Bern

Zwei besonders teure Tramkilometer

Von Adrian M. Moser. Aktualisiert am 03.05.2012 2 Kommentare

Die zweite Achse ist teurer als die anderen Tramprojekte – der «hochkomplexen Situationen» wegen.

Hat pro Kilometer bloss 22,5 Millionen Franken gekostet: Das Tram Bern West. Die neue Tramachse wird voraussichtlich fast das doppelte kosten.

Hat pro Kilometer bloss 22,5 Millionen Franken gekostet: Das Tram Bern West. Die neue Tramachse wird voraussichtlich fast das doppelte kosten.
Bild: Manuel Zingg

Der Vergleich mit dem Tram Bern-West und dem Tram Region Bern zeigt: Die beiden Kilometer der zweite Tramachse durch die Berner Innenstadt werden zwei besonders teure. Das Tram Bern-West kostete für 6,8 Kilometer 152,8 Millionen Franken (22,5 Millionen pro Kilometer) – und war damit ausgesprochen günstig.

Das Tram Region Bern kostet inklusive sehr teurer Teilstücke wie des Tunnels auf die Rüti in Ostermundigen für 13 Kilometer voraussichtlich 550 Millionen – 42,3 Millionen pro Kilometer. Für die knapp 2 Kilometer lange zweite Achse durch die Innenstadt sollen es rund 110 Millionen sein – das macht mehr als 50 Millionen Franken pro Kilometer.

Werkleitungen und denkmalpflegerische Aspekte

Der Berner Verkehrsplaner Hugo Staub begründet dies vor allem mit der hohen Dichte an Werkleitungen im Boden. «Bedingt durch die historische Bebauung, müssen die Leitungen in Bern seit Jahrzehnten auf sehr engem Raum verlegt werden», sagt er. Deshalb seien «hochkomplexe Situationen» entstanden.

So gebe es zum Beispiel beim Bollwerk Stellen, wo das Trottoir gleichzeitig der Deckel eines Werkleitungskanals sei. Oder andere, wo heute die Häuser links und rechts der Strasse von einer einzigen Leitung in der Strassenmitte bedient werden – hier werde es künftig zwei Leitungen brauchen, so Staub.

Ausserdem gelte es denkmalpflegerische Aspekte zu beachten. «Für die Haltestelle im Bereich des Stadttheaters zum Beispiel haben wir einen grösseren Betrag eingesetzt als für solche an anderen Stellen.» Am Ende sei es die Summe vieler derartiger Umstände, die die höheren Kosten für die zweite Tramachse ausmache, sagt Staub. (Der Bund)

Erstellt: 03.05.2012, 07:53 Uhr

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2 Kommentare

Adriano Granello

03.05.2012, 12:43 Uhr
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Dazu kämen zusätzlich spezielle Massnahmen gegen Erschütterungen im Bereich des Stadttheaters und zig Forderungen wegen des befürchteten Quietschens, störenden Fahrleitungen und so weiter und so fort. 'Kämen' deshalb, weil man in einigen Jahren hoffentlich doch noch rechtzeitig zur Einsicht kommt, dass es sich bisweilen lohnt, etwas weiter als bis zur nächsten Gasse hinaus zu denken und zu planen. Antworten


Jacqueline Gafner

03.05.2012, 18:59 Uhr
Melden 2 Empfehlung 0

Und da soll man nun glauben, dass diese zwei speziell teuren Kilometer durch den Bund und den Kanton Bern problemlos mitfinanziert und irgendwann tatsächlich gebaut werden? Die Stadtberner Bevölkerung wird jedenfalls gut daran tun, dem Tram Region Bern, wenn überhaupt, erst zuzustimmen, wenn verbindlich feststeht, wie und wann der Hauptgassenzug der Altstadt konkret von der Tramwand befreit wird. Antworten



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