Mit Böllern gegen den Zapfenstreich
Von Hanna Jordi. Aktualisiert am 11.05.2012 5 Kommentare
Votum für die Selbstgestaltung
Auf dem Vorplatz wurde gestern ein Flugblatt herumgereicht – eine Stellungsnahme der Reitschule.
Mit den jüngst verfügten Auflagen werde erneut versucht, aus der Reitschule ein «angepasster und pflegeleichter» Kultur- und Gastrobetrieb zu machen, heisst es darin.
Die Betreiber der Reitschule geisseln die schleichende Privatisierung des öffentlichen Raumes, in dem mehr und mehr nur noch profitorientierte Veranstaltungen stattfänden. Die Interessen der Stadtbewohner würden untergeordnet, Freiräume verdrängt.
Dies wolle man sich nicht gefallen lassen: «Wie unsere Stadt gestaltet ist, bestimmen wir selber!»
Laut Flugblatt werden sich die Reitschüler in den nächsten Tagen «über die weiteren juristischen und politischen Schritte beraten.»
(rym/pd)
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Im Dachstock stimmt Rapper Yelawolf den Beastie-Boys-Evergreen «Fight For Your Right (to Party)» an. Wenig später geht auf dem Vorplatz der Reithalle das Feuerwerk los: Punkt halb eins feuern Aktivisten eine Batterie Raketen in den Berner Nachthimmel.
Hier will niemand weg
Am 11. Mai treten offiziell die neuen Verfügungen gegen die Reithalle in Kraft; die Musik auf dem Vorplatz, und ebenso die Vorplatzbar gehören ab Freitag laut Regierungsstatthalter Christoph Lerch verboten.
Davon ist in Donnerstagsnacht nichts zu ahnen: die Bar schenkt literweise Freibier aus, auf dem Vorplatz tummeln sich gut fünfhundert Leute. Sobald ein Böller dank dem Resonanzraum der Eisenbahnbrücke lautstark explodiert, jubeln sie. Hier will wohl in nächster Zeit niemand weg.
«Sowas sollte es öfter geben»
«Ich geniesse es, einfach nur da zu sitzen und die Szenerie zu beobachten», sagt ein Mann mit weissem Shirt und Rucksack, der es sich auf der Treppe zum Eingang gemütlich gemacht hat. Rundherum werden nicht zitierfähige Sprechchöre gegen die Obrigkeit laut, als es wieder knallt. «Ich glaube, ich mach ne Lärmbeschwerde», sagt eine junge Frau lachend. Die Entgegnungen ihrer Freunde gehen im Lärm unter.
Durch die Boxen plärrt abwechslungsweise Eurodance, Beastie Boys und Vintage Rock. Die Leute lassen sich gern abholen. Kurz vor Konzertbeginn um halb zehn Uhr hatte die Vorband Doomtree, ein gefühltes Dutzend von Rappern, die Meute auf dem Vorplatz animiert: «Wir spielen unsern Gig jetzt, ihr verpasst was, wenn ihr jetzt nicht reinkommt.» Nicht wenige folgen dem Ruf.
Das Freibier ist ergiebig, um halb zwei Uhr wird noch fröhlich gezapft. «Sowas sollte es öfter geben», raunt ein knapp Volljähriger seinem Nachbarn zu. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 11.05.2012, 06:48 Uhr
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5 Kommentare
Eine bodenlose Frechheit was hier geboten wurde - jeder muss sich an Gesetze halten - aber in Bern mit dieser Regierung ist es ja so, dass gewisse Kreise sich alles leisten können - übrigens wurde das Freibier vom Cüpli-Alex bezahlt??????? Antworten

Bitte warten



































































































































