Bern

Zweite Tramachse kommt erst später

Aktualisiert am 19.03.2012 1 Kommentar

Die Planer von Tram Region Bern ziehen nach der Anhörung eine positive Bilanz. Kritik gibt es nach wie vor zur Linienführung – während die zweite Tramachse durch die Innenstadt nicht gleichzeitig mit dem Tram Region Bern realisiert werden kann.

Bis eine zweite Tramachse realisiert wäre, könnte der Zwölferbus vorübergehend nicht mehr durch Spital- und Marktgasse fahren.

Bis eine zweite Tramachse realisiert wäre, könnte der Zwölferbus vorübergehend nicht mehr durch Spital- und Marktgasse fahren.
Bild: Adrian Moser

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Die Planer der neuen Tramlinie von Köniz nach Ostermundigen fühlen sich in ihrer Arbeit bestätigt: Das Vorprojekt von Tram Region Bern ist in der Anhörung auf überwiegend positives Echo gestossen. Der Teufel liegt allerdings im Detail.

Das machten die kantonale Baudirektorin Barbara Egger und Bernmobil-Chef René Schmied am Montag vor den Medien deutlich. So bleibt offen, ob das Tram wirklich bis Schliern geführt werden soll oder nur bis Köniz. Die Bevölkerung von Schliern müsste dann zum Beispiel auf einen Shuttlebus umsteigen.

Bäume müssten weg

Auf ein gemischtes Echo stiess auch die Linienführung im Osten von Bern. So wurde vorgeschlagen, das Tram über den Guisanplatz nach Ostermundigen zu leiten anstatt über den Rosengarten. Der TCS etwa machte geltend, schliesslich gehöre die beanspruchte Strecke zwischen Viktoriaplatz und Schosshaldenfriedhof zum Basisnetz des privaten Verkehrs.

Zudem müssten für eine Tramlinie via Rosengarten Bäume gefällt werden, was in Bern traditionell für viel Gesprächsstoff sorgt. Die alternative Linienführung über den Guisanplatz kommt für die Planer aber weiterhin nicht in Frage, wie Regierungsrätin Egger deutlich machte.

Gegen Variante Guisanplatz

Diese Variante sei schon mehrmals geprüft und verworfen worden, sagte auch Bernmobil-Chef Schmied. Erstens ergäbe sich eine nutzlose Doppelerschliessung des Breitenrainquartiers, zweitens würde der Knoten Guisanplatz über Gebühr beansprucht, drittens bräuchte es eine teure neue Autobahnüberquerung.

Und viertens würden die vielen Wohn- und Arbeitsplätze zwischen Vikoriaplatz und Rosengarten sowie entlang der Ostermundigenstrasse von der Tramlinie abgehängt, ergänzte Schmied. Genau das wolle man nicht.

Eine breite Zustimmung zum Projekt ist wichtig, weil das Tram Region Bern voraussichtlich 2014 in allen drei Standortgemeinden eine Volksabstimmung bestehen muss. Die vielen Anregungen in den insgesamt 140 Eingaben sollen deshalb bei der Bauprojektierung der nächsten beiden Jahre möglichst eingebunden werden - «auch wenn wir es nie allen Recht machen können», wie Baudirektorin Egger sagte.

Zweite Tramachse durch Bern erst später

Kaum bestritten wird das Projekt offenbar in Ostermundigen, währenddem in Bern nebst der Linienführung noch eine zweite grosse Frage offen ist: Wie kann die Innenstadt noch eine weitere Tramlinie verkraften?

Egger stellte vor den Medien erneut klar, dass die angestrebte zweite Tramachse durch Bern zwar wünschenswert ist, aber nicht gleichzeitig mit dem Tram Region Bern realisiert werden kann - sondern erst später. Das Projekt der zweiten Tramachse sei schliesslich deutlich weniger weit gediehen.

Um den Erfolg der Abstimmung in Bern nicht zu gefährden, werden die Planer den Stimmberechtigten andere valable Vorschläge machen müssen. Denkbar ist laut Schmied zum Beispiel, dass der Zwölferbus vorübergehend nicht mehr durch Spital- und Marktgasse fährt, sondern den Weg des heutigen Zehnerbusses durch die Innenstadt übernimmt.

Bei allen offenen Fragen bleibe die grundsätzliche Zustimmung der überwiegenden Mehrheit zum Tram-Projekt erfreulich, betonte Baudirektorin Egger. Dass die heutige Buslinie 10 überlastet sei und deshalb Handlungsbedarf bestehe, sei schliesslich unbestritten. (bs/sda)

Erstellt: 19.03.2012, 11:10 Uhr

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1 Kommentar

Peter Müller

20.03.2012, 08:56 Uhr
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Keine zweite Tramachse heisst kein Tram Region Bern. Dass Frau Egger dies nicht begreift ist sehr traurig. Das Stadtberner Stimmvolk wird einem solch unausgegorenen und fehlerhaften Projekt niemals zustimmen. Dabei wäre die Lösung so einfach. Antworten



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