Bern

Belps Flugplan dicht bestückt wie noch nie

Interview: Hanna Jordi. Aktualisiert am 23.03.2012 14 Kommentare

38 Destinationen: Damit bietet der Flughafen Bern-Belp ab Sonntag den umfangreichsten Flugplan seiner Geschichte an. Gleichzeitig geht der neue Flughafenbus in Betrieb.

Auf dem Flughafen Bern-Belp werden 2012 mehr Linien- und Charterflüge starten als im Jahr zuvor.

Auf dem Flughafen Bern-Belp werden 2012 mehr Linien- und Charterflüge starten als im Jahr zuvor.
Bild: Adrian Moser

Wer gern ab Berns Hausflughafen auf Geschäftsreise geht oder in die Ferien fliegt, darf sich freuen: Mit dem Flugplanwechsel am kommenden Sonntag bietet der Flughafen Bern-Belp so viele Destinationen an wie nie zuvor.

Neu im Angebot sind etwa Flugziele in Marokko, Catania in Sizilien oder Split und Rijeka in Kroatien. Den Sommerflugplan komplett macht die Verbindung ins griechische Thessaloniki. Die Flüge führen die Fluggesellschaften Helvetic Airways und Skywork Airlines aus.

Zusätzlich aufgestockt werden die regulären Linienflüge nach London, Wien, Hamburg und Berlin – mit dem Ziel, der «steigenden Nachfrage» gerecht zu werden, wie in der Medienmitteilung des Flughafens Bern-Belp zu lesen ist.

«Die Fluggesellschaften und Reiseanbieter haben gemerkt, dass Bern ein attraktiver Markt ist», so Daniel Steffen, der am Flughafen Bern-Belp für die Kommunikation verantwortlich ist. Entsprechend zuversichtlich ist er, dass das neue Angebot auch rege genutzt werden wird: «Ein Überangebot an Flügen kann sich niemand leisten.»

Ungeliebte Frühflüge nehmen zu

Dem Sommerflugplan kritisch gegenüberstehen dürften manche Anwohner Belps und der Umgebung. Bereits heute meldeten sich jede Woche Personen, die mit der Belastung durch den Fluglärm nicht mehr zurande kämen, sagt Jonas Hirschi, der Geschäftsführer der Vereinigung gegen Fluglärm (VgF). Hirschi geht davon aus, dass der Leidensdruck der Bevölkerung in den kommenden Monaten zunehmen wird: «Die erste Zunahme wird bereits ab Sonntag spürbar sein, spätestens ab dem 1. Juli wird aber kein Zweifel mehr daran bestehen, dass die Aktivität auf dem Flughafen Bern-Belp zugenommen hat.»

Sorgen bereitet der Vereinigung vor allem, dass die Frühflüge am Wochenende zunehmen werden. «Ab 1. Juli starten an einem Samstag neun Flugzeuge vor acht Uhr morgens, am Sonntag sieben», so Hirschi. Diese Flüge würden besonders am Wochenende als stark störend empfunden. Erst vergangenen November hat die VfG bei der Bundeskanzlei eine Petition zur Beschränkung der Flugbewegungen auf dem Flughafen Bern-Belp eingereicht. Eine Stellungnahme ist allerdings frühestens im Sommer zu erwarten. Bis dahin will die VfG prüfen, wie die Bevölkerung auf den neuen Flugplan reagiert. «Wir behalten uns politische und rechtliche Schritte vor», so Hirschi.

7000 Flugbewegungen mehr pro Jahr

Allfälligen Beschwerden wegen zunehmendem Fluglärm sieht man vonseiten des Flughafens indes gelassen entgegen. «Der Flughafen hält sich nach wie vor an die geltenden Lärmbeschränkungen und die bewilligten Betriebszeiten», so Steffen. Geht es nach ihm, wird sich die Zunahme an Flügen nicht drastisch auswirken: «Von 2010 auf 2011 hatten wir eine viel stärkere Zunahme an Passagieren als heuer – und dabei nahm der Flugverkehr gerade mal um 0,8 Flugbewegungen pro Betriebsstunde zu.»

Nicht von der Hand zu weisen sind indes die gesteigerten Flugbewegungen, die bevorstehen. Im Budget 2012 veranschlagt der Flughafen Bern-Belp 69'000 Flüge (267'ooo Passagiere). Im Jahr 2011 betrug das Total der Flugbewegungen noch 62'000 bei 185'000 beförderten Passagieren.

Umstrittener Flughafenbus fährt ab Sonntag

Ebenfalls am Sonntag geht der neue Flughafenbus in Betrieb. Neu verkehren die Shuttles nicht mehr stündlich ab dem Berner Bahnhof, sondern alle 20 Minuten ab dem S-Bahnhof Belp. Zahlreiche «Bund»-Leser hatten sich über die Neuerung wenig erfreut gezeigt: Das Umsteigen sei zu umständlich, wurde moniert. Auch Bern Tourismus hatte Bedenken angemeldet.

Jene Kritiker sucht Steffen zu beruhigen: «Bei der neuen Anbindung an den Flughafen handelt es sich um einen Versuchsbetrieb», sagt er. Die Variantenprüfung geschieht im Auftrag der kantonalen Verkehrsdirektion. Ob die neue Anbindung zukunftsträchtig ist, werden am Ende die Passagierzahlen entscheiden.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.03.2012, 15:34 Uhr

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14 Kommentare

Hans Ruedi Meyer

23.03.2012, 16:17 Uhr
Melden 14 Empfehlung 0

Für uns Banker wäre es jetzt sowieso an der zeit einen massiven Ausbau des Flughafens zu fordern damit wir in Zukunft die meisten Destinationen direkt von Bern aus erreichen können, ohne den Umweg über Zürich machen zu müssen! Antworten


Marcia Tegel

23.03.2012, 23:58 Uhr
Melden 4 Empfehlung 0

Das mit dem Umsteigen in Belp ist sehr Kundenunfreundlich und nicht für Jeden geeignet. Jetzt muss man mit Gepäck 2x Umsteigen und Schleppen (Tram auf Zug und vom Zug auf Shuttle). Bahnhof Belp ist mit Gepäck ein Horror: Treppe ab und auf.
Alternative: Taxi für CHF 60. Ist jetzt wieder billiger und einfacher um ab Zürich zu fliegen. Bern-Belp verliert mich ab jetzt als gute Kunde (30x/Jahr)
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