Tankerä einen Schritt weiter

Der Jugendraum an der Nägeligasse erhält Unterstützung von der zuständigen Stadtratskommission. Ob die Anwohner opponieren, entscheidet sich am Mittwochabend.

Hier soll ein Jugendraum entstehen: Blick auf das Gebäude an der Nägeligasse. (Archiv)

Hier soll ein Jugendraum entstehen: Blick auf das Gebäude an der Nägeligasse. (Archiv) Bild: Valérie Chételat

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An der Nägeligasse einen Jugendclub einrichten: Das will die Stadt schon lange. Nun nimmt der Jugendraum Tankerä den nächsten Schritt. Die Kommission für Bildung, Soziales und Kultur (SBK) hat einem Kredit für das Projekt in der Vorberatung einstimmig gutgeheissen. 1,95 Millionen Franken soll die Stadt Bern bewilligen, um aus dem ehemaligen Quartier der Sanitätspolizei an der Nägeligasse die Tankerä für Jugendliche von 16 bis 20 Jahren zu machen. Nun kommt die Vorlage in den Stadtrat.

Der Jugendraum entspreche einem grossen Bedürfnis der Jugendlichen der Stadt Bern, schreibt die SBK in einer Mitteilung vom Dienstag. Mit dem Projekt könne der stetig steigenden Nachfrage nach bezahlbaren Ausgehmöglichkeiten für Jugendliche in überzeugender Weise begegnet werden, schreibt die SBK weiter.

Der Jugendclub soll an den Wochenenden primär für Partys und Konzerte genutzt werden, mit Öffnungszeiten bis fünf Uhr morgens. Unter der Woche und an Sonntagen stehen die Räumlichkeiten für weitere kulturelle Veranstaltungen, Kurse und als Buvette zur Verfügung.

Idee aus 2013

Die Idee eines Jugendraums an der Nägeligasse brachten Reto Nause und der damalige Stadtpräsident Alexander Tschäppät erstmals 2013 im Zuge der Diskussion um ein städtisches Konzept für das Berner Nachtleben auf.

Danach dauerte es bis vergangenen Dezember, bis das Jugendamt und interessierte Jugendliche ein Betriebskonzept erarbeitet hatten und der Verein Tankerä gegründet wurde. Im Februar schliesslich hatte der Gemeinderat die entsprechenden Pläne und den dazugehörigen Kredit abgesegnet.

Einsprachen möglich

Während das Projekt politisch auf gutem Weg ist, könnten drohende Einsprachen von Anwohnern die Eröffnung verzögern. An einem Informationsanlass des Vereins Tankerä vor zwei Wochen hat es kritische Voten gegeben, wie die «Berner Zeitung» damals berichtete. Grund zur Sorge geben den Anwohnern des Altenbergs und des Rabbental-Quartiers auf der gegenüberliegenden Aareseite vor allem die Pläne für die Aussenbestuhlung und die langen Öffnungszeiten.

Man habe als Leist noch keinen Entschluss zum Projekt gefasst, sagt der Präsident des Altenberg-Rabbental-Leistes, Hans-Jürg Klopfstein, auf Anfrage. Thematisiert werde es an der Leistversammlung vom Mittwoch. «Wahrscheinlich gibt es einen gewissen Widerstand wegen des befürchteten Lärms», sagt er.

Es gebe aber auch Stimmen, die sich explizit hinter das Projekt stellen würden, sagt Klopfstein. Er persönlich finde es wichtig, dass eine Alternative zur Schützenmatte geschaffen werde. Zudem gebe es bereits auch Ideen, um den Lärm etwas abzudämpfen, etwa mit einer Lärmschutzwand am Aarehang. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.04.2017, 16:42 Uhr

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