Bern
Wieder direkte Verbindung zum Flughafen
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Der Berner Flughafen ist klein, aber fein: Im knappsten Fall reichen 20 Minuten für das Check-in. Aber Bern hat keinen Flughafenbahnhof. Seit der direkte Flughafenbus ab Bern gestrichen wurde, rattern Fluggäste, die mit dem öffentlichen Verkehr anreisen, mit der S-Bahn nach Belp und steigen dort in einen Bus um. Ortskundige werden sich mit diesem Angebot zufriedengeben. Der Geschäftsmann oder die Touristin, die zwar weltgewandt, aber mit den Feinheiten des öffentlichen Nahverkehrs nicht sehr vertraut sind, kennen von ihren Reisen anderes: eine direkte Bahn ins Zentrum oder einen Shuttlebus zu ihrem Hotel.
Ein Quartett schafft Fakten
Ausgerechnet jetzt, wo am Flughafen Bern-Belp so viele Linienflieger wie noch nie verkehren, kann es nicht sein, dass sich der Bern-Ankömmling umständlich erkundigen muss, wie er in die Stadt gelangt. Das sagten sich zwei Hoteliers. Der eine, Michael Thomann, hat vor Jahresfrist den Schweizerhof mit 5-Stern-Luxus neu eröffnet und rollt seither anspruchsvollen Gästen auf jede erdenkliche Weise den roten Teppich aus. Patrick Scherrer vom Hotel Allegro bekommt im Kursaal in Bälde ein Kongresszentrum und will sein Etablissement verkehrsmässig besser anbinden.
Auch Gabriela Jones von Aaretal-Reisen und Marko Lang von Skywork Travel, auf Flugreisen ab Bern spezialisiert, möchten ihren Kunden die Reise ins Belpmoos erleichtern. Wer den ersten Schritt machte, ist nicht sicher zu eruieren: Jedenfalls brüteten die vier ein Shuttlebus-Angebot aus. Als Busunternehmer fanden sie Thomas Feer aus Langnau mit seiner 2011 gegründeten Firma Bus und Driver.
Seriöse Herren mit Krawatte
Und so zirkuliert ab Montag ein geräumiger Mercedes-Bus mit einschlägiger Beschriftung fahrplanmässig vom Schweizerhof via Allegro zum Flughafen und zurück. Aufgeklebte Bullaugen signalisieren, dass das Vehikel mit Fliegen zu tun hat. Ein zweiter Bus, der bald die Flotte ergänzen wird, soll über Ledersitze und einen Bildschirm im Innern verfügen. Im Fahrzeug werden Hotelgäste sitzen – aber auch Kunden der beiden Reisebüros. Da manche Strecken nicht von Skywork angeboten werden, sondern etwa von Helvetic, kommen auch deren Gäste in den Genuss. Am Steuer sitzen reife Herren mit Krawatte, die den Pendeldienst mit einer gewissen Noblesse versehen.
Laut den vier Partnern ist das Angebot ein erster Schritt. Der Betrieb sei ausbaufähig, etwa indem sich weitere Hotels anschlössen. In der Tourismusbranche löst der Shuttlebus eitel Freude aus: Es sei richtig, vom Gast her zu denken und ihm einfache, bequeme Lösungen anzubieten, heisst es, das bisherige Regime sei «suboptimal» gewesen. Auch beim Verband Bern-Hotels ist ein Shuttlebus seit Längerem auf der Traktandenliste.
Die moderaten Preise – 10 Franken einfach, 15 Franken retour – erinnern an den Bus von Taxi Blaser, der früher die Strecke Bahnhofplatz–Belpmoos befuhr. Als Bernmobil den direkten Flughafenbus einrichtete, war Schluss mit diesem Angebot. Pikant ist, dass der Shuttle-Unternehmer Teilzeit als Buschauffeur bei Bernmobil arbeitet – und jetzt gewissermassen privat das tut, was seine Firma bis im März öffentlich betrieb. Bernmobil sagt dem «Bund» dazu: «Sofern der Chauffeur nicht gegen arbeitsrechtliche Bedingungen verstösst, haben wir gegen diese Nebentätigkeit nichts einzuwenden.» (Der Bund)
Erstellt: 05.07.2012, 10:26 Uhr
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