Bern

Schulleiter führt bernische SP in die Zukunft

Von Reto Wissmann. Aktualisiert am 11.08.2010 1 Kommentar

Roland Näf soll neuer Präsident der SP Kanton Bern werden. Nationalrätin Kiener Nellen hat «aus zeitlichen Gründen» abgesagt.

Roland Näf-Piera. (zvg)

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Neben ihrer Bundesratskandidatin hat die Geschäftsleitung der SP Kanton Bern gestern Abend auch ihre neue Parteileitung nominiert. Laut einer Mitteilung schlägt sie dem Parteitag am 1. September den heutigen Grossrat und Vizepräsidenten Roland Näf als neuen Präsidenten vor. Er soll Irène Marti Anliker ablösen, die sieben Jahre an der Spitze der Partei stand und im März ihren Rücktritt erklärt hat. Näf hatte bereits früh Interesse am Amt angemeldet. Neben ihm war unter anderen auch die Bolliger Nationalrätin Margret Kiener Nellen angefragt worden. Sie habe geprüft, ob sie zusammen mit dem Huttwiler Grossrat Adrian Wüthrich die Parteileitung übernehmen wolle, sagt Kiener Nellen. Schliesslich habe sie der Partei aber einen Korb geben müssen, weil sie sich auf das Präsidium der Finanzkommission des Nationalrats und das Vizepräsidium des Inselspitals konzentrieren wolle.

Roland Näf war von 1996 bis 2002 Mitglied des Grossen Gemeinderats von Muri. Seit fünf Jahren bewegt er sich als Grossrat auf der kantonalen Politbühne. Schnell machte er sich dort einen Namen als prägnanter Redner und fleissiger Vorstossschreiber. Der heute 52-jährige Schulleiter widmete sich im Kantonsparlament vor allem der Bildungs- sowie der Energiepolitik und fiel auf nationaler Ebene durch seinen leidenschaftlichen Einsatz gegen Gewaltdarstellungen in Computerspielen auf. Bereits 2008 wurde er Vizepräsident der SP Kanton Bern.

Spass am «Chrampfjob»

«Das Parteipräsidium ist ein ‹Chrampfjob›», sagte Näf gestern Abend. Er habe aber dermassen Freude an der Politik, dass er gerne bereit sei, seine Freizeit in das neue Amt zu investieren. Eine Neuausrichtung der SP wird es unter dem neuen Präsidenten nicht geben. «Mit unserem Engagement für Solidarität und Gerechtigkeit haben wir ein klares Profil», sagte Näf, daran dürfe man nichts ändern. Die SP müsse aber lernen, die Leute auf der Strasse zu mobilisieren, um wieder Erfolg zu haben. «Bei den letzten Wahlen sah man auf dem Lande nur die SVP-Plakate», so Näf, «wo aber waren die SP-Plakate?»

Oberländer Vizepräsidentinnen

Gestern hat die Geschäftsleitung ausserdem zwei Vizepräsidentinnen nominiert – beide stammen aus dem Oberland. Damit versucht die Partei, auf dem Land Terrain gutzumachen und die Gemeindepolitik wieder mehr zu berücksichtigen. «Wir wollen zeigen, dass die SP weiterhin eine Partei für den ganzen Kanton – für Stadt und Land – ist», schreibt sie in ihrer Mitteilung. Zuhanden des Parteitags vorgeschlagen werden als Vizepräsidentinnen Ursula Zybach und Sabina Stör Büschlen. Zybach kommt aus Spiez und vertritt die SP seit fünf Jahren im dortigen Grossen Gemeinderat. Beruflich verantwortet die 43-Jährige als Mitglied der Geschäftsleitung der Krebsliga Schweiz den Bereich Prävention. Stör ist mit Jahrgang 1980 die jüngste Gemeinderätin von Interlaken. Zuvor war sie Präsidentin der SP Interlaken. Sie arbeitet als soziokulturelle Animatorin und studiert Recht.

Näf betont, man wolle künftig als Parteileitungsteam auftreten. Erst seit kurzem lassen es die Statuten der Partei überhaupt zu, dass mehrere Vizepräsidien bestellt werden. Dass die Parteibasis am 1. September dem Vorschlag der Geschäftsleitung zustimmt, scheint so gut wie sicher. (Der Bund)

Erstellt: 11.08.2010, 09:12 Uhr

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1 Kommentar

Rauf Melctor

11.08.2010, 11:23 Uhr
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In die Zukunft? Näf ist bei der Jugend, auch beim eigenen Politnachwuchs wegen seiner populistischen Haltung bei der Gewaltdebatte rund um Computerspiele sehr unbeliebt und dürfte in dieser Wählerschicht für einen deutlichen Wahlrückgang sorgen Antworten



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