Bern
Und dann gabs noch Tabakglace
Von Adrian Sulc. Aktualisiert am 13.02.2012 1 Kommentar
Die Rechnung, bitte
Karte und Preise: Mittagsmenüs Fr. 18.- und 19.-, abends drei Gänge Fr. 59.-, vier Gänge Fr. 71.-, fünf Gänge Fr. 83.-, sechs Gänge Fr. 94.-, zudem A-la-carte-Auswahl. Alle Gerichte auch zum Mitnehmen. Grosse Weinkarte mit guter Monatsweinauswahl.
Kundschaft: In den Eröffnungstagen vorwiegend neugierige Quartierbewohner und Bekannte des Wirteduos.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 11 bis 14.30 und 18 bis 23 Uhr und Samstag, 18 bis 0 Uhr.
Adresse: Restaurant Goût, Neufeldstrasse 32, 3012 Bern, Tel. 031 301 68 60, www.restaurant-gout.ch.
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Es ist eine dieser Überrumpelungen der positiven Art: Kaum sind die Gäste vom jungen Wirt begrüsst und zum Tisch gebracht, trifft der «Gruss aus der Küche» ein. Gibt es hier gar keine Menükarte? Wenigstens eine Weinkarte? Was wird uns der Spass kosten? Doch dann zieht das Amuse-Bouche auf dem Teller die ganze Aufmerksamkeit auf sich: eine Scheibe Kalbsterrine, bei der dünn geschnittene Kalbfleischtranchen die Aussenwand bilden und pürierte Tomaten den Inhalt. Und danach gibt es auch eine Speisekarte.
Es ist eines der hässlichsten Gebäude in der Berner Länggasse, der Betonklotz, in welchem sich das Restaurant Gôut befindet. Doch die Standortwahl ist kein unglücklicher Zufall, sondern quasi familiär bedingt: Neben dem Lokal liegt die Metzgerei Lehmann, und der Wirt Sandro Lehmann ist der Sohn des Metzgermeisters Daniel Lehmann, der bis letztes Jahr auch das Vorgängerlokal führte. Wie der Chef de Cuisine Domenic Spycher hat auch der Chef de Service Sandro Lehmann seine Sporen bei renommierten Restaurants abverdient – seit Anfang Monat sind die beiden nun ihre eigenen Chefs.
Keine Mikro-Häppchen
Jeden Abend planen die beiden ein sechsgängiges Menu, das man aber auch als Dreier-, Vierer- oder Fünferkombination bestellen kann. Heute geht es los mit einem Salat mit feinen Artischockenchips und beim Gegenüber mit einem grünen Papayasalat mit zwei gebratenen Seezungenfilets. Im schlichten Lokal breitet sich dank der Holztische, der graublau getünchten Holzstühle und den Kerzen Gemütlichkeit aus. Zum Hauptgang gibt es eine Tranche vom Côte de Bœuf (ein gebratenes Stück aus der Hochrippe), flankiert von Kartoffelstock und etwas Marktgemüse – inklusive einem japanischen Gewächs zwischen Rüebli und Kohlrabi. Das Rind ist durchzogen, dadurch aber saftig. Der zugehörige Bratenjus ist leider etwas knapp bemessen, der Chef de Cuisine bringt auf Wunsch Nachschub.
Auch beim anderen Hauptgang wird klar: Das Gôut serviert trotz des Gourmet-Anspruchs keine Mikro-Häppchen, sondern währschafte Portionen. Denn auch das «Beste vom geschmorten Lamm» ist grosszügig bemessen. Und es schmeckt grossartig, ebenso wie die zugehörige, mit Kräutern versetzte Polenta.
Was auf dem Menü lediglich als «Zartbitterer Schokoladenkuchen» angekündigt ist, entpuppt sich als Dessert-Feuerwerk: Neben dem köstlichen Kuchen gibt es filetierte Zitrusfrüchte und eine Kugel, die Lehmann doch tatsächlich als hausgemachte Tabakglace ankündigt. Die Feinheit des Geschmacks lässt staunen – ebenso wie der scharfe Abgang der cremigen Glace. (Der Bund)
Erstellt: 11.02.2012, 21:21 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
1 Kommentar
Bern
- 06:43Tschäppät will Clubs zur Kasse bitten
- 17:38Stadt wehrt sich gegen Vorwürfe der«Tanz dich frei»-Organisatoren
- 17:17Verteidiger fordert Freispruch für Bordellchef
- 15:16Der Schulversuch ist nur offiziell das grosse Übel
- 14:35«Vollkapitalisierung ist nicht nötig»
- 14:01Berner Qin-Ausstellung knackt 100'000er-Besuchermarke
Jetzt wechseln und sparen
Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.
Flugpreise vergleichen
Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.
Abopreise vergleichen
Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.

Bitte warten



























