Bern
Mit einem Strichcode in den Operationssaal
Von Matthias Raaflaub. Aktualisiert am 25.11.2011
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Wie der Informationsdienst des Universitätsspitals Bern mitteilte, sollen an allen 32 Kliniken Patientenarmbänder eingeführt werden. Inselspital-Patienten bekommen mit einem Armband einen persönlichen Strichcode zugewiesen. Am Unispital sind die Barcodes aber keineswegs mehr neu. Gestern wurde bereits das 20 000. Armband abgegeben. Bereits vor mehreren Jahren hätten erste Tests mit solchen Systemen angefangen, heisst es in der Mitteilung.
Sicherheit mit Kontrolle
Was ungewöhnlich tönt, soll die Sicherheit im Spital erhöhen. Verwechslungen von Patienten seien weltweit weitaus häufiger als allgemein angenommen, schreibt das Direktionspräsidium. Dass der falsche Patient im Operationssaal landet, falsche Medikamente oder Labor-Messwerte einer anderen Person zugeteilt bekommt, kann schnell fatale Folgen haben. Laut Andreas Tobler, dem ärztlichen Direktor des Inselspitals, sei das Inselspital noch eher gefährdet als andere Häuser. Komplizierte Krankheiten, interdisziplinäre Behandlungen an verschiedenen Kliniken auf dem Gelände und die grosse Zahl der Personen, die sich um einen Patienten kümmerten, erhöhten das Risiko dafür. Das Armband lasse eine elektronische Kontrolle zu, damit ein allfälliger Irrtum bemerkt werde oder gar nicht erst geschehe. Mit dem Barcode könne nicht nur die Identität des Patienten überprüft werden. Bei Routinekontrollen spare der Strichcode auch Zeit.
Vorwiegend positive Kritik
Bereits in 17 Kliniken des Inselspitals werden heute alle Patienten mit einem Armband ausgerüstet. Bis spätestens Ende nächstes Jahr solle dies überall gelten. Dann will die Insel ein Klinik-Informationssystem einführen.
Laut dem Inselspital ist das Armband Teil einer Reihe von mehreren Sicherheitsvorkehrungen im Spitalalltag. Die Patienten goutierten das Tragen des leichten Armbands, auch beim Personal sei die Akzeptanz sehr hoch. Weniger positive Assoziationen sind demnach nicht verbreitet: «Nur vereinzelt äusserten Patienten die Befürchtung, zur Nummer degradiert zu werden», heisst es in der Medienmitteilung. (Der Bund)
Erstellt: 25.11.2011, 07:47 Uhr
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