Bern

«Nächstes Jahr den Grind abhauen»

Von Markus Dütschler. Aktualisiert am 12.05.2012 2 Kommentare

Der neue Geschäftsführer der Innenstadtorganisation Bern-City ist nicht umstritten – doch wegen der Entlassung seines Vorgängers musste der Vorstand an der Mitgliederversammlung Kritik einstecken.

Die Stadt soll wieder stärker spüren, dass es Bern City gibt: Sven Gubler, der neue Geschäftsführer.

Die Stadt soll wieder stärker spüren, dass es Bern City gibt: Sven Gubler, der neue Geschäftsführer.
Bild: Adrian Moser

Aus den Medien vernahmen die Mitglieder der Berner Innenstadtorganisation Bern City anfangs April, der Geschäftsführer Martin Bühler sei freigestellt worden. Der Vorstand habe bereits einen Nachfolger erkoren: Sven Gubler.

Das jähe Auswechseln des Spitzenmanns fand an der gestrigen Mitgliederversammlung einiges Echo. Mehrere Mitglieder wollten wissen, weshalb der Vorstand einen Geschäftsführer gefeuert habe, dem offenbar nichts von Belang vorgeworfen werden könne. Woher der Vorstand wisse, dass die neue Strategie nicht mit Bühler realisierbar sei, wo diese noch nicht vorliege. Das töne nicht überzeugend, fand ein Mitglied.

«Zu neuen Ufern aufbrechen»

Der Vorstand, präsidiert vom «Harmonie»-Wirt Fritz «Jimi» Gyger, hielt dem – wie schon im April – entgegen, der schwierige Entscheid sei im Vorstand einstimmig gefallen: Man habe den Eindruck, dass Bühler zwar die Geschäftsstelle der 2006 vereinigten Innenstadtorganisation «gut aufgebaut und mit grossem Einsatz geführt» habe, doch seien im Verband «Zeichen der Stagnation» aufgetreten. Man wolle «zu neuen Ufern aufbrechen», an der Rakete «die zweite Stufe» zünden, und dies mit einem neuen Gesicht. Details zu Personalentscheiden dürfe man nicht öffentlich ausbreiten, so Gyger, doch das kritische Mitglied könnte das Auswechseln des Geschäftsführers vermutlich begreifen, wenn es im Vorstand wäre.

Bühler sass im Publikum. Er hielt fest, seine Arbeit sei nie kritisiert, sondern in Mitgliederbefragungen gelobt worden. Erst nach der Kündigung – sie erfolgte am 27. Januar ohne Bekanntmachung – habe eine Unterredung stattgefunden.

Bern City soll gehört werden

Interne Kritiker halten den Verband für zu detailhandelsorientiert, für zu wenig sichtbar und zu selbstbezogen. Unter Gublers Regie soll er zu einer schlagkräftigen Organisation werden, deren Meinung von der Politik nicht mehr ignoriert werden kann. «Er ist der richtige Mann», sagte Gyger. Wenn die neue Strategie nicht funktioniere, «könnt ihr uns nächstes Jahr den Grind abhauen».

Der bald 36-jährige Gubler hat sich in der Stadt hochgearbeitet, geografisch gesprochen. Der Betriebsökonom bei der Swisscom präsidierte während mehreren Jahren den Matteleist. Dann übernahm er von Gyger das Präsidium der Vereinigten Altstadtleiste (VAL), eines wichtigen Kollektivmitglieds von Bern City. Als VAL-Vertreter sass Gubler bereits im Vorstand von Bern City. Gyger sagte, Gubler habe den Job nicht einfach so bekommen. Ein Assessment habe seine exzellente Eignung für das formulierte Anforderungsprofil gezeigt. Gubler habe schon gute Strategien und Ideen skizziert, die er realisieren wolle.

Moderne Kommunikation

Dem «Bund» sagte Gubler, er wolle die Kommunikation mit den Mitgliedern verbessern, auch mit sozialen Medien wie Facebook oder Twitter. Er stellte an der Versammlung auch eine Technologie seines bisherigen Arbeitgebers Swisscom vor: den Digital Retailer. Mit Bildschirm werden Schaufensterbummler oder Wartende an der Kasse auf Angebote des Geschäfts oder anderer Bern-City-Mitglieder hingewiesen. Der Verband werde sich, auch ungefragt, klar und deutlich zu Themen äussern. Bern müsse mit seinen Pfunden wuchern, so Gubler: «Wir sind oft zu bescheiden.» (Der Bund)

Erstellt: 12.05.2012, 10:10 Uhr

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2 Kommentare

René Müller

12.05.2012, 13:09 Uhr
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Schon wieder einer der eine Rakete zünden will. Die Mauschlerei-Rakete höchstens. Mal sehen wie weit die Rakete fliegt, sofern sie abhebt. Mit einander Pöstchen zuschieben ist noch keine Rakete gezündet. Ökonom bei der Swisscom ist für mich keine Reverenz. "Ä neue Bäse wüscht gäng guet." Die Frage ist nur wie schnell der Stiel kürzer wird,und nur noch ein "Bäseli" übrigbleibt. Antworten


Manuel C. Widmer

12.05.2012, 11:11 Uhr
Melden 2 Empfehlung 0

Da war doch schon mal eine Verein in Bern, der "Stufe 2 (ooder 3) zünden" wollte... Antworten



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