Bern
Seilziehen um die Mühle Hunziken geht weiter
Von Brigitta Niederhauser. Aktualisiert am 06.01.2012
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Das Gezänke um die Mühle Hunziken hält an und die Fronten verhärten sich. Peter Burkhart will alles daran setzen, dass Philipp Fankhauser als Geschäftsführer der Mühle Hunziken Konzert GmbH abgesetzt wird. Seit Monaten schwelt der Konflikt zwischen dem 69-jährigen Gründer des Konzertlokals in Rubigen und seinem Nachfolger, dem 48-jährigen Philipp Fankhauser. Der Thuner Bluesmusiker besitzt bereits 30 Prozent der GmbH, die er Burkharts Tochter Cathérine abgekauft hat. Weitere 30 Prozent gehören Burkharts Sohn Thomas. Und geplant war auch, dass Fankhauser die 40 Prozent erwerben kann, die heute im Besitz von Burkharts Frau Pia sind. Denn Fankhauser war erst Burkharts Wunschnachfolger. Doch jetzt sagt Burkhart: «Wir werden Philipp Fankhauser auf gar keinen Fall die 40 Prozent verkaufen, die meiner Frau Pia gehören.»
Zum Zwist zwischen den beiden führten unter anderem verschiedene schwere Anschuldigungen: In Mails von Fankhausers Anwalt, die dem «Bund» vorliegen, war die Rede von einem Scherbenhaufen, von Altlasten, von Suisa-Gebühren und Quellensteuern, die nicht bezahlt worden seien.
Buchhaltung offengelegt
Diese Anschuldigungen weist Peter Burkhart vehement zurück: «Ich habe alles offengelegt. Fankhauser hatte bereits im letzten Frühjahr Einblick in die Mühle-Buchhaltung der Jahre 2008 bis 2010.» Dem «Bund» liegen Dokumente vor, die belegen, dass Burkhart die Suisa-Gebühren bis Ende 2011 bezahlt hat. Die Quellensteuern wurden bis 2008 beglichen, die offenen Rechnungen für die Jahre 2009, 2010 und 2011 belaufen sich auf 48'000 Franken. Auch diese Gelder seien gedeckt, betont Burkhart, habe er doch nach seinem Abgang der Konzert GmbH eine Summe 71'000 Franken überlassen. Weiter war Burkhart bereit, auch seine ganze Kunst-Kuriositätensammlung, die zu seinem Privateigentum gehört und viel zum Charme der Mühle beiträgt, dort zu belassen.
Weder Philipp Fankhauser noch sein Anwalt wollen ihre Vorwürfe bezüglich Burkharts Geschäftsführung konkretisieren und verweisen in einem Rundschreiben auf zwei laufende Verfahren. Sie betonen aber, dass sie nicht bereit seien, die Kultursubventionen 2011 von 35'000 Franken für das Begleichen von Rechnungen aus früheren Jahren einzusetzen. Weitere Fragen werden nicht beantwortet. Weder zu einem möglichen Rückzug noch zum Umstand, dass Philipp Fankhauser der Erwerb der 40 Prozent von Burkharts Ehefrau Pia verwehrt bleibt.
Fankhausers Rolle in der Mühle
Präzisiert wird dafür Philipp Fankhausers Rolle in der Mühle Hunziken. Für diesen stehe die Musikkarriere im Vordergrund, und er werde künftig vor allem im Hintergrund tätig und für die strategische Ausrichtung des Clubs verantwortlich sein. Auch werde er das Programm zusammen mit seinem Bruder Christoph gestalten, weil Peter Burkhart nicht durch eine einzelne Person ersetzbar sei, werde das Mühle-Team erweitert.
Neben Burkharts Sohn Thomas und dessen Frau Tamara gehört neu die Fotografin Claudine Howald dazu. Als Booking-Berater wird zudem Tom Metzger beigezogen, der frühere Manager von Gölä. Weiter hoffe man, die offenen Fragen mit Peter Burkhart in den nächsten Monaten gütlich zu klären. (Der Bund)
Erstellt: 06.01.2012, 06:46 Uhr
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