Bern

Zweite Tramachse stösst auf breite Zustimmung

Von Simon Thönen. Aktualisiert am 02.05.2012 14 Kommentare

Von links bis rechts: Die Pläne für eine zweite Tramachse durch die Stadt Bern finden breite Zustimmung. Doch der Teufel dürfte im Detail stecken.

Die zweite Tramachse – rot eingezeichnet – mit den geplanten Haltestellen.

Die zweite Tramachse – rot eingezeichnet – mit den geplanten Haltestellen.
Bild: Bund-Grafik, kmh, san

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Mit einer zweiten Tramachse soll der Tramverkehr in den Hauptgassen reduziert werden – womit sich indirekt die Chancen des geplanten 10er-Trams von Köniz nach Ostermundigen in der Volksabstimmung verbessern sollen. Die ersten Reaktionen auf die gestern vorgestellte neue Tramachse dürften die Verantwortlichen zuversichtlich stimmen – sie wird von links bis rechts gelobt.

Das Grüne Bündnis (GB) und der VCS begrüssen die ausgewählte Route durch die nördliche Altstadt ebenso wie die FDP. Die Stadtberner FDP stand dem 10er-Tram bisher sehr skeptisch gegenüber. Mit der vorgestellten neuen Tramachse werde «nun auf eine der zentralen Forderungen der FDP zur Realisierung von Tram Region Bern eingegangen», lobt die Partei. Die Verantwortlichen hätten nun auch Varianten geprüft, die bisher «als Hirngespinste abgetan wurden», als die FDP sie vorgeschlagen habe.

Zeitpunkt des Baubeginns noch unklar

Auch SVP-Fraktionschef Roland Jakob betont, seine Partei und die FDP hätten die nun ausgewählte Tramachse vorgeschlagen. «Es ist zum Belächeln, wenn die Stadt die Lösung jetzt auf die eigene Fahne schreibt», sagt er auf Anfrage. Allerdings bleibt die Rechte dennoch reserviert. Noch sei nicht klar, wann mit dem Bau der zweiten Achse begonnen werde, kritisiert die FDP. Dies sei aber eine «zwingende Voraussetzung» für ein Ja zum 10er-Tram.

GB und VCS auf der anderen Seite fordern, dass zugunsten der Tramachse der Autoverkehr zwischen Bollwerk und Bubenbergplatz reduziert wird.

Tunnel-Befürworter hoffen

Die bürgerliche Vereinigung Entente Bernoise begrüsst die neue Tramachse ebenfalls. Für später rechnet man sich aber Chancen für die eigene Lieblingsvariante aus: eine unterirdische Tramstrecke unter der Altstadt. Die Verantwortlichen hätten diese «leichtfertig als zu teuer und chancenlos verworfen», sagt Willi Fischer von der Entente.

Die Könizer Gemeinderätin Katrin Sedlmayer (SP) begrüsst persönlich die gewählte Route. Sie habe Verständnis für den Wunsch der Berner nach einer zweiten Tramachse, sagt sie.

(Der Bund)

Erstellt: 01.05.2012, 13:57 Uhr

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14 Kommentare

Rudolf Steiner

01.05.2012, 13:31 Uhr
Melden 11 Empfehlung 0

Vielleicht wäre es mal nötig, etwas weiter zu denken. 3 von 4 Tramlinien fahren praktisch dieselbe Strecke, Brunnadernstr. bis KV. Wieso muss man mit jeder Linie zwingend zum Bahnhof fahren können? Und: Eine unterirdische Streckenführung und eine echte Fussgängerzone in den Hauptgassen würde die Stadt immens aufwerten. Wieso die Geschäfte dies nicht begreifen bleibt mir ein Rätsel. Antworten


Philippe Calle

01.05.2012, 11:25 Uhr
Melden 7 Empfehlung 1

Die Trasse Effingerstrasse, Bundesgasse, Kochergasse wäre aus technischer Sicht viel einfacher und effizienter zu gestalten (breitere Gassen, grössere Kurvenradien, bestehendes Gleis zwischen Christofelgasse und Bubenbergplatz usw.). Das Bundeshaus wird wohl kaum durch einen Tramverkehr gestört. Antworten



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