Bern
YB geht in der Fan-Debatte in die Offensive
Von Matthias Ryffel. Aktualisiert am 06.02.2012
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Die grosszügige Fensterfront im Führungszentrum im vierten Stock des Stade de Suisse bietet freien Blick auf das ganze Stadion. In der Ostkurve durchkämmt drei Stunden vor Spielanpfiff eine Kette giftgrün gekleideter Stewards die Ränge. Sie suchen nach Pyrofackeln oder andern Gegenständen, welche Fans bereits vor Spielbeginn ins Stadion geschmuggelt haben könnten. Am Tag des ersten Rückrundenspiels gewährt der BSC YB Medienvertretern Einblick in seine Sicherheitsstrukturen. YB will die Öffentlichkeit für den Aufwand sensibilisieren, den der Klub punkto Sicherheit betreibt. «Wir merken, dass darüber wenig Wissen vorhanden ist», sagt YB-Sprecher Albert Staudenmann.
238 Leute im Einsatz
Am Briefing des Sicherheitsdienstes instruiert der Einsatzverantwortliche Bernhard Blaser vor dem Spiel die Chefs der einzelnen Bereiche: Er erwartet rund 9000 Fans, darunter 100 bis 250 Auswärtsgäste. «20 bis 30 von ihnen könnten Probleme machen», sagt er. Um einen reibungslosen Spieltag zu gewährleisten, stehen 238 Leute im Einsatz. Das Gros davon sind Stewards, die Tickets kontrollieren und Decken gegen die eisige Kälte austeilen. An den Eingängen stehen aber wie gewohnt auch Sicherheitsleute in Vollmontur.
«In die Erziehung investieren»
Ein Communiqué, das Staudenmann austeilt, beziffert die Sicherheitskosten des Klubs im Jahr 2011 mit 2,84 Millionen Franken. Sie flossen zum grössten Teil in die Security, wurden aber auch für Fanarbeit, bauliche Massnahmen oder Beiträge an Polizeieinsätze ausgegeben. Sicherheitschef Hans Harnisch sagt: «Die Gesellschaft muss den Beitrag, den wir leisten, anerkennen.» In Bern habe sich die Situation in und um das Stadion in den letzten Jahren verbessert.
Mit der Verschärfung des Hooligan-Konkordats, welche vergangene Woche von der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren beschlossen worden ist, hat der Druck auf die Fussballvereine zugenommen (siehe «Bund» vom Freitag). Ist die PR-Offensive der Berner Young Boys nun als Reaktion darauf zu deuten? Staudenmann verneint. YB reagiere damit nicht auf Druck von aussen. «Ohnehin ist das revidierte Konkordat noch keineswegs in Stein gemeisselt», sagt er.
Sicherheitschef Harnisch sieht der drohenden Verschärfung relativ gelassen entgegen: «Die Massnahmen des Konkordats würden uns wohl nicht allzu sehr schmerzen.» YB sei im Sicherheitsbereich ohnehin vorne mit dabei. Der Klub übernehme Verantwortung, sagt Harnisch. Er sei der Meinung, auch die Gesellschaft müsse dies tun: «Sie muss verstärkt in die Erziehung dieser jungen Leute investieren.» (Der Bund)
Erstellt: 06.02.2012, 07:09 Uhr
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