Schönburg wird zu Hotel und Wohnungen

Jetzt ist es klar: Swiss Prime Site plant in der Schönburg, dem ehemaligen Hauptsitz der Post in Bern, einen «hochwertigen Wohn- und Hotelkomplex».

Die ehemalige Post weicht Hotel und Wohnungen.

Die ehemalige Post weicht Hotel und Wohnungen. Bild: Adrian Moser

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Hotelzimmer im Drei-Sterne-Segment und neue Wohnungen kann die Stadt Bern gut gebrauchen. Von beiden gibt es in der Bundesstadt zu wenig. Darum sind die Pläne des Immobilienkonzerns Swiss Prime Site SPS für die Schönburg an der Viktoriastrasse in Bern eine gute Nachricht: Gemäss Geschäftsbericht sollen auf der Nutzfläche von über 30'000 Quadratmetern «150 qualitativ hochstehende Wohnungen» und ein «Businesshotel mit Drei-Stern-Niveau» entstehen. Auch für ein Lebensmittelgeschäft soll es Platz haben. Der Bürokomplex befindet sich laut SPS «an einmaliger Aussichtslage über Bern».

Das bestehende Gebäude bleibt erhalten, Fassade und Haustechnik werden aber ersetzt. Die Kosten werden auf 130 Millionen Franken geschätzt, der Hotelausbau ist in dieser Summe nicht enthalten. Ein Abbruch der Schönburg, dem früheren Hauptsitz der Post, ist demnach vom Tisch.

Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) nimmt die Absichten von Swiss Prime Site «hocherfreut» zur Kenntnis. «Das ist genau das, was Bern braucht.» Für Kongresse und Veranstaltungen gebe es in Bern zu wenig Hotelzimmer. Ein Drei-Stern-Hotel an dieser «tollen Lage» habe gute Erfolgsaussichten. «Dass man in der bestehenden Struktur baut, macht die Realisierung einfacher.» Bei den Wohnungen hofft Tschäppät auf einen «sinnvollen Mix» betreffend Grösse und Preise.Das Projekt könne auch das Quartier beleben.

Funkstille bei Swiss Prime Site

Zum jetzigen Zeitpunkt will Swiss Prime Site zu den Plänen nicht weiter Stellung nehmen, wie Peter Lehmann, Chief Investment Officer, auf Anfrage erklärte. Man stehe mit den Hotelbetreibern in den Schlussverhandlungen. Der Entscheid, wer zum Zug kommt, fällt im April. Erst dann will SPS im Detail kommunizieren. Der weitere Zeitplan ist ehrgeizig, bereits auf Ende Mai soll das Baugesuch eingereicht werden und Anfang des nächsten Jahres will Swiss Prime Site mit den Bauarbeiten beginnen. Beim Umbau ist eine Schadstoffsanierung notwendig, welche die Bauzeit um einige Monate verlängert. Der Bezug der Wohnungen und Zimmer soll im Zeitraum Frühling bis Sommer 2019 erfolgen.

Die Schönburg wurde zwischen 1965 und 1970 von den Architekten Theo Hotz und Max Kollbrunner als Hauptsitz der Schweizerischen Post errichtet. Swiss Prime Site hat die Immobilie 2014 gekauft. Der Umzug der Post in das neue Gebäude in der Wankdorf-City erfolgte vor rund einem Jahr.

Freude bei Touristikern

In der Tourismusbranche stossen die Pläne für ein zusätzliches Hotel in Bern auf Zustimmung. «Das sind tolle Neuigkeiten und definitiv ein Schritt in die richtige Richtung», sagt Tourismus­direktor Markus Lergier. Er habe die Verantwortlichen von Swiss Prime Site im Gespräch zu diesem Schritt ermutigt. «Bern braucht dieses Angebot.» Und auch Beatrice Imboden, die Präsidentin von Hotellerie Bern und Mittelland sagt: «Wenn wirklich ein Drei-Stern-Hotel gebaut wird, ist das genau richtig.» In diesem Bereich habe Bern ein Manko. «Vor allem von Montag bis Freitag sind die Hotels in diesem Segment stark ausgebucht.» Wünschenswert wäre laut Imboden eine internationale Kette mit Ausstrahlung, die bis jetzt auf dem Platz Bern noch nicht präsent war, wie etwa Motel One. Die deutsche Kette mit Sitz in München ist stark auf Expansionskurs und verfolgt Hotelprojekte in Zürich und Basel. In Zürich plant Motel One in einem ehemaligen Post-Gebäude, das Swiss Prime Site gehört. Ob allenfalls Interesse am Standort Bern besteht, konnte gestern in München nicht in Erfahrung gebracht werden.

«Eine solche Kette würde eigene Kundschaft anziehen und somit das Geschäft beleben», sagt Imboden dazu. Derzeit gibt es in der Stadt Bern rund 2000 Hotelzimmer in allen Preissegmenten. Für die Präsidentin von Hotellerie Bern und Mittelland besteht sicher ein Bedarf von zusätzlichen 500 Zimmern. Eigentlich würde es also neben dem geplanten neuen Hotel in der Schönburg noch ein weiteres Etablissement in diesem Segment auf dem Platz Bern vertragen. Wie viele Zimmer in der Schönburg möglich sind, ist noch nicht klar. Geht man davon aus, dass etwa die Hälfte der oberirdischen Fläche von 24'000 Quadratmetern für die Wohnungen reserviert ist, so steht wohl immer noch genügend Platz für rund 300 Hotelzimmer zur Verfügung. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.03.2016, 16:43 Uhr

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