Wirbel um «Islam-Seminar» in Bern
Von Philipp Schori. Aktualisiert am 10.02.2012 2 Kommentare
Daniel Zingg. (Bild: Adrian Moser)
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Extreme Salafisten am Samstag in Bern? Davor graute dem Komitee «Gegen die strategische Islamisierung der Schweiz». Daniel Zingg, der Sprecher des Komitees, gelangte daher an die Medien. Die vier eingeladenen Redner würden aus Deutschland stammen und gälten dort als gefährlich; Werte wie Demokratie und Rechtsstaat seien für sie Fremdworte.
Über die vier Redner gibt es kaum gesichertes Wissen: Gegen den einen soll die Schweiz eine Einreisesperre verhängt haben; ein anderer gehört den Salafisten an, einer muslimischen Sekte, und soll gemäss der «Zeit» wegen seiner Radikalität vom Verfassungsschutz beobachtet worden sein; zum militanten Teil der Szene gehöre er indes nicht.
«Referenten sind erkrankt»
Die Polizei müsse den Anlass in Bern verbieten, forderte Zingg. So weit kam es nicht, dennoch wurde der Anlass im Verlauf des Donnertags abgesagt.
Ein Organisator sagte gegenüber «TeleBärn», das «Islam-Seminar» vom Wochenende finde nicht statt: Alle vier Referenten seien erkrankt. Der Anlass hätte in einer sri-lankischen Moschee im Wyleregg stattfinden sollen. Gegenüber dem «Bund» wollten die Organisatoren aus dem Umfeld der «Vereinigung Islamische Jugend Schweiz» keine Stellung nehmen – mit dem Hinweis, sie mochten keine «TV stations». Das mediale Interesse war neu für die Vereinigung, die normalerweise Schwimmkurse für Frauen, Fussball- und Paintballturniere organisiert.
Kein «Islam-Seminar» in Bern: Damit war der Donnerstag ein guter Tag für Daniel Zingg vom «Anti-Islamisierungs-Komitee». Seinen antiislamischen Feldzug begann er mit dem Kampf gegen das Minarett in Langenthal. Das EDU-Mitglied achtet Muslime, wie er sagt; der Islam hingegen sei eine «gefährliche Ideologie». Trotz der Absage des Anlasses: Mit dem polizeilichen Vorgehen ist Zingg nicht zufrieden. Beim «Islam-Seminar» in Bern hätte es sich um einen öffentlichen Anlass gehandelt, der von der Polizei ohne weiteres hätte verboten werden können, so Zingg. Die Polizei indes sprach von einer «privaten Veranstaltung», die keine Bewilligung benötige. (Der Bund)
Erstellt: 10.02.2012, 07:07 Uhr
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