Bern
Stadt Bern wird 2013 «Gastland» der BEA
Von Markus Dütschler. Aktualisiert am 28.04.2012 1 Kommentar
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Das ländliche Bern kommt zu den Städtern auf Besuch. Das ist das Konzept der BEA Pferd – nicht nur, aber schwergewichtig eben doch. Folgerichtig fungiert dieses Jahr das Berner Oberland als «Gastland», nachdem sich vor Jahresfrist das Emmental auf dem Messegelände inszeniert hatte.
Das Thema Oberland zieht sich durch alle Hallen: blühende Alpenrosen, Blasmusik, prächtige Kühe und ein Pavillon, der von Schifffahrten auf den Seen und von Zugfahrten mit der BLS kündet. In einer Halle legen sich schwingende Buben ins Sägemehl. Besonders Mutige lassen sich in der Sportecke der Messe, BEActive genannt, an ein Seil montieren, eine Tyrolienne, und rasseln dann hundert Meter übers Gelände.
Kein Witz: Stadt Bern zu Gast
Die vereinigte bernische Nomenklatura aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kirche vernimmt am offiziellen Tag beim Reigen der Begrüssungsreden im Kongresszentrum Überraschendes. Allseits wird erwartet, dass die nächste Gastregion vermutlich Seeland heisst, oder vielleicht auch Berner Jura. Doch der Messe-CEO Roland Brand verblüfft alle mit der Ankündigung, dass die Stadt Bern nächstes Jahr «Gastregion» sei.
Sogar Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät, sonst nie um eine träfe Antwort verlegen, ringt für einen Augenblick nach Worten. Nein, er wisse noch nicht genau, wie man die Stadt präsentieren werde, sagt er an der offiziellen Eröffnungsveranstaltung. Und das Geld müsse man auch noch zusammenbringen. Immerhin hat das Berner Stadtparlament unlängst voller Unlust die Idee eines Stadtfestes versenkt. Tschäppät, kürzlich 60 geworden, freut sich aber auf diesen Auftritt: «Dass ich das im hohen Alter noch erleben darf!»
Die Stadt Bern zu Gast an einer Messe in der Stadt Bern? So absurd sei die Idee gar nicht, finden die Prominenten, als sie sich in der Simmentalerstube – ein Plastikzelt mit aufgedruckter «Chalet-Bluemets-Trögli-Dekoration» – locker um die Stehtische zum Mittagessen gruppieren. Nicolas Markwalder, Verwaltungsratspräsident der Bernexpo, findet die Einladung «keine Bieridee», sondern überfällig. Lange genug habe es zwischen Stadt und Messe ein «Gschtürm» gegeben. So nutzten frühere BEA-Verantwortliche die Messeeröffnung jeweils, um den anwesenden Stadtbehörden ihre Versäumnisse und wirtschaftsfeindlichen Handlungen vorzuwerfen. Markwalder selbst beschwört in seinen Reden jeweils den Geist der Zuversicht und des Anpackens, auch gestern.
Unbekanntes, nicht den Zytglogge
Peter Eberhart, Drogist und Grossrat aus dem Simmental, hat «gar keine Mühe mit dieser Idee»: Der Kanton sei ein Ganzes, zu dem auch die Stadt Bern gehöre. «Natürlich wird man nicht den Zytglogge zeigen», ist für den vormaligen Bern-Tourismus-Verwaltungsratspräsidenten und Grossrat Mathias Tromp klar. Er hoffe, dass dank einer raffinierten Präsentation auch Berns Einwohner Neues über ihre Stadt erführen.
Was hätte Ex-Stadtpräsident Klaus Baumgartner getan, wenn die Einladung in seiner Stapi-Zeit eingetroffen wäre? «Ich hätte mich darüber gefreut.» Baumgartner, ganz Elder Statesman, hofft, dass bei der Vorbereitung die Regionsgemeinden einbezogen werden, damit sich niemand übergangen fühle. Oder sollte sich Muri sofort eingemeinden, damit es als Stadtteil von Bern sicher an der BEA mitmachen darf? Thomas Hanke, Kandidat fürs Muriger Gemeindepräsidium, ist das Thema Zusammenarbeit oder gar Fusion «unter gewissen Bedingungen» offen, doch eines ist für ihn klar: «So schnell geht es sicher nicht.»
«Die Überraschung ist gelungen», so Liechtensteins Botschafter Hubert Büchel. Bern sei «kreativ genug, um sich etwas einfallen zu lassen». Nur Peter Wasserfallen, im Stadtrat für kantige Voten bekannt, ist misstrauisch: «Soll die Reithalle in die BEA-Festhalle kommen?» (Der Bund)
Erstellt: 28.04.2012, 09:21 Uhr
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1 Kommentar
Genau, Herr Wasserfallen. Gerade die Landbevölkerung -aber auch einige Stadtberner- sollten einmal einen wahren Einblick in das Schaffen der Reitschüler erhalten. Manch eine/-r wäre erstaunt über das grosse Engagement, dass die Mitarbeiter für kulturelle Veranstaltungen aufbringen und über die Energie, die es braucht um Berns grösstes Jugendzentrum zu betreiben. Darum: Reitschule an der BEA Pferd! Antworten
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