Kultur aus der Waschküche

Im Beaumontquartier hat in einer ehemaligen Reinigung das Kulturlokal «Waschküche» neu eröffnet – vorerst für drei Monate.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Seftigenstrasse, die sich quer durch das Weissenbühlquartier bis nach Wabern zieht, war bislang nicht unbedingt als Zentrum des kulturellen Geschehens bekannt. Ganz am Anfang der Strasse, im Beaumontquartier, könnte sich dies nun ändern. Letzte Woche hat hier das Kulturlokal «Waschküche» seine Tore geöffnet.

Der Name «Waschküche» ergibt sich aus der Lokalität: In den knapp hundert Quadratmeter grossen Räumlichkeiten an der Seftigenstrasse war früher eine Reinigung einquartiert. Der Einfluss der früheren Nutzung ist nicht nur im Namen, sondern auch am Plättchenboden sichtbar; und als Standort für das Mischpult dient eine gold-schwarz bemalte Waschmaschine.

Kulturlokal für Quartier und Stadt

Die «Waschküche» solle ein «kulturelle Begegnungstätte» sein, erklärt Mitorganisatorin Felicia Kreiselmaier im Gespräch mit DerBund.ch/Newsnet. In erster Linie sei das Lokal für das Quartier gedacht, in zweiter Linie für die Stadt Bern. «‹Kultur› meinen wir hier im weitesten Sinn», führt sie aus: «Das heisst Sprachkultur, Kunst und Musik, aber auch politische und soziale Kultur».

Die Waschküche sei nur offen, wenn auch eine kulturelle Veranstaltung stattfinde. «Wir sind keine Bar, wir sind auch kein Nachtclub» stellt Kreiselmaier klar. Getränke würden nur im Rahmen einer Veranstaltung ausgeschenkt. Geplant sei, jeweils Donnerstag- bis Sonntagabend Anlässe zu organisieren. Veranstaltungen sind denn schon einige geplant. Diesen Freitag etwa hält eine Installation des Kunstprojekts «artacks» Einzug - passend zum «Waschküche»-Vokabular nennt sich der Anlass «Waschgang», dazu spielt ein Jazz-Trio. Am Samstagnachmittag steht ein Graffitti-Workshop für die Quartierkinder im «Waschprogramm». Teilweise würden Künstler selbst angefragt, doch interessierte Künstler dürfen sich auch aus Eigeninitiative heraus mit Ideen melden. «Im Moment können wir uns vor Anfragen kaum retten», sagt Kreiselmaier.

Unterstützung aus dem Quartier

Laut Kreiselmaier erfreut sich die «Waschküche» im Quartier breiter Unterstützung. Ein Anwohner habe spontan einen alten Plattenspieler vorbeigebracht, den er nicht mehr brauchte, die Blumen vor dem Fenster stammen von der Blumenhandlung in der Nähe. Um die Anwohner nicht zu stören, schliesse das Lokal ausserdem jeweils um 22 Uhr, so Kreiselmaier.

Ähnlich klingt es auch von Seiten des Quartiers: Laut Scarlett Niklaus, Betriebsleiterin des Quartierzentrums Villa Stucki, sei man an einer Zusammenarbeit mit der Waschküche sehr interessiert. «Wir begrüssen gerade im kulturellen Bereich eine neue Initiative im Quartier sehr», sagt sie auf Anfrage gegenüber DerBund.ch/Newsnet.

Zwischennutzung für drei Monate

Die Gruppe, die die «Waschküche» organisiert, setzt sich aus elf Personen aus den verschiedensten Berufsfeldern zusammen; darunter etwa ein Grafiker, eine Journalistin, eine Psychologin oder eine Architektin. Wie Kreiselmaier gegenüber DerBund.ch/Newsnet, ist das Projekt nicht gewinnorientiert und wird privat über die Organisierenden und gelegentlichen Kollekten finanziert, längerfristig suche man aber eventuell nach Sponsoren. Auch für die ausstellenden Künstler solle die «Waschküche» ein «freier Raum» sein.

Im Falle eines Defizits kann die «Waschküche»-Gruppe ausserdem auf die Unterstützung des «Kollektivs Frei_Raum» zählen, das alljährlich das Säbeli-Bum-Festival organisiert. Die «Waschküche» ist eine Zwischennutzung bis Ende August. Welche Richtung das Projekt danach einschlägt, wissen die Organisierenden zur Zeit noch nicht.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.06.2012, 13:03 Uhr

Waschküche

Das Lokal an der Seftigenstrasse 16 hat bis im August von Donnerstag bis Sonntag jeweils von 17 bis 22 Uhr geöffnet. Das aktuelle Programm findet sich auf Facebook.

Werbung

Immobilien

Blogs

Mamablog Mutter mit 17 – na und?

Zum Runden Leder Le roi des jeux

Werbung

Kulturell interessiert?

Bizarre Musikgenres, Blick in Bücherkisten und das ganze Theater. Alles damit Sie am Puls der Zeit bleiben.

Die Welt in Bildern

Grusel, Grusel: Taranteln krabbeln den Arm einer Frau in Kambodscha hoch, nachdem sie diese eingefangen hat 21. Juni 2017).
(Bild: Samrang Pring) Mehr...