Bern

Rohrer neuer Verwaltungsratspräsident der Insel

Von Matthias Raaflaub. Aktualisiert am 26.11.2011 1 Kommentar

Die Spital Netz Bern AG und die Inselspital-Stiftung erhalten einen gemeinsamen Verwaltungsrat. An dessen Spitze steht ab 2012 ein Luzerner Experte, der Erfahrung aus Deutschland mitbringt.

Neuer Verwaltungsratspräsident des Inselspitals: Joseph Rohrer.

Neuer Verwaltungsratspräsident des Inselspitals: Joseph Rohrer.
Bild: zvg

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«Wir haben keine Wahl», sagte gestern Philippe Perrenoud (SP), der kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektor. Ohne Zusammenschluss begäben sich die Spital Netz Bern AG (SNB) und das Inselspital in Lebensgefahr. Die landesweite Einführung der Fallpauschale Swiss DRG werde den Druck auf die Spitäler stark erhöhen. Ohne organisatorische Anpassung an dieses rauere Umfeld werde es nicht gehen.

Dass sich die Inselspital-Stiftung und die SNB zusammenschliessen sollen, hat die Kantonsregierung im Herbst 2009 beschlossen. Um diesen Zusammenschluss einzuleiten, erhalten beide ab dem neuen Jahr einen gemeinsamen Verwaltungsrat (VR). Gestern hat Perrenoud bekannt gegeben, wer im neuen Doppelgremium sitzt, und mit Joseph Rohrer dessen künftigen Präsidenten vorgestellt.

Erfahrener Berater

Rohrer teilt Perrenouds Einschätzung «aus Überzeugung», wie er sagte. Er gab den beiden Spitälern gestern sogar nicht mehr als zehn Jahre, sollten sie sich nicht annähern. Der 56-Jährige aus dem luzernischen Meggen ist Gründer und Geschäftsführer einer Beratungsgesellschaft zu Gesundheitsthemen. Rohrer hat zuletzt in Deutschland einen komplizierten Spitalzusammenschluss geleitet. Zwei Universitätskliniken hat er im Bundesland Hessen zusammengeführt, das Universitätsklinikum Giessen & Marburg und die Rhön Klinikum AG. Die Übungsanlage sei da noch komplexer gewesen als jene, welche er nun in Bern antreffe, sagte Rohrer. Im Mai ist er nach drei Jahren in die Schweiz zurückgekehrt. «Die Ziele wurden erreicht.» Perrenoud hob die Erfahrung des Fachmanns hervor und bezeichnete ihn als glücklichen Fund, als «perle rare».

Rohrer steht künftig einem 11-köpfigen Verwaltungsrat vor. Diesem gehören je vier Mitglieder der beiden bisher autonomen Spital-Verwaltungsräte an – darunter sind die beiden ehemaligen VR-Präsidenten von Inselspital-Stiftung und SNB. Dazu kommen Peter Siegenthaler, ehemaliger Direktor der eidgenössischen Finanzverwaltung, und Martin Täuber, der Rektor der Universität Bern.

Ein im Sommer vorgelegtes Rechtsgutachten der Universität Luzern hatte zuletzt in Zweifel gezogen, ob die Zusammenlegung der Verwaltungsräte rechtlich überhaupt möglich sei. Der nun erfolgte Schritt bewertete die Gutachterin damals als «ausgesprochen problematisch». Verträge könnten zwischen identischen Gremien nicht zustande kommen, und Pflichten zur Geheimhaltung würden verletzt.

Diese Bedenken teilt Gesundheitsdirektor Perrenoud nicht. Gestern sagte er knapp: «Dieses Gutachten ging davon aus, dass es zwei konkurrierende Führungen geben soll.» Das sei aber nicht der Fall: Inselspital-Stiftung und SNB sollten zusammengehen und eine gemeinsame Strategie erarbeiten. Der Entscheid, wie die Spitäler nach der «Heirat» organisiert sind, sollte bis Ende Jahr vorliegen. Er sei aufs nächste Jahr verschoben worden, weil die Mandatsvergabe für das Projekt länger gedauert habe. Wie sich das neue Unternehmen organisiere, werde sich erst aus der Strategie ergeben, sagte Perrenoud.

Differenzen bleiben

Laut Perrenoud und Rohrer soll es nach dem Zusammenschluss nur Gewinner geben. Die SNB und die Inselspital-Stiftung haben zuletzt auch betont, dass man zusammenarbeiten könne. Dennoch muss der neue Verwaltungsratspräsident wohl entgegengesetzte Meinungen zusammenbringen. Beim geplanten Stadtspital verteidigen beide Spitäler ihre Positionen. Die SNB spricht sich für ein neues Spital im Tiefenau aus, während die Inselspital-Stiftung in ihrer Planung Platz für ein Stadtspital auf dem Insel-Areal frei hält. Kommt es im Verwaltungsrat zu Differenzen, vertraut Rohrer auf die Kompetenz der Verwaltungsräte. Der Auftrag sei für alle klar. «Jeder weiss, dass wir diesen Regierungsbeschluss umzusetzen haben.» (Der Bund)

Erstellt: 25.11.2011, 14:35 Uhr

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1 Kommentar

René Müller

27.11.2011, 10:59 Uhr
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Er kann sich darum kümmern, ob es Sinnvoll ist, täglich Brot von Schlieren ZH nach Bern zu karren? Nachlieferung garantiert innert einer Stunde!!! Wo wird die Rohware hergestellt? In Italien? Oder ist das Ganze nur eine Einkäuferselbstbefriedigung nach dem Motto: Ich bin besser als mein Vorgänger? Zahlt Hiestand eigentlich Steuern im Kanton Bern? Auch ein Gruss vom täglichen, mehrmals, Autoabgas. Antworten



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