Bern
Stöckacker Süd: Nun ist das Volk am Zug
Aktualisiert am 23.04.2012 2 Kommentare
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Im Stöckacker soll eine ganze Siedlung durch Neubauten ersetzt werden. Für rund 70 Millionen Franken sollen auf dem Gelände an der Bethlehemstrasse 146 Wohnungen entstehen. Sie ersetzen eine Siedlung aus den 1940-er Jahren, die heutigen Wohnbedürfnissen nicht mehr entspricht. Das Projekt Stöckacker Süd sei ein «Leuchtturmprojekt», betonte der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät am Montag vor den Medien in Bern. Die Stadt wolle künftig aktiver ins Wohnbaugeschehen eingreifen, «in welcher Form auch immer».
Das Bauprojekt ist seit Jahrzehnten das erste dieser Grösse, bei dem die Stadt wieder selber als Bauherrin auftritt. Bereits vor 120 Jahren entstand die Arbeitersiedlung Wylerfeld, die erste Siedlung überhaupt des sozialen Wohnungsbaus in der Schweiz.
Neubau drängt sich auf
Gebaut oder mitgebaut hat die Stadt Bern auch in den 1930-er und 1940-er Jahren, als eine schwere Wohnungsnot drohte. Damals entstand unter der Federführung der Stadt auch die Familiensiedlung Stöckacker. Seither hat die Stadt keine Projekte in dieser Grösse mehr selber realisiert. Dass sie es heute wieder tun will, erklärt Stadtpräsident Alexander Tschäppät damit, dass die Stadt ihren eigenen Wohnungsbestand verantwortungsvoll bewirtschaften wolle. Neben Sanierungen, Teilumbauten oder Verdichtungen gehörten eben auch Neubauprojekte zu den notwendigen Aufgaben.
Die Bausubstanz der Stöckacker-Häuser sei so schlecht, dass sich ein Abriss und Neubau der Siedlung aufdränge. Weil sich die Siedlung und das Land im Besitz der Stadt befänden, sei es nur logisch, dass die Stadt den Neubau auch selber realisiere.
Billigen Wohnraum ersetzen
Ob die Stadt dies letztlich auch tun wird, hängt von den Stimmberechtigten ab. Am 17. Juni befinden sie zunächst über die planerischen Grundlagen, am 23. September dann in einem weiteren Urnengang über die Finanzierung des Bauprojekts Stöckacker Süd. Sollte das Volk im September eine Finanzierung durch die Stadt ablehnen, würde der Gemeinderat Investoren suchen, die das Projekt umsetzen.
Mit den alten Häusern verschwindet zwangsläufig auch billiger Wohnraum. Die Stadt werde deshalb im Rahmen von Neuvermietungen etwa 30 Wohnungen in ihrem Portfolio ins günstige Segment verschieben, kündigte Finanzdirektorin Barbara Hayoz an.
Die neue Siedlung soll durchmischt sein, neben normalen Wohnungen zu Mieten leicht unter dem marktüblichen Durchschnitt sind auch Alterswohnungen und sogenannte Town Houses geplant. Letztere gehören ins gehobenere Segment und sind dementsprechend teurer.
Mieter müssen ausziehen
Die Alterswohnungen sollen zum Teil auch an Mietende mit Ergänzungsleistungen vermietet werden. Für die Quartierbevölkerung ist der Siedlungs-Neubau ein starker Eingriff, besonders für die betroffenen Mieter, die alle ausziehen müssen. Die Quartierbevölkerung sei von Anfang an einbezogen worden, betonte Hayoz. Im Frühling 2008 habe die Stadt ein Mieterbüro eröffnet, das mit Rat und Tat zur Seite stehe.
Die Stadt werde diese Aufgabe auch dann beibehalten, sollte die Überbauung aufgrund eines Volksentscheides nicht von ihr, sondern von einem Investor realisiert werden. Positiv auf die Absichten der Stadt reagierte am Montag das Grüne Bündnis in einer Mitteilung. Damit werde Wohnraum geschaffen, der nicht auf sofortige Rendite ausgelegt sei und dadurch beständige Mietzinse ermögliche.
(rym/sda)
Erstellt: 23.04.2012, 14:17 Uhr
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2 Kommentare
Ist doch wunderschön hat es für die 146 Wohnungen 14 Parkplätze in der Siedlung. Die fehlenden Parkplätze werden einfach die anliegenden Quartiere mit Suchverkehr und damit verbundenen Abgasen belasten. Reinste linke Ideologie, die wie bei allen Verkehrslösungen unsere Umwelt belastet. Antworten
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