Bern
Neues Reisezentrum:Berner Bahnhof wird kundenfreundlicher
Von Sebastian Meier. Aktualisiert am 08.05.2012 1 Kommentar
Rochade in der Rail-City
Mit der Eröffnung der neuen Schalterzentrale tritt die Neuorganisation der Geschäftsflächen im Bahnhof in die letzte Phase. Die Rochade wird Anfang 2013 abgeschlossen.
• Im Erdgeschoss wird die Confiserie Sprüngli im Sommer das ehemalige SBB-Reisebüro vis-à-vis vom Restaurant Tibits beziehen. Reisebüro, Kantonspolizei und Copy Quick sind bereits an den Bahnhofausgang Neuengasse gezogen.
• Im Untergeschoss werden im Herbst Coop und Bäckerei Reinhart in die heutige Change-Wechselstube zügeln. Der Wartesaal wird zum McClean und damit direkt an die neue Selbstbedienungszentrale verlegt.
• Im RBS-Bahnhof werden ab Juni Wartebereich und Zugangstreppe ausgebaut. Provisorisch weichen Kiosk, Spettacolo und die Boutique Choice und kehren auf Anfang Jahr in kleinere Räumlichkeiten zurück.
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Beinahe könnte man vor lauter Kleidergeschäften, Imbissbuden, Detailhändlern und Fachmärkten vergessen, dass im Bahnhof Bern auch Züge fahren. Entsprechend schwierig war es bis anhin, den richtigen Schalter für das richtige Ticket zu finden. Auf fünf Standorte und über zwei Stockwerke war der Verkauf von Inland- und Auslandfahrkarten, Gruppenbuchungen, Eventtickets sowie Geldwechsel und Gepäckausgabe bis anhin verteilt. Ab heute gibt es all dies am selben Schalter – in der neuen Schalterhalle im Stadtgeschoss oder eine Etage tiefer in der grössten Selbstbedienungszone der Schweiz.
Gut acht Millionen Franken liessen sich die SBB den Umbau kosten. Die Konzentration der verschiedenen Angebote löste eine Rochade der Geschäftsflächen innerhalb des Bahnhofes aus (siehe Kasten). So sollen die nun leer stehenden SBB-Verkaufsstellen bis Anfang 2013 umgenutzt werden.
E-Tickets und Fahrplanabfrage
Rund 2,5 Millionen Fahrausweise werden in Bern jährlich gelöst – rund 70 Prozent davon an Automaten oder im Internet. Gerade die elektronischen Angebote seien in der Berner Bahnhofhalle aber bis anhin ungünstig platziert gewesen, sagt Jeannine Pilloud, Leiterin SBB Personenverkehr. Kunden, welche an einem der frei in der Halle positionierten Automaten ein Ticket lösen wollten, mussten sich zu Stosszeiten zunächst durch die Pendlerströme kämpfen. Die Schlangen vor den Automaten hielten wiederum den Passantenfluss auf.
Die 14 neuen Billettautomaten – sowie drei neue Geld- und ein Wechselautomat – sind nun in eine geräumige Nische verlegt worden. Dies soll nicht nur den Komfort, sondern auch das Sicherheitsempfinden der Kunden erhöhen, so Pilloud. Der gesamte Bereich ist nicht nur übersichtlicher als dies im Gewusel der Bahnhofhalle der Fall war, sondern auch besser ausgeleuchtet und durchgehend von Videokameras überwacht.
Keine Geisterbahn
Ebenfalls neu sind drei Bildschirme, an denen – analog zum Internetdienst der SBB – Fahrpläne abgefragt und Tickets ausgedruckt werden können. Schliesslich sticht ein futuristisch abgerundetes, weisses Schalterhäuschen ins Auge. Dieser sogenannte Info-Point habe sich in Basel und Zürich bereits bewährt, so Pilloud. Mitarbeiter der SBB werden dort täglich zwischen 8 und 21 Uhr Touristen und Einheimischen den Weg zur gewünschten Dienstleistung oder auf das richtige Gleis weisen.
Trotz der beliebten Automaten setzen die SBB auch weiterhin auf Kundenkontakt. «Unsere Mitarbeiter sind unsere Visitenkarte», sagt Pilloud. «Die SBB sind keine Geisterbahn.» Die Rechnung gehe auch finanziell auf, weil Schalterverkäufe zwar anteilsmässig sinken, absolut aber weiter anstiegen. Täglich sollen rund 4000 Personen das neue Reisezentrum im Stadtgeschoss besuchen. Rund 80 Angestellte werden dort an insgesamt 24 Schaltern arbeiten. Damit sinke zwar die Anzahl bedienter Schalter, lange Schlagen erwartet Pilloud aber trotzdem nicht. Mit Nummernzettelchen werden die Kunden einzeln aufgerufen und je nach Anliegen an einem spezialisierten oder einem universellen Schalter bedient.
Zeichen der Wertschätzung
Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) wurde gestern die Ehre zuteil, das erste Nümmerchen zu ziehen und am Schalter das erste (Lebkuchen-)Ticket zu lösen. Er würdigte die Eröffnung als Beweis der Wertschätzung des Standorts Bern durch die SBB. «Zürich hat zwar den grössten Bahnhof, Bern aber die höchste Priorität», sagte Tschäppät. (Der Bund)
Erstellt: 07.05.2012, 14:40 Uhr
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1 Kommentar
Mehr als die Hälfte der hochgelobten Billetautomaten liegt auf einer schiefenen Ebene und ist für alle unerreichbar, die nicht gut zu Fuss sind. Sämtliche Schalter sind zwar im selben Raum, aber die verschiedenen Dienstleistungen werden nach wie vor an verschiedenen Schaltern erbracht, jedes Dorfbahnhöfli (sofern noch nicht geschlossen) macht es besser. Antworten
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