Aussprache zu Spital Zweisimmen «ohne Ergebnis»

Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud traf wegen der Schliessung der Geburtshilfe eine Grossrats-Delegation.

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Im Juni entschied die Spital STS AG, dass das Spital Zweisimmen die Geburtshilfe einstellen muss. Dieser Entscheid des Verwaltungsrats der Spitalgruppe sorgt im Oberland für Protest. Am Donnerstag hat Gesundheits- und Fürsorgedirektor Philippe Perrenoud (SP) jetzt eine Delegation aus dem Simmental zur «Aussprache» getroffen. Daran teilgenommen haben die Grossräte Anne Speiser-Niess (SVP, Zweisimmen) Thomas Knutti (SVP, Weissenburg), Hans-Jörg Pfister (FDP, Zweisimmen) und Christian von Känel (SVP, Lenk) sowie zwei Vertreter der ­Gemeinde Zweisimmen.

Von der Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) hiess es am Freitag, die Gesprächspartner hätten sich in ihren Positionen nicht annähern können. Grossrätin Speiser-Niess gab zu Protokoll, das Gespräch habe kein Ergebnis gebracht. «Es ist nichts Neues herausgekommen», sagte sie auf Anfrage. Sie sei empört darüber, dass die GEF der Spital STS AG und ihrem Verwaltungsrat vertraue, um die offenen Fragen nach der Schliessung der Geburtshilfe zu klären. Beispielsweise sei nicht geklärt, wer die Verantwortung trage, wenn es eine schwangere Frau ­wegen Komplikationen nicht zur Versorgung ins Spital Thun schaffe. Es gebe keine innovativen Ideen, damit die Region nicht ganz von der Geburtshilfe ­abgeschnitten werde.

Laut der von seiner Direktion gestern versandten Medienmitteilung hat Regierungsrat Perrenoud am Gespräch dem Verwaltungsrat der Spitalunternehmung in Thun sein Vertrauen ausgesprochen. Dessen Entscheid gefährde die Grundversorgung nicht. Die STS AG will die Geburten aus dem Saanenland und Simmental ab April 2015 in Thun durchführen. Das Spital in Zweisimmen wird durch einen Neubau ersetzt, in welchem eine integrierte Versorgung mit Hausarztpraxen, Akutversorgung und Alterswohnen vorgesehen ist. Gynäkologie und eine reduzierte Chirurgie sollen erhalten bleiben. (Der Bund)

Erstellt: 09.08.2014, 10:02 Uhr

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