Bern

Regierung hält an teurerer Spitex fest

Von Sarah Nowotny. Aktualisiert am 31.08.2010

Der Regierungsrat bleibt dabei: Patienten sollen mehr für die Spitex bezahlen. Spitex-Organisationen wehren sich.

Die Pflege zu Hause durch die Spitex soll für Patienten ab nächstem Jahr mehr kosten – bis zu Fr. 15.95 pro Tag. Dagegen wehren sich die Spitex-Organisationen im Kanton; letzte Woche gab die Stadtberner Sektion bekannt, sie spüre schon jetzt im Hinblick auf die Änderung einen Kundenrückgang («Bund» vom 25. August). Ob der Rückgang indes tatsächlich damit zu tun hat, dass Pflegebedürftige 2011 stärker zur Kasse gebeten werden sollen, lässt sich nicht zweifelsfrei feststellen – bei der Spitex Seeland etwa nehmen die Pflegestunden seit 2009 ab.

«Aus finanzieller Sicht notwendig»

Wie dem auch sei, die finanzielle Beteiligung der Patienten könnte dazu führen, dass sich Menschen erst dann pflegen lassen, wenn sie bereits auf ein Pflegeheim angewiesen sind – was die Allgemeinheit viel mehr kosten würde. Dennoch hält der Regierungsrat an seinen Plänen fest, mit denen er die kantonale Kasse um 15 Millionen Franken entlasten will. In seiner Antwort auf zwei Motionen aus den Reihen der SVP und der SP – beide fordern, auf den Beitrag der Patienten sei zu verzichten – schreibt er, angesichts der angespannten Finanzlage des Kantons sei die Neuerung notwendig. Der Grossteil der Patienten werde weniger als die Fr. 15.95 bezahlen müssen. Noch immer bestehe deshalb aus finanzieller Sicht der Anreiz, die Spitex einem Aufenthalt in einem Pflegeheim vorzuziehen. Negative Auswirkungen erwartet der Regierungsrat «nur im Einzelfall» – bei Bedarf sollen aber Massnahmen ergriffen werden. (Der Bund)

Erstellt: 31.08.2010, 07:51 Uhr

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