Bern

Mehr Sonne und Rasen, dafür weniger Alkoholleichen

Von Claudia Badertscher. Aktualisiert am 19.07.2010

Drei ausverkaufte Tage, gutes Wetter und glückliche Künstler – die Veranstalter sind zufrieden. Einziger Wermutstropfen: der blühende Sekundärmarkt.

1/7 Mehr Sonne, weniger Alkoholleichen
Drei ausverkaufte Tage, gutes Wetter und glückliche Künstler – die Veranstalter sind zufrieden. Einziger Wermutstropfen: der blühende Sekundärmarkt.
Bild: Gurtenfestival/Thomas Reufer

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Petrus meinte es gut mit dem Gurtenfestival 2010: Einzig am Samstag gab es kleinere Regenschauer, sonst war es heiss bis sehr heiss. Dies schlug sich in den Besucherzahlen nieder: Am Donnerstag verzeichneten die Veranstalter 12 000 Eintritte, und von Freitag bis Sonntag wurden die maximal möglichen 20 000 verkauft. Zu den insgesamt 72 000 Besuchern kamen noch diverse, die sich auf eigene Faust Zutritt zum Gelände verschafft hatten. Anscheinend aber weniger als auch schon: «Als wir mehr Hip-Hop im Programm hatten, mussten wir viel mehr Fans von den Zäunen pflücken», erzählt ein Bronco. Kopfzerbrechen bereitet den Organisatoren gemäss Mediensprecher Micha Günter aber der Sekundärmarkt mit Gurten-Tickets: «Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele Tickets von Händlern aufgekauft und dann teurer weiterverkauft werden.»

«Happy, happy, happy» lautet dennoch Günters Bilanz. Die Festivalgänger feierten sich selbst zwar ausgelassen, aber dennoch so friedlich, dass es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen kam. Die Konzerte fanden ebenfalls Anklang: Die Wiese vor der Hauptbühne war auch bei Auftritten von Berner Bands wie Open Season oder Stiller Has bereits am frühen Nachmittag gut gefüllt. Ein ähnliches Bild bot sich vor der Zelt- und der Waldbühne. Umgekehrt zeigten sich die Künstler vom Berner Publikum begeistert: Das John Butler Trio habe es als «musikaffin» bezeichnet, rapportierte Günter. Und Skin von Skunk Anansie lobte ihre Zuhörer als «absolutely amazing».

Weiterhin Indie und Alternative

Ebenso zur positiven Bilanz beitragen kann Bänz Thomann, Leiter des Ressorts Sanität: «Medizinisch gesehen war es ein sehr ruhiges Festival». Das 24-köpfige Sanitätsteam habe nur 1200 Leute versorgen müssen, was ein paar hundert weniger seien als jeweils in vergangenen Jahren. Von Schürfungen bis zu Knochenbrüchen sei alles vorgekommen. Dem Alkohol sei «verhältnismässig vernünftig» zugesprochen worden. Das heisst: «Es hat nur etwa zehn schwer Alkoholisierte pro Tag gegeben. Die mussten wir betreuen, bis sie wieder aufwachten», sagt Thomann. Nicht nur den Patienten, auch dem Sorgenkind Gurtenwiese ist es im Vergleich zu den letzten Jahren gut ergangen. Dank des schönen Wetters sei sie in gutem Zustand, sagt Mediensprecher Günter. Tatsächlich ist das Gelände noch zum grössten Teil von Rasen bedeckt. Auch der wenige Regen vom Samstag hat diesem kaum zugesetzt. Abschliessend kann das aber erst beurteilt werden, wenn alles abgebaut ist.

Das nächste Gurtenfestival wird zwischen dem 14. und 17. Juli 2011 über die Bühne gehen. Festival-Chef Philippe Cornu will das Konzept der letzten zwei Jahre weiterziehen: «Indie und Alternative werden nächstes Jahr die Schwerpunkte bilden, es wird aber wie gehabt auch Ausflüge in andere musikalische Gefilde geben.» (Der Bund)

Erstellt: 19.07.2010, 07:52 Uhr

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