Bern

15-Minuten-Takt bleibt ein Könizer Zukunftstraum

Von Marc Lettau. Aktualisiert am 12.04.2012

Tram-Skeptiker werben für einen dichteren S-Bahn-Fahrplan zwischen Schwarzenburg und Bern. Doch umsetzen lässt sich diese Idee kurzfristig nicht.

Ein dichterer Fahrplan der S-Bahn zwischen Schwarzenburg und Bern ist vor 2025 kein Thema.

Ein dichterer Fahrplan der S-Bahn zwischen Schwarzenburg und Bern ist vor 2025 kein Thema.
Bild: Peter Schneider

In Köniz zählen die bürgerlichen Parteien BDP, SVP und FDP zu den Tram-Skeptikern: Sie begegnen dem Projekt Tram Region Bern ziemlich reserviert. Dafür haben die drei Parteien ein Herz für die S-Bahn. Ihnen schwebt vor, die S6 zwischen Schwarzenburg und Bern vom Halbstunden- auf den Viertelstundentakt auszubauen. So könne eine umweltfreundliche Entwicklung begünstigt werden. Ein tramkritisches Argument schieben die bürgerlichen Parteien nach: Mit einer derart ausgebauten S-Bahn brauche es das Tram Region Bern nicht.

Werde die ausgebaute S-Bahn zusammen mit den heutigen Buslinien 10 und 17 betrieben, sei das besser, als die beiden Buslinien durch das Tram zu ersetzen. Das Wort Tram nehmen die drei Parteien allerdings nicht in den Mund, sondern sprechen von einem «weniger flexiblen schienengestützten Verkehrsträger».

Vor 2025 kein Thema

BDP, SVP und FDP wollten ausgehend von ihren Überlegungen vom Könizer Gemeinderat wissen, ob denn dem Ausbau der S-Bahn überhaupt etwas im Weg stünde. In seiner nun vorliegenden Antwort macht der Gemeinderat den Fragestellern wenig Hoffnung: Vor dem Jahr 2025 sei mit dem Ausbau auf den Viertelstundentakt nicht zu rechnen. Dem raschen Ausbau stehe die heute bereits hohe Auslastung der Gleise entgegen. Ausser in Spitzenzeiten seien im Bahnhof Bern keine Trassees für Zusatzzüge verfügbar. Der Güterverkehr müsse ja auch noch abgewickelt werden können.

Aber auch ausserhalb des Bahnhofs Bern seien der angeregte dichtere Fahrplan und die erhofften kürzeren Fahrzeiten allein mit organisatorischen Massnahmen nicht zu erreichen: Auf der Linie Schwarzenburg–Bern gebe es zu wenig Kreuzungsstellen. Eine Verbesserung sei hingegen recht rasch zu erwarten: Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 dürften auf dem Berner S-Bahn-Netz erste Doppelstockzüge verkehren. Ab Dezember 2014 dürfte dies sogar die Regel sein. Damit erhöhe sich die Transportkapazität spürbar.

«Nicht zielführend»

Spürbar unzufrieden ist die Könizer Behörde, dass BDP, SVP und FDP ihre Fragen quasi als Gegenvorschlag zum Projekt Tram Region Bern verstanden haben wollen: «Der angeregte Lösungsansatz, auf der Linie S6 möglichst rasch den Viertelstundentakt einzuführen, um damit die prognostizierte Verkehrszunahme im Korridor Köniz/Liebefeld–Bern ohne Tramlinie auffangen zu können, ist nicht zielführend.» Köniz strebe eine Siedlungsentwicklung nach innen an. So gesehen führe nichts am Tram auf der Linie 10 vorbei.

Dem Parlament rät der Gemeinderat, das in dieser Sache eingereichte Postulat an seiner nächsten Sitzung als erledigt ad acta zu legen. (Der Bund)

Erstellt: 12.04.2012, 06:44 Uhr

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