Nina Zimmer wird die neue Superdirektorin

Die künstlerische Leiterin der beiden Häuser Kunstmuseum und Zentrum Paul Klee heisst Nina Zimmer und ist Vizedirektorin des Kunstmuseums Basel.

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Nun ist klar, wer künftig den Posten der Superdirektorin des Zentrums Paul Klee und des Kunstmuseums Bern besetzen wird: Es ist Nina Zimmer, seit 2014 Vizedirektorin des Kunstmuseums Basel. Dies wurde am Montag an der Pressekonferenz der Dachstiftung der beiden Häuser im Schweizerhof bekannt gegeben.

Zum Interview mit der neuen Direktorin Nina Zimmer geht es hier.

Anwesend waren, nebst der neuen künstlerischen Leiterin Nina Zimmer, der ebenfalls neu gewählte kaufmännische Leiter Thomas Soraperra, Jürg Bucher, Präsident der Dachstiftung, sowie Marcel Brülhart, derzeitiger Ad-interim-Leiter des Zentrums Paul Klee. «Die beiden Museen haben nun Hand und Fuss – und ein Gesicht», so Bucher vor den Medien.

Eine Fachfrau für klassische Moderne

Nina Zimmer ist promovierte Kunsthistorikerin und übernimmt ihre Stelle am 1. August. Die 43-jährige Deutsche verfüge über ein hervorragendes Netzwerk und zähle zu den aufstrebenden Museumsleitern der Schweiz. Man habe bewusst auf eine Vertreterin der jüngeren Generation gesetzt. Ihr Fachgebiet ist die klassische Moderne. Bucher gab sich überzeugt: «Nina Zimmer wird Bern begeistern.» Die Zuständigen haben ihre Wahl aus «einigen Dutzend» Bewerbungen aus dem In- und Ausland getroffen. Gerade für die Stelle der künstlerischen Leitung sei das Interesse unter internationalen Bewerbern gross gewesen, so Jürg Bucher.

Die neue Direktorin wiederum war ihrerseits begeistert: «Ich bin voller Freude heute.» Beide Sammlungen seien «spannende Sammlungen», und es sei eine schöne Herausforderung, das Berner Kunstmuseum sowie das Zentrum Paul Klee neu zu positionieren. Das Ziel: Bern soll zu den drei wichtigsten Kunstplätzen in der Schweiz gehören. Auf die Frage, wie sie dieses Ziel erreichen wolle, antwortete die Direktorin: «Wir müssen unsere Stärken noch stärker herausarbeiten, als wir das bisher getan haben.»

Mit der Fusion der beiden Kunsthäuser, dem Umgang mit der Sammlung Gurlitt und einem Sparauftrag kommen auf Nina Zimmer grosse Aufgaben zu. «Mir ist es wichtig, dass die beiden Museen ihr Gepräge behalten», so Zimmer. «Das Zentrum Paul Klee wird ein Klee-Museum bleiben.» Zum Gurlitt-Erbe machte Zimmer keine Prognose: Es gelte jetzt abzuwarten, bis die rechtlichen Fragen zum Erbe des Kunstsammlers geklärt seien.

Ein Zusammenschluss mit grossen Folgen

Zur Vorgeschichte: Im Jahr 2013 hatten das Berner Kunstmuseum und das Zentrum Paul Klee eine engere Kooperation vereinbart. In der Folge wurde eine gemeinsame Dachstiftung geschaffen, der seit dem 1. Juli 2015 der ehemalige Postchef Jürg Bucher vorsteht. Schon länger war die Rede davon gewesen, die beiden Häuser einer gemeinsamen strategischen Führung zu unterstellen – der Weg dafür wurde frei, als Peter Fischer, Direktor des Zentrums Paul Klee, vergangenen Herbst seinen Rücktritt auf Ende Februar 2016 ankündigte.

Die neu gewählte künstlerische Gesamtleiterin der beiden Institutionen ist Vorsitzende und Teil einer vierköpfigen Geschäftsleitung. Ihr gehören nebst dem ebenfalls neu gewählten kaufmännischen Leiter Thomas Soraperra auch Matthias Frehner, bisheriger Direktor des Kunstmuseums, und Claudia Dähler an. Ersterer wird Leiter der Abteilung Sammlungen, Letztere wird den Bereich Infrastruktur und Facility Management neu nicht nur wie bisher für das ZPK, sondern auch für das Kunstmuseum leiten.

Interimistischer Gesamtleiter von Kunstmuseum und Zentrum Paul Klee war nach dem Abgang Peter Fischers Marcel Brülhart, der auch Vizepräsident der Dachstiftung ist und federführend war bei den Verhandlungen um das Erbe von Cornelius Gurlitt. (hjo/reg)

(Erstellt: 21.03.2016, 10:33 Uhr)

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