Bern
Per Rikscha in die Kramgasse
Rikschas in Bern
«Wir sind noch dabei, unsere Flotte umzurüsten und die Rikschas einzulösen», sagt Bernhard Wyss, Pressesprecher von Rikscha-Taxi Schweiz. Spätestens ab kommenden Montag werden die vier Berner Rikscha-Taxis wieder in der Altstadt verkehren – auch in Basel und Zürich sind je vier Rikschas unterwegs. Eine Zeit lang sah der Berner Pascal Nydegger die Zukunft seines 2008 gegründeten Unternehmens Rikscha-Taxi Schweiz in Gefahr. Der Grund: Im April 2011 – drei Jahre nachdem die ersten Rikschas in der Stadt Bern verkehrt waren – wurden die Rikschas mit dem 250-Watt-Elektromotörchen vom Bundesamt für Strassen (Astra)als Kleinmotorräder klassifi ziert. Sie benötigten nun eine gelbe Nummer und durften den Velostreifen nicht mehr benutzen. Der Fahrer musste die Rollerprüfung abgelegt haben. Ein Brief der Geschäftsleitung von Rikscha-Taxi Schweiz an Verkehrsministerin Doris Leuthard zeitigte dann jedoch Wirkung. Im Juni lockerte das Astra die Regeln. Nun dürfen Rikschas die Velostreifen benutzen und mit einem PW-Ausweis gelenkt werden. Die in den Berner Altstadtgassen pedalenden Rikscha-Fahrer – zum Grossteil Studenten – können von Passanten herbeigewunken werden. Dann wird um den Preis gefeilscht – ganz wie im fernen Osten. Die Rikscha-Taxis werden voraussichtlich auch im Winter fahren.
Artikel zum Thema
Gleich zwei Probleme bringt die gegenwärtige Sanierung des Weichendreiecks am Zytglogge für die Geschäfte in der Kramgasse mit sich: Wegen der Grossbaustelle können Passanten nicht mehr direkt von der Marktgasse in die «schönste Gasse der Welt» (Eigenwerbung) flanieren, sondern müssen erst die Baustelle umgehen. Und: Weil der 12er-Bus stadtaufwärts die Kramgasse umfährt, müssen die Kunden ihre Einkäufe zu Fuss die Stadt hinaufbugsieren. Die Inhaber der ansässigen Geschäfte sorgen sich deshalb um ihren Umsatz. Doch «klagen und nichts tun», das gehe nicht, sagt Nicola Schneller, Vorstands-Präsident des Kramgassleists. Stattdessen wolle man der Herausforderung lieber mit «etwas Originellem» begegnen.
Bei Einkauf: Rikscha-Geld zurück
Die Idee ist simpel: Weil die Kunden es momentan schwer haben, zu Fuss in die Kramgasse zu schlendern, sollen sie dorthin kutschiert werden – per Rikscha. Das geht so: Irgendwo in der oberen Altstadt ruft der Passant einen vorbeifahrenden Rikscha-Fahrer zu sich. Für fünf Franken fährt der ihn in die Kramgasse. Die Transportkosten lassen sich darauf umgehend amortisieren: Kauft der Passagier in einem der Geschäfte, die sich an der Aktion beteiligen, für mindestens 50 Franken ein, wird ihm dort der Rikscha-Fünfliber zurückerstattet. Umgekehrt geht es auch: Kaufen Leute in einem Geschäft dick ein, werden manche Inhaber nicht zögern, ihnen die Fahrt in die Oberstadt zu offerieren.
Die Idee für das Projekt stammt von Pascal Nydegger, dem Gründer und Inhaber von Rikscha-Taxi Schweiz. Nach einem behördlichen Hin und Her dürfen seine Rikschas ab nächstem Montag definitiv bewilligterweise durch die Berner Gassen fahren (siehe Box links). Nydegger arbeitet mit einem Geschäft in der Kramgasse zusammen. «Mit der Baustelle ist es etwas schwieriger, die Leute hierhin zu holen. Da müssen wir schauen, dass der Laden läuft», sagt er. Deshalb trat er mit dem Vorschlag eines Rikscha-Taxidienstes an den Geschäftsführer heran. Dieser schlug ihm vor, den Kramgassleist einzuschalten. Und der war begeistert. In den letzten Tagen ging Nicola Schneller nun mit seinem Vorstandskollegen Peter Ineichen von Tür zu Tür, um die Geschäftsinhaber zur Mitarbeit zu bewegen.
Mit Erfolg: 70 von 85 Kramgassgeschäften nehmen an der Aktion teil, die kommenden Montag beginnt und voraussichtlich bis zum Ende der Bauarbeiten am 3. September dauert. «Druckkosten und viel Fronarbeit» seien für das Projekt aufgewendet worden, sagt Schneller. Die 5000 Flyer sind gedruckt – je hälftig werden sie nun von den Geschäften und den Rikscha-Fahrern unter die Leute gebracht. Ob die Aktion den Umsatz anzukurbeln vermöge, sei ungewiss, sagt Schneller. In erster Linie gehe es darum, ein «Gefühl von Musse, von Flanieren» in die Kramgasse zu transportieren.
Ist gerade keine Rikscha im Blickfeld, kann man telefonisch eine herbestellen: Tel. 079'629'97'63 (Der Bund)
Erstellt: 22.07.2011, 07:04 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
Bern
- 18:23Kinderarztausbildung: Frauenanteil bei 90 Prozent
- 17:21Nach einer Stunde waren alle Schwingfest-Tickets weg
- 16:23Regierung legt das Sparpaket vor den Sommerferien vor
- 15:27Dringend gesucht: Kinderarzt
- 14:15Bernische Lehrer kämpfen für «faire» Pensionskassen-Reform
- 13:45Tief unten im Loch ruht der Segen
Abopreise vergleichen
Der Handy-Abovergleich mit Ihrem gewünschten Mobiltelefon und Prepaid-Angeboten.
Flugpreise vergleichen
Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.
Jetzt wechseln und sparen
Finden Sie in nur fünf einfachen Schritten die optimale Fahrzeugversicherung.

Bitte warten



























