Bern

Start der Berner Online-Zeitung verzögert sich

Von Bernhard Ott. Aktualisiert am 13.04.2012 2 Kommentare

Die Suche nach einem Chefredaktor für die Berner Online-Zeitung dauert an. Das dürfte auch am hohen Anforderungsprofil liegen.

Kommt erst Mitte August oder Anfang September 2012: Die neue Online-Zeitung.

Kommt erst Mitte August oder Anfang September 2012: Die neue Online-Zeitung.
Bild: Sreenshot berneronlinemedien.ch

Der für Anfang Juni terminierte Start des Projekts Berner Online-Medien (BOM) muss verschoben werden. Laut Projektleiter Manuel Gnos soll die Online-Zeitung nun Mitte August bis Anfang September ihren Betrieb aufnehmen. Gnos stellt technische Gründe für die Verzögerung in den Vordergrund. So seien die Softwarefirma und das Grafikbüro zeitlich nicht in der Lage, die notwendigen Arbeiten bis Anfang Juni auszuführen.

Die seit Dezember letzten Jahres laufende Besetzung der Chefredaktion wiederum sei «keineswegs harzig», hält Gnos fest. Zurzeit gebe es mehrere Personen, die infrage kommen würden. «Wir geben den Namen Ende April bekannt.» Die Suche nach den vier weiteren Redaktionsmitgliedern, die sich mit der Chefredaktion in die 3,5 Vollzeitstellen teilen, werde erst danach in Angriff genommen, sagt Gnos.

Mitgliederzahl bleibt bescheiden

Mit Stadtrat Urs Frieden (GB), SP-Co-Präsident Thomas Göttin und den beiden PdA-Mitgliedern Willi Egloff und Christoph Stettler gehören vier der sieben Vorstandsmitglieder linken Parteien an. Dies sei bei den Vorstellungsgesprächen zwar ein Thema gewesen, sagt Gnos. «Die Unabhängigkeit der Redaktion ist jedoch gewährleistet.» Ein Grossteil der Absagen sei vor allem aus familiären Gründen erfolgt. «Leute in fester Anstellung überlegen es sich gut, ob sie das Risiko eingehen wollen», sagt Gnos.

Zum Budget und zu den Zahlen will sich der Projektleiter nicht äussern. Gemäss Medienberichten ist das Magazin über 2012 hinaus mit mehreren Hunderttausend Franken gesichert. Letzten Herbst gaben die Initianten bekannt, dass sie 1500 Vereinsmitglieder gewinnen wollen, die einen Jahresbeitrag von 250 Franken bezahlen. In einem Blogeintrag von Mitte Februar gab Gnos bekannt, dass bisher 150 Mitglieder beigetreten seien. «Die 1500 Mitglieder sind ein mittelfristiges Ziel», sagt der Projektleiter heute. Und verweist auf die «namhaften Beiträge» von Stiftungen wie zum Beispiel der Stiftung für Medienvielfalt der Basler Roche-Erbin Béatrice Oehri und der Berner Ursula-Wirz-Stiftung, dank denen die Startphase des Projekts gesichert sei.

«Jede Geschichte muss besser sein»

Medienexperte Nick Lüthi führt die schwierige Besetzung der Chefredaktion auf das hohe Anforderungsprofil zurück. «Es gibt nur wenige Lokaljournalisten mit einer hohen Affinität zu Online-Medien.» Zudem wirke ein Monatslohn von – geschätzten – 4000 Franken für einen 150-Prozent-Job auf viele wohl eher abschreckend. Dabei dürfe der Leistungsdruck nicht unterschätzt werden.

Da pro Tag nur ein bis zwei Artikel verfasst würden, «muss jede Geschichte besser sein als die Geschichten in ‹Bund› und ‹Berner Zeitung›», sagt der Redaktor der «Medienwoche». «Die Online-Zeitung muss sich unverzichtbar machen, um überleben zu können.» Er jedenfalls sei gespannt darauf, mit wem die BOM-Chefredaktion besetzt werde, sagt Lüthi. (Der Bund)

Erstellt: 13.04.2012, 06:50 Uhr

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2 Kommentare

Armin Müller

13.04.2012, 09:00 Uhr
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Kläglicher Versuch einer linksgesteuerten Gruppe. Wird so sicher kein Erfolg! Vergessen sie es. Antworten



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