Bern

LED-Lampen mit Bewegungsmelder für Bern?

Von Simon Thönen. Aktualisiert am 11.06.2011

Die BDP fordert in einem Vorstoss eine sparsamere öffentliche Beleuchtung.

Testlauf am Ladenwandweg: Strassenbeleuchtung mit LED-Lampen. (Manuel Zingg)

Testlauf am Ladenwandweg: Strassenbeleuchtung mit LED-Lampen. (Manuel Zingg)

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Strassenbeleuchtung nach Bedarf: Dies kennt man in der niederländischen Stadt Tilburg. Ein Bewegungsmelder sorgt in ruhigen Strassen dafür, dass die Lampen nur aufleuchten, sobald sich ein Auto oder Fussgänger nähert. Ist niemand vor Ort, geben die Lampen nur ein Dämmerlicht ab – und brauchen so bloss noch ein Fünftel des Stroms. Das System funktioniert mit modernen LED-Leuchten, die an sich schon wenig Strom verbrauchen. Strassenlicht nach Bedarf solle auch die Stadt Bern einführen, fordert BDP-Stadtrat Martin Schneider in einer dringlichen Motion. «Da der Atomausstieg beschlossene Sache ist, aber der Stromverbrauch weiter wächst, ist unverzügliches Handeln gefordert», argumentiert Schneider.

Er ist nicht der Einzige: Auch im Nationalrat wurde ein Vorstoss überwiesen, der bis 2020 den Ersatz ineffizienter Strassenlampen fordert. Im Grossen Rat ist im Hinblick auf die Fukushima-Session von nächster Woche ein Vorstoss hängig, der die Umstellung der Strassenbeleuchtung auf LED fordert. Das Interesse der Politik an LED-Leuchten ist gross, weil sie einen Bruchteil des Stroms verbrauchen, den Glühbirnen oder Halogenlampen benötigen.

Vorbehalte bei EWB

Das stadteigene Werk Energie Wasser Bern (EWB) hat nach einem Pilotversuch bereits Erfahrung mit LED. Gestützt darauf hat EWB beschlossen, neue Strassenbeleuchtungsanlagen mit LED-Leuchten auszurüsten. So geschehen etwa für die Neubausiedlungen in Schönberg Ost, am Fussweg Weissenheim sowie in Brünnen beim Westside. Das Fazit der bisherigen Erfahrungen ist dennoch auf der Internetseite von EWB sehr vorsichtig formuliert: «Die Technologie ist vielversprechend, muss sich aber für den flächendeckenden Einsatz noch weiterentwickeln.»

Die Technologie sei noch jung, sagt auf Anfrage Ernst Siegenthaler, Leiter öffentliche Beleuchtung bei EWB. Auf dem Markt seien Anbieter unterschiedlicher Qualität, und die technische Entwicklung sei im Fluss. Nicht alle Anbieter seien in der Lage, die speziellen Anforderungen für öffentliche Beleuchtungen zu erfüllen. Laut Siegenthaler ist auch das Sparpotenzial der LED-Lampen noch nicht sehr gross, wenn man sie mit der neuesten Generation der Gasentladungslampen vergleicht. Diese sind in Bern grösstenteils bereits installiert.

Bewegungsmelder spart Strom

Ihm sei durchaus bewusst, dass moderne herkömmliche Strassenlampen nicht viel mehr Strom brauchten als LED-Leuchten, sagt Stadtrat Schneider. «Mit dem Bewegungsmelder kann man Strom sparen», betont er. Herkömmliche Lampen könne man nicht rasch genug zum Aufleuchten bringen, dafür seien LED-Leuchten nötig. Dies bestätigt Siegenthaler.

Gegen einen allzu raschen flächendeckenden Einsatz von LED spreche aber auch die technische Entwicklung, findet er. Denn künftige LED-Leuchten dürften noch sehr viel weniger Strom benötigen. Siegenthaler: «Die Wissenschaft erwartet eine weitere Reduktion um 50 Prozent in den nächsten fünf Jahren.» Schneider räumt ein, dass er mit seiner Forderung möglicherweise ein wenig früh komme. «Lieber der Zeit ein bisschen voraus sein als hinterherzuhinken», sagt er. Wichtig sei ihm, dass sich Gemeinderat und EWB unverzüglich in Tilburg informierten, um von den dortigen Erfahrung zu profitieren. (Der Bund)

Erstellt: 11.06.2011, 11:51 Uhr

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