Jetzt liegt der Ball beim Kanton

Mit über 75 Prozent stimmt die Stadt Bern dem Stadttheater-Kredit zu. Alexander Tschäppät und Benedikt Weibel geloben Ausgabendisziplin und sind zuversichtlich für die Abstimmung im Grossen Rat.

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Die Sanierung des Berner Stadttheaters hat gestern eine weitere wichtige Hürde genommen: 75,8 Prozent des Stadtberner Stimmvolks legten ein Ja zum 19-Millionen-Franken-Beitrag der Stadt Bern in die Urne. Die Zustimmung fiel in allen Zählkreisen deutlich aus. Selbst im Kreis Bümpliz-Bethlehem, der Mehrausgaben traditionell eher kritisch beurteilt, lag der Ja-Anteil bei über 60 Prozent.

Mit dem gestrigen Abstimmungserfolg ist das Projekt definitiv auf die Zielgerade eingebogen. Der letzte grosse Test steht voraussichtlich am Donnerstag an: Dann wird sich der Grosse Rat mit dem Kantonsbeitrag von 21 Millionen Franken auseinandersetzen. Die Zeichen stehen gut, dass auch das Kantonsparlament den Kredit bewilligt. Die Finanzkommission empfiehlt, den Antrag zu genehmigen. Das klare Ja aus der Stadt dürfte der Sanierung Rückenwind verleihen.

Gemeinderat sieht sich bestätigt

Der Berner Gemeinderat verlieh gestern seiner Freude über das klare Resultat Ausdruck. «Das Ergebnis ist ein Aufsteller», sagte Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP). «Die Tatsache, dass die Stimmbeteiligung bei hohen 50,6 Prozent lag, verleiht diesem Bekenntnis der Stadtberner Bevölkerung zum Stadttheater sehr viel Gewicht.» Tschäppät interpretierte den Abstimmungserfolg auch als Bestätigung für die Planungsarbeiten des Gemeinderats.

Ende August hatte der «Bund» einen Mängelbericht publik gemacht, nach dem die Baukostenreserven unzureichend sind und die Behörden einen zu ehrgeizigen Zeitplan verfolgen. Das Planungsbüro Emch und Berger relativierte diese Kritik noch im August. Weiterhin wird die Sanierung nun mit einer Baukostenreserve von gut 3 Millionen Franken angegangen. Auch der Zeitplan ist unverändert: Die erste Bauphase dauert von Mai bis August 2014. Die zweite und letzte Etappe findet im Sommer 2015 statt.

Kein böses Blut bei Tschäppät

«Enorm erleichtert» über die Zustimmung für die Theatersanierung war gestern Benedikt Weibel, Stiftungsratspräsident von Konzert Theater Bern. Für ihn bedeutet das Resultat eine doppelte Verpflichtung: «Erstens werden wir sicherstellen, dass sorgfältig mit den Mitteln umgegangen und das Kostendach eingehalten wird. Zweitens wollen wir der Region im sanierten Stadttheater Freude bereiten.»

Eingeschlossen sind dabei auch die Bewohner von Regionsgemeinden, welche sich nicht an den Sanierungskosten beteiligen. Tschäppät und Weibel bemühten sich gestern, die Wogen in diesem Konflikt zu glätten. Beide zeigten Verständnis für Behörden, welche angesichts von roten Budgets auf Beiträge an die Sanierung verzichteten. Es sei zwar bedauerlich, dass manche nicht bereit seien, die Kosten mitzutragen, sagte Tschäppät. «Das sollte die Stimmung zwischen der Stadt und den betreffenden Gemeinden aber nicht trüben.» Zugleich bedankten sich Tschäppät und Weibel bei jenen Gemeinden, die ihren «freiwilligen Beitrag für ein modernes Stadttheater» leisteten.

Abstriche bei den Fenstern

Inzwischen zeichnet sich ein Sanierungs-Kostendach von gut 43 Millionen Franken ab. Das bedeutet, dass gegenüber dem ursprünglichen Vorhaben Abstriche im Umfang von rund 2 Millionen Franken vorgenommen werden müssen. Möglich seien Vergünstigungen etwa bei den Fenstern, indem diese statt ersetzt nur saniert würden, sagte Tschäppät gestern. Sparpotenzial existiere ferner bei der Akustik, wobei in jedem Fall die Mindestanforderungen der Musiker im Orchestergraben erfüllt würden.

Anschliessend an den Grossratsentscheid von nächster Woche steht Mitte Dezember ein weiterer wichtiger Termin auf der Agenda: Die Burgergemeinde Bern lässt ihre Mitglieder in einer Urabstimmung über einen Sanierungsbeitrag von 5 Millionen Franken befinden. Dieser Zustupf soll allerdings nicht im regulären Baubudget aufgehen: Die Burgergemeinde will mit dem Geld vielmehr ein eigenständiges Sanierungsprojekt im Stadttheater realisieren. Wie Stadtpräsident Alexander Tschäppät gestern andeutete, könnte das Geld für eine Instandsetzung der Mansarde verwendet werden. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.11.2013, 14:51 Uhr

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