Bern
Scharf ist nicht nur der Käse
Die Rechnung, bitte
Karte und Preise: Preiswerte, währschafte Mittagsmenüs: Pasta mit Vorspeise Fr. 17.-, Fleischmenü mit Beilage und Vorspeise Fr. 14.50 bis 17.50. Abends: italienisch, zum Beispiel ein Rinds-Carpaccio für Fr. 15.50 oder eine Saltimbocca alla romana für Fr. 26.50. Eine Tasse Kaffee kostet Fr. 4.10.
Kundschaft: Mittags gut besucht: vor allem von Männern mittleren Alters, die in der Umgebung einer Arbeit nachgehen.
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 6.30 bis 24 Uhr; Samstag 8 bis 23 Uhr; Sonntag 10 bis 22 Uhr.
Adresse: Restaurant Beaumont-Siena Bern, Familie Suremann, Seftigenstr. 32, 3007 Bern, Tel. 031 371 35 31, www.beaumont-bern.ch.
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«Wow, das ist ja billig hier», sagt die Begleiterin, nachdem sie einen Blick auf die Karte des Restaurants Beaumont-Siena geworfen hat. Tatsächlich kosten etwa die Spareribs mit Barbecue-Sauce und Pommes frites nur Fr. 15.50. Überzeugt! Das nehmen wir. Zusätzlich bestellen wir noch die «Pasta 1»: Tortellini mit Spinatfüllung an einer Gorgonzola-Sauce (Fr. 17.-). Die Kellnerin nimmt die Bestellung auf, verschwindet rasch in der Küche und kommt schnurstracks mit einer Gemüsesuppe und einem kleinen gemischten Salat zurück. Suppe oder Salat sind jeweils in den Tagestellern inbegriffen.
Die Gemüsesuppe ist kräftig, hat viel Goût. Der Salat besticht durch sein «chüschtiges» Italo-Dressing. Und vor allem wird mehr als bloss eine Handvoll Blätter gereicht; generell scheint der Koch des Restaurants im Berner Beaumont-Quartier mit grosser Kelle anzurichten.
Tricolore und Holzbalken
Gestärkt von Vorspeise und frischem Ruchbrot werfen wir einen Blick auf das Interieur: Das Beaumont - wie das Restaurant von seinen Gästen genannt wird - besteht aus einem Fumoir, einem Spielraum mit Pokertisch, einem Speisesäli und einem modernen Anbau. Der Anbau ist äusserst schlicht gehalten: Es gibt da nur eine Fensterfront, weisse Wände, Tische, Stühle und einen Tresen, an dem Schokoriegel und Lotterielose herausgegeben werden.
Geht man hinüber ins Speisesäli, taucht man in eine andere Welt ein: Der Raum wird vorgeblich von dunklen Holzbalken gestützt, an den Wänden hängen ein Palmenblatt und Sombreros in den Farben der italienischen Tricolore. Auf den Tischen stehen Vasen mit je einer einzelnen rosaroten Rose drin; die Vorhänge könnten aus den 1990er-Jahren stammen: weiss mit Mustern drauf. Summa summarum findet sich hier ein bunter Mix an Einrichtungsgegenständen.
«Ein Quantum Trost» und eine Käsesauce
Natürlich dürfen an den Wänden Bilder der Stadt Siena nicht fehlen, denn schliesslich gibt das toskanische Kleinod der Beiz den Namen. Im hinteren Teil des Säli prangt gar eine Wandmalerei des berühmten Platzes von Siena, der Piazza del Campo. Wir reden noch über das alljährlich stattfindende Pferderennen - den Palio di Siena -, das die Reiter über diese Piazza führt, und über den James-Bond-Film «Ein Quantum Trost», der das Rennen in Szene setzt - und schwups ist der Hauptgang da: Wieder reicht die Kellnerin grosszügige Portionen; sie serviert sie mit so viel Charme und Verve, als wäre es ihr erster Arbeitstag, dabei ist sie schon seit 25 Jahren hier tätig.
Die Tortellini sind nicht hausgemacht, was bei diesem Preis nicht überrascht. Die Sauce ist genauso scharf, wie es sich für eine Gorgonzola-Sauce gehört, doch hätte man sich eine grössere Menge davon gewünscht. Ein weiterer Pluspunkt: Die Tortellini sind al dente. Auch der Spareribs-Teller stellt uns zufrieden: Ein, zwei Pommes frites sind zwar etwas pampig, dafür vermag die Spareribs-Kruste zu überzeugen.
Ein überraschender Gang auf die Toilette
Zu einem ganzheitlichen Restauranttest gehört zwingend immer auch der Gang auf die Toilette - ob man nun muss oder nicht. Im Restaurant Beaumont befindet sich diese klassisch im Untergeschoss. Sie ist geräumig, ausgesprochen sauber und passt architektonisch gut zum restlichen Restaurant-Interieur: Es gibt hier noch kein frei stehendes Designer-Lavabo; es ist noch ein reines Waschbecken und kein ästhetisches Erlebnis. Und das ist auch gut so. Farblich ist das WC in einem unauffälligen Braun gehalten - auffällig ist hier einzig ein wuchtiger Kasten an der Wand: «Auf die Grösse kommts nicht an», steht mit grossen Lettern drauf geschrieben.
Gegen Bares spuckt der Automat Spielzeuge für Erwachsene aus: so etwa primäre weibliche Geschlechtsorgane aus Kunststoff. Einmal etwas anderes, könnte man sagen, bieten solche Automaten doch sonst nur Kondome feil. (Der Bund)
Erstellt: 19.02.2012, 09:46 Uhr
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