Bern
Und ewig brodelt es im Strahlenmeer
Zum Mitsingen am Montag: Alternativtexte zur Melodie
• von Kurt Winiger, Stein am Rhein:
Schweiz, in der wir leben heut’ / Heimat gibst du, Sicherheit / Schutz und Hilfe in der Not, Arbeit, Brot / Um dem Volk dies zu erhalten / Muss Vertrauen, Frieden walten / Ehrfurcht, Aufgeschlossenheit / Toleranz, Genügsamkeit / Lasst uns mutig weitersehn / Einig sein, zusammen stehn.
• von Markus Zimmermann, Kastanienbaum:
1) Wir im schönen Schweizerland / Knüpfen zwischen uns ein Band / Viele Sprachkulturen gehn Hand in Hand / Freiheit, Hort und Schutz der Lieben / Weltweit Einsatz für den Frieden / Dienen unserem Land zur Zier / Dienen unserem Land zur Zier / Grosser Schöpfer, Dank sei dir / Grosser Schöpfer, Ehr und Dank sei dir.
2) Toleranz von früh bis spät / Und auch Solidarität / Helfen, dass Gemeinschaft uns gut gerät / Anvertraut in unsere Hände / Sind Feld, Wald und Berggelände / Sie erfreuen unser Herz / Sie erfreuen unser Herz / Lasst uns schauen himmelwärts / Lasst uns dankbar schauen himmelwärts.
• von Markus Neurohr, Zürich:
1) Dich du schönes Schweizerland / Ehr ich als mein Heimatland / Dich Mutter Helvetia, Vaterland. / Ob der Alpenfirn sich rötet / Oder nachts ein Sturmwind wütet / Ahnst du diese grosse Kraft / Da ein Mensch nicht alles schafft / Hinter hocherhaben Hehrem / Hinter hocherhaben Schönem.
2) Heimat uns’rer Nation / Dank ich in der Region / Du Mutter Helvetia bist so schön / Du verbindest Nord und Süden / Friede finden Ost und Westen / In dir pocht Europas Herz / Einig Vielfalt heilt den Schmerz / Aller Minderheiten Seelen / Allen Völkern Frieden, Frieden.
• von Gerhart Wagner, Stettlen:
1) Kleines Land im grossen Kreis / Gib uns dein Geheimnis preis / Schweizerland, glückliches Herz der Welt / Deine Wälder, deine Seen / Deine Tiefen, deine Höhen / Städte, Dörfer allzumal / In den Bergen und im Tal / Hier wird uns die Welt zum Heim / Hier nur sind auf Erden wir daheim.
2) Weisses Kreuz im roten Feld / Uns als Mahnung hingestellt / Schweizerkreuz, bleibe uns hohes Ziel / Wenn die Geister sich entzünden / Lass uns immer wieder finden / Unsrer Ahnen hohen Sinn / Der da wirkt seit Anbeginn / Er nur bringt uns stets Gewinn / Er nur bringt uns allen allzeit Gewinn.
• von Rudolf Schürch, Wynigen:
Schweizer Eidgenossenschaft / Heimat mancher Völkerschaft / Froh im schönen Alpenland / Schweizerland / Dich, o Heimat, gilt es zu bewahren / Stets vor Nöten und Gefahren / Helfen, wo die Hilfe fehlt / Frieden fördern in der Welt / Treu das Rote Kreuz bestellt / Stolz aufs Schweizerkreuz in aller Welt.
Das Original: Mehr als nur ein Wetterbericht?
Die beiden ersten der vier Strophen des Schweizerpsalms:
1) Trittst im Morgenrot daher / Seh’ ich dich im Strahlenmeer / Dich, du Hocherhabener, Herrlicher / Wenn der Alpenfirn sich rötet / Betet, freie Schweizer, betet / Eure fromme Seele ahnt / Eure fromme Seele ahnt / Gott im hehren Vaterland / Gott im hehren Vaterland.
2) Kommst im Abendglühn daher / Find’ ich dich im Sternenheer / Dich, du Menschenfreundlicher, Liebender / In des Himmels lichten Räumen / Kann ich froh und selig träumen / Denn die fromme Seele ahnt / Denn die fromme Seele ahnt / Gott im hehren Vaterland / Gott im hehren Vaterland.
Artikel zum Thema
Seit langem sei er, «wie viele andere Schweizer», unglücklich über den Text des Schweizerpsalms. Die Melodie wirke bei besonderen Anlässen zwar identitätsstiftend, der Text aber sei «mehr als problematisch». Dies sagt der pensionierte Gymnasiumsrektor Gerhart Wagner. Die Liedzeilen täuschten eine allgemeine Frömmigkeit der Schweizer vor, die es längst nicht mehr gebe. Aber auch aus religiöser Sicht sei der Text nicht haltbar, wie ihm von berufener Stelle versichert worden sei. Deshalb könne sich, «streng genommen», weder der Gläubige noch der Ungläubige damit identifizieren.
Wagner kritisiert nicht nur. Vor einigen Jahren hat er, wie viele andere auch, selber Verse geschmiedet. Das war damals, als die Bolliger Nationalrätin Margret Kiener Nellen den Bundesrat in einer Motion aufforderte, für eine neue, zeitgemässe Landeshymne zu sorgen. Weil es für ihren 2004 eingereichten Vorstoss nicht gut aussah, zog sie ihn zurück. Das Anliegen gelangte in eine Kommission, wo es schliesslich mit einem knappen Entscheid beerdigt wurde. Auch Kiener Nellen kritisierte vor allem den Text - «den Schwulst und das Pathos des 19. Jahrhunderts», «das patriarchale, nationale Gottesbild», «die Gebetsartigkeit» und «das ausschliessliche Ansprechen der Männer».
Der Bundesrat hatte den Schweizerpsalm 1961 provisorisch und 1981 definitiv als offizielle Landeshymne bezeichnet. Kiener Nellens Motion empfahl der Bundesrat zur Ablehnung: «Trotz gewisser Mängel» sei der Schweizerpsalm dank seiner Bekanntheit «eine würdige Landeshymne». Kiener Nellen empfindet den Text nach wie vor als «einfach blöd und veraltet». Eine ihrer Bekannten habe einmal gesagt, wenn man aus dem Schweizerpsalm den lieben Gott entferne, bleibe bloss noch ein Wetterbericht zurück. Als sich Kiener Nellen für eine neue Landeshymne einsetzte, sind ihr zahlreiche Kompositionen und Texte zugestellt worden, ein paar davon hat sie dem «Bund» freundlicherweise zur Verfügung gestellt (siehe Box links). Auch wenn derzeit keine Hoffnung auf rasche Besserung bestehe, so gebe es doch «eingefleischte Kritiker», die nach wie vor auf eine neue Hymne hofften.
Im Worblental scheint die Kritikerdichte besonders gross zu sein. Vor einem Jahr hat sich in einer Ansprache zum 1. August auch der Stettler Pfarrer Christoph Jungen zum Schweizerpsalm geäussert - auf dessen Aussagen bezieht sich Gerhart Wagner, der ebenfalls in Stettlen wohnt. Weil er Mühe habe mit dieser Hymne, singe er, wie viele andere auch, «nicht nur aus Unkenntnis des Textes ‹na, na, na›», sagte Jungen damals. Gestern bestätigte er seine Kritik: Der Text vermöge nicht zu befriedigen - wie man ihn auch betrachte. Es komme darin eine Frömmigkeit zum Ausdruck, die gerade aus biblisch-theologischer Sicht sehr befremdend sei. Selbst konservativen Menschen falle es zunehmend schwer, dieses Lied noch aus vollem Herzen zu singen, sagt Jungen. Selber könne er sich damit nicht identifizieren. Der Text berühre ihn nur noch peinlich.
Margret Kiener Nellen hatte in ihrer Motion geschrieben, es sei überfällig, «für unser Land eine Hymne zu verfassen, die unserer Zeit, unserer Zukunftsperspektive sowie dem aus der Geschichte Gelernten entspricht». Doch etwas Neues zu schaffen, ist nicht einfach. Bereits zwischen 1961 und 1981, als der Schweizerpsalm noch als provisorisch eingestuft war, wurden dafür viele Versuche unternommen. Doch ihnen blieb der Erfolg versagt. «Es zeigte sich», schrieb der Bundesrat, «dass kein anderer Vorschlag so viele Stimmen auf sich vereinigen konnte wie der Schweizerpsalm.»
Wie die anderen Autoren hat auch Gerhart Wagner seinen Text der Zeit angepasst. Die Beziehung der Schweiz zur Welt kommt bereits in den ersten Zeilen zum Ausdruck. Die Schweiz als «glückliches Herz der Welt» zu bezeichnen, sei womöglich etwas «frech», räumt er ein. «Aber eine Hymne darf oder muss sogar etwas plakativ sein», sagt er. Und es sei durchaus angebracht, auf die Schweiz stolz zu sein - wenn die Dankbarkeit mitgemeint sei. Für die Beschreibung der Landschaft habe er sich übrigens durch das norwegische Vaterlandslied anregen lassen. Wagner hofft, die Diskussion um den Schweizerpsalm komme wieder in Gang. Und er hofft auf eine neue Hymne - «auf eine, die länger als 50 Jahre Bestand haben wird». (Der Bund)
Erstellt: 30.07.2011, 11:25 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
Bern
- 07:44Ohne Ausländer verlöre die Stadt Bern zwei Grossratssitze
- 13:00Am Ende durch den «Hexenkessel»
- 11:41Winterdach über «Strämu» ruft Komitees auf den Plan
- 10:44Kommentar: Wenn die Stadt für die Reichen baut
- 09:45Tibet-Demo – aber nicht auf dem Bundesplatz
- 09:29«Mit diesem Bau leistet die Stadt der Gentrifizierung in der Lorraine Vorschub»
Jetzt wechseln und sparen
Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.
BLS Schifffahrt Berner Oberland
Auf Deck scheint die Sonne am längsten.
Was gibt es Schöneres als die wohlverdienten Feierabendstunden auf dem Thunersee zu verbringen?

Bitte warten



























