Wahlsieg als Motivationsschub für die BDP
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Was die Signalwirkung der Berner Wahlen auf die Eidgenössischen Wahlen 2011 betrifft, bleibt Ladner aber vorsichtig.
«Ob die BDP wirklich auf dem Weg ist, ein nationaler Player zu werden, zeigt sich erst, wenn es ihr gelingt, über die Kantone Bern, Glarus und Graubünden hinaus erfolgreich zu sein», sagte der Politologe von der Universität Lausanne am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.
Das Resultat in Bern sei für die BDP aber eine solide Basis. «Die Partei hat gesehen, dass sie gewinnen kann und wie sie gewinnen kann.» Die Situation im Kanton Bern sei aber eine spezielle gewesen, da die Abspaltung zwischen der SVP und der BDP besonders heftig ausgetragen worden sei.
Alle Augen seien denn auch auf diesen Kampf gerichtet gewesen, sagte Ladner. «Die BDP hat der SVP aber gar nicht so stark geschadet.» Gelitten unter der neuen Konkurrenz habe vor allem die FDP mit neun Sitzverlusten.
Beunruhigendes Resultat für FDP
«Mit dem intensiven Wahlkampf der SVP und BDP alleine lässt sich der Verlust der FDP nicht erklären», sagte Ladner. Das Resultat führe den Trend der Wählerverluste bei der FDP fort. «Die FDP muss sich beunruhigen.»
Der Erfolg sei der BDP unter anderem gelungen, weil sie sich weniger dogmatisch und etwas grüner positioniert habe als die FDP, stellte Ladner fest. Sie habe etwa bei der FDP-Basis Vertreter des Kleingewerbes angesprochen.
Ladner räumte aber auch ein, dass die Partei noch kein klares Programm besitze und sich erst noch profilieren müsse. Bürgerlich orientierte Wähler könnten sich auch für die BDP entschieden haben, weil ihnen etwa die SVP zu extrem oder die FDP zu stark auf den Finanzplatz ausgerichtet sei, sagte Ladner.
Bestätigen kann die BDP den Erfolg schon in den nächsten Monaten: Ende Mai und Anfang Juni finden in Glarus und Graubünden die nächsten Parlamentswahlen statt. Entscheidend wird aber laut Ladner sein, ob sie sich auch in anderen Kantonen wie Aargau oder Zürich etablieren kann.
«Grosse» SP-Niederlage
Den Verlust der SP in Bern bezeichnete Ladner als «grosse Niederlage» - trotz Erfolg in den Regierungsratswahlen. «Der Kurswert einer Partei zeigt sich in Parlamentswahlen.» Da auch Wähler zur BDP abgewandert seien, müsse sich die Partei fragen, ob sie sich leicht stärker in die Mitte orientieren sollte. (sis/sda)
Erstellt: 29.03.2010, 16:10 Uhr
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