Primano: Flächendeckende Frühförderung in Bern

Trotz Fragen bei den Mehrkosten: Das Frühförderungsprogramm Primano wird in ganz Bern eingeführt.

Gute Erfahrungen mit Frühförderung: Das Projekt Primano in Bern.

Gute Erfahrungen mit Frühförderung: Das Projekt Primano in Bern. Bild: Valérie Chételat

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mehr Kosten, mehr Sozialarbeit – das hat der Berner Stadtrat gestern in seltener Einmütigkeit beschlossen. Mit 66 zu 2 Stimmen befürwortete das Parlament eine Motion von Giovanna Battagliero (SP), die eine flächendeckende Einführung des Frühförderungsprogrammes Primano verlangt. Damit ist sichergestellt, dass dieses junge Förderinstrument über die Pilotphase hinaus betrieben wird. Primano wurde 2007 in den Quartieren Bethlehem, Holligen/Brunnmatt, Kleefeld/Weidmatt und Wittigkofen/Murifeld ins Leben gerufen. Ende Jahr wäre Primano das Geld ausgegangen.

Messbare Effekte

Der Grund für die Minne im Stadtrat: Von rechts bis links, von jung bis alt zeigten sich fast alle Parlamentarier beeindruckt von den Erfolgen, die mit Primano erzielt werden konnten. Vom schnelleren Zuknöpfen der Jacke bis zum besseren Artikulieren von Bedürfnissen reichten die «messbaren Effekte», sagte Motionärin Battagliero. Roland Jakob, Sprecher der SVP-Plus-Fraktion, war ebenfalls angetan von den Resultaten des Pilotprojekts. «Eine gute Sache» sei Primano, sagte Jakob. Die Zustimmung zur flächendeckenden Einführung knüpfte die SVP-Plus-Fraktion aber an die Bedingung, dass Primano nicht nur als Integrations- und Sprachlernhilfe angewendet werde. «Es muss ein Angebot für alle sein, nicht nur für Ausländer.»

Kostenlücke ab 2013

Zu Reden gaben im Stadtrat denn vor allem die Mehrkosten von Primano, die ab 2013 anfallen. Pro Jahr rechnet die Stadt Bern mit rund 620 000 Franken. Bis anhin kamen Bund, Kanton und private Stiftungen für fast drei Viertel der Projektkosten auf. Im Regelbetrieb dürfte es nach Aussage von Gemeinderätin Edith Olibet (SP) schwieriger werden, Drittmittel aufzutreiben. «Es gibt aber Grund zur Hoffnung, dass die Jacobs Foundation, die das Projekt bisher grosszügig unterstützt hat, auch weiterhin einen Beitrag leistet.» Schliesslich hofft der Stadtrat auch auf den Kanton.

Das Geheimrezept von Primano, die wiederholt als Berner «Pionierleistung» bezeichnet wurde, liegt in seinen drei Säulen (siehe «Bund» vom 9. Februar). Erstens unterstützen Hausbesucherinnen Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder bis zum Kindergartenalter. Zweitens bieten Spielgruppen Fördermodule für Kinder aus bildungsfernen Milieus an. Drittens werden Institutionen vernetzt, um die Früherkennung von Problemen zu verbessern. (Der Bund)

(Erstellt: 17.02.2012, 06:58 Uhr)

Artikel zum Thema

Wirkung positiv, Finanzierung unklar

Das Stadtberner Frühförderungsprojekt Primano soll benachteiligten Kindern einen guten Start in die Schullaufbahn ermöglichen. Erste Auswertungen ergeben vielversprechende Resultate. Mehr...

Spielgruppen öffnen ihre Türen

Vom 31. Mai bis 5. Juni stehen die Türen von Spielgruppen und Muki-Deutschkursen in der Stadt Bern offen. Im Rahmen des städtischen Frühförderprojektes «primano» organisiert die Stadt verschiedene Aktivitäten. Mehr...

Frühförderungsprojekt erhält gute Noten

Das Frühförderungsprojekt Primano der Stadt Bern soll Kindern den Eintritt in den Kindergarten erleichtern. Mehr...

Werbung

Immobilien

Kommentare

Blogs

Politblog Humanitäre Schweiz, wo bist du?
Mamablog Wie man Schwangere verunsichert
Von Kopf bis Fuss Muskulöse Beine – so gehts

Die Welt in Bildern

Schön synchron: Die lettische Flugstaffel «Baltic Bees» zeigt an einer Flugshow in der moldawischen Hauptstadt Kischinau in 39C-Albatross-Maschinen ihr Können (25. September 2016).
(Bild: Dumitru Doru) Mehr...