Bern

Stadt muss nun Kanton und Bund überzeugen

Von Simon Thönen. Aktualisiert am 02.05.2012 1 Kommentar

Die zweite Tramachse durch Bern ist ein dringlicher Wunsch der Stadtpolitik. Nun muss die Stadt Überzeugungsarbeit leisten, damit dieser Stadtwunsch auch erfüllt werden kann.

Eine zweite Tramachse ist ein dringlicher Stadtwunsch.

Eine zweite Tramachse ist ein dringlicher Stadtwunsch.
Bild: Manuel Zingg

Die zweite Tramachse durch Bern ist ein dringlicher Wunsch der Stadtpolitik. Nun ist klar, wo sie durchgehen würde: durch die bisher wenig belebten Speicher- und Nägeligasse der nördlichen Altstadt. Im Westen würde die neue Achse den Engpass Hirschengraben umfahren.

Für die Stadt Bern ist diese Lösung komfortabel. Die zweite Tramachse würde die Hauptgassen in einem grossen Ausmass vom Tramverkehr entlasten. Auch auf der zweiten Achse kämen die Trampassagiere weiterhin bequem direkt in die Altstadt. Und es würde neu auch der Waisenhausplatz – und damit zum Beispiel das Kulturzentrum Progr – durch den öffentlichen Verkehr erschlossen.

Auch eine erste Rechnung für diesen Stadtwunsch liegt auf dem Tisch: 110 Millionen Franken. Sie würde, wie bei allen ÖV-Grossprojekten, grösstenteils von Kanton und Bund bezahlt. Dies ist schön für die Stadt, aber hier liegt das politische Problem: Kanton und Bund müssen überzeugt werden, dass sie in diese Lösung für die Stadt investieren sollen. Argumente dafür gibt es. Die zweite Achse macht das Tramsystem in Bern stabiler – davon wird auch das ländliche Publikum profitieren, das bei Grossanlässen wie der BEA massenhaft in die Stadt strömt. Zudem wird sie die Umsteigepunkte zwischen Bahn und Tram beim Bahnhof und beim Hirschengraben entlasten, was den Pendlern von nah und fern nützt.

Argumente und Lobbyarbeit sind vor allem nötig, um den Grossen Rat zu überzeugen, der seiner Hauptstadt oft misstrauisch gegenübersteht. Die Stadtberner Exponenten und Parteien tun gut daran, diesmal geschlossen aufzutreten – und das Fuder nicht zu überladen. Nicht realistisch ist vor allem die oft erhobene Forderung, dass die zweite Tramachse gleichzeitig mit dem 10er-Tram gebaut werden muss. Wer jetzt noch darauf beharrt, nimmt das Scheitern des 10er-Trams in Kauf. Gerade das neue 10er-Tram ist aber das Hauptargument dafür, dass der Tramverkehr in Bern auf zwei Achsen verteilt werden muss. (Der Bund)

Erstellt: 02.05.2012, 07:53 Uhr

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1 Kommentar

Adriano Granello

02.05.2012, 10:35 Uhr
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Frau Gafner, wie soll denn die geplante Volksabstimmung für Tram Region Bern (TRB) anfangs 2014 stattfinden, wenn voraussichtlich erst im Jahr 2014 für die zweite Tramachse ein Vorprojekt erarbeitet wird (siehe BZ vom 1.5.12)? Die unheilige Verknüpfung TRB mit einer zweiten Tramachse, garniert mit dem UNESCO-Weltkulturerbe, wird letztlich das ganze ÖV-Grossprojekt kippen.
.
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