Ropetech nimmt die nächste Hürde
Von Sebastian Meier. Aktualisiert am 30.01.2012
Artikel zum Thema
«Der Entscheid freut uns natürlich», sagt Pit Bangerter, Geschäftsleiter des Seilparks Ropetech im Berner Dählhölzliwald. Seit über einem Jahr hat er auf das Verdikt des städtischen Bauinspektorats gewartet. Die Stadt Bern hatte damals eine Gesamtbaubewilligung für den Abenteuer- und Erlebnispark gefordert, weil der Betrieb in den letzten Jahren ohne behördliche Genehmigung stark ausgebaut worden war. Nun ist der Entscheid gefallen: der Seilpark darf weitermachen. «Wir hoffen nun, dass diese Bewilligung rasch rechtskräftig wird, damit wir im Herbst mit den Bauarbeiten beginnen können», so Bangerter.
«Es ist noch zu früh zum Feiern»
Die Bewilligung ist aber an verschiedene Bedingungen geknüpft. So sollen der Seilpark um rund die Hälfte verkleinert werden und mehrere kleinere Infrastrukturbauten aus dem Wald verschwinden. Ein WC- und Materialcontainer soll künftig definitiv auf das Areal des Tennisklubs Rot-Weiss ausgelagert werden. Zudem müssen die Parkbetreiber Auflagen für den Waldschutz einhalten und die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge gewährleisten. Die Stadt behält sich das Recht vor, der Ropetech die Baubewilligung jederzeit zu entziehen.
«Mit dieser Lösung können wir gut leben», sagt Bangerter. Weil die Besucherzahlen bis zur letzten Saison auf über 20 000 angestiegen sind, sei eine Erneuerung der Infrastruktur zu einer betrieblichen Notwendigkeit geworden. Dass dieser Ausbau teilweise ohne die dazu nötige Baubewilligung vorangetrieben wurde, begründet Bangerter mit dem «Pfadfinderursprung» des Seilpark-Teams. Mit der nun vorliegenden Gesamtbaubewilligung seien nun aber auch die rechtlichen Fragen geklärt. Zum Feiern sei es hingegen noch zu früh: «Wir müssen davon ausgehen, dass der Entscheid erneut angefochten wird.»
Die Grünen kämpfen weiter
Tatsächlich regt sich gegen den Entscheid des Bauinspektorats bereits Widerstand. Stadtrat Luzius Theiler bestätigt auf Anfrage, dass sich die Grüne Partei bereits für einen Weiterzug des Entscheides an die Bau-, Verkehrs-, und Energiedirektion des Kantons entschieden habe. Theiler kritisiert die vorliegende Bewilligung als «inhaltslose Verfügung», die juristisch keine wesentliche Begründung enthalte. Das Bauinspektorat habe sich in heiklen Fragen nicht auf die Äste hinaus gewagt und überlasse den Entscheid somit zwangsläufig den höheren Instanzen.
Den Weiterzug will Theiler aber nicht als Engagement gegen den gesamten Seilparkbetrieb verstanden wissen. Im Gegenteil hätten sich die Grünen noch nicht gegen das Projekt gewehrt, als der Ropetech 2004 erstmals eine unbefristete Bewilligung erteilt worden war. Erst die ungebremste Ausweitung der Anlage sei in seiner Partei auf Skepsis gestossen. Das Ropetech-Team mit dem «Dampfwalzen-Typ» Bangerter an der Spitze habe systematisch versucht, die Behörden vor vollendete Tatsachen zu stellen. Dass die Bewilligung nun nachträglich erteilt wurde, beweise, dass diese Strategie erfolgreich gewesen sei.
Chancen «durchaus gegeben»
Für Theiler geht die Bedeutung des Falles folglich weit über den Dählhölzliwald hinaus. Vielmehr stehe der «präjudizielle Charakter» des Entscheides im Vordergrund. Die nachträgliche Legalisierung einer kommerziellen Waldnutzung könnte auch in anderen Fällen Begehrlichkeiten wecken. «Bis vor kurzem war der Waldschutz noch heilig», sagt Theiler. Nun werde die Nachfrage nach einem kommerziellen Angebot als Grund für eine nachträgliche Bewilligung angeführt. «Im Wald könnte man noch vieles machen, was auf eine Nachfrage trifft.» Am Ende würde der Wald als Ökosystem und Naherholungsgebiet aber nachhaltig abgewertet.
Die Chancen auf einen juristischen Erfolg schätzt Theiler als «durchaus gegeben» ein. Auch wenn der Entscheid vom Kanton nicht grundsätzlich widerrufen werden sollte, wäre dies doch eine Gelegenheit die Grenzen der kommerziellen Nutzung von Waldzonen zu definieren, so Theiler. Er sei zudem optimistisch, dass die Grünen nicht die Einzigen seien, welche gegen die Gesamtbaubewilligung in Berufung gehen werden.
Quartierleist ist zufrieden
Nicht zu den Einsprechern wird allerdings der Quartierleist Kirchenfeld-Brunnadern-Elfenau gehören. Dieser war für eine von insgesamt acht Einsprachen gegen die Gesamtbaubewilligung verantwortlich. Leist-Präsidentin Gerda Hauck zeigt sich auf Anfrage «hoch erfreut» ob dem Entscheid des Bauinspektorats. Mit den festgehaltenen Bedingungen – namentlich mit der Redimensionierung des Parks und der Auslagerung der nicht standortgebundenen Infrastrukturbauten – seien die Forderungen des Leists weitgehend erfüllt worden. Sie hoffe nun, dass diese Auflagen von den Seilparkbetreibern auch eingehalten und von den Behörden kontrolliert werden, so Hauck. (Der Bund)
Erstellt: 30.01.2012, 06:34 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
Bern
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Bitte warten



