht die Walliser Behörden informieren», so Juesy.

Sehen Waldspaziergänger mittlerweile vielleicht auch gleich in jedem schwarzen Tier einen Schwarzen Panther? Für Jagdinspektor Peter Juesy ist klar, dass zumindest die acht Meldungen, welche das Jagdinspektorat genauer überprüft hat, «nicht von Leuten stammen, die aufgrund der Medienberichte plötzlich halluziniert haben. Ich glaube nicht an eine Massenhysterie; die acht Meldungen können nicht Zufall sein.»

Ein bisschen erstaunt ist der bernische Jagdinspektor aber insofern, dass es trotz Meldungen über die Existenz des Tieres bisher niemandem gelungen ist, ein Foto des Tiers zu machen. «Und das in der heutigen Handygesellschaft, in welcher bei jedem Ereignis gleich das Telefon zum Fotografieren gezückt wird.»

Mehr Reaktionen als beim Wolf

Trotz Wochenende hat der Schwarze Panther den Jagdinspektor nicht in Ruhe gelassen. Der begeisterte Berggänger war am Wochenende unterwegs und wurde nicht nur während dieser Zeit, sondern auch an seinem Wohnort im Berner Oberland dauernd auf das Tier angesprochen. «Es war extremer als beim Wolf und Luchs», sagt Juesy, auch wenn viele nur spasseshalber gefragt hätten, ob er das Tier nun endlich dingfest gemacht habe. Die Reaktionen sind für ihn nachvollziehbar: «Ein Panther hat natürlich einen ganz anderen symbolischen Wert als ein Luchs oder ein Wolf.»

Wohl auch deshalb hat ihn vergangene Woche ein besorgter Lehrer angerufen und gefragt, ob er wohl den geplanten Maibummel durchführen könne.

Keine Falle auf Berner Boden

Die Meldung aus Thunstetten sei bis anhin die «einzige warme Meldung» von den insgesamt acht überprüften Meldungen gewesen, sagt Peter Juesy. Bisher steht denn auch auf Berner Boden – im Gegensatz zum Nachbarkanton Solothurn – weder eine Fotofalle noch eine sonstige Falle. «Wir wüssten nicht wo aufstellen, weil wir ja keinen eindeutigen Sichtnachweis haben», sagt der Jagdinspektor. Dies im Gegensatz zum Kanton Solothurn: Dort stellten die Behörden im Wald bei Kestenholz verschiedene Fallen auf, weil der Schwarze Panther dort nicht nur von mehreren Personen gesehen, sondern zudem ein gänzlich ausgeweidetes Reh aufgefunden worden ist. (Der Bund)

Erstellt: 15.05.2012, 07:09 Uhr

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